{"id":3877,"date":"2012-05-13T18:25:04","date_gmt":"2012-05-13T17:25:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3877"},"modified":"2012-05-30T11:19:16","modified_gmt":"2012-05-30T10:19:16","slug":"das-schlaue-fuchslein-wuppertal-opernhaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3877","title":{"rendered":"DAS SCHLAUE F\u00dcCHSLEIN &#8211; Wuppertal, Opernhaus"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Leo\u0161 Jan\u00e1\u010dek (1854-1928), Oper in drei Akten, Libretto: der Komponist, nach der Novelle von von Rudolf T\u011bsnohl\u00eddek in der deutschen \u00dcbersetzung von Peter Brenner<\/p>\n<p>UA: 6. November 1924 Br\u00fcnn, Nationaltheater<\/p>\n<p>Regie: Aurelia Eggers, B\u00fchne: Stephan Mannteuffel, Kost\u00fcme: Veronika Lindner, Licht: Henning Priemer, Dramaturgie: Ulrike Olbrich<\/p>\n<p>Dirigent: Hilary Griffiths, Sinfonieorchester Wuppertal, Opern- und Kinderchor der Wuppertaler B\u00fchnen, Choreinstudierung: Jens Bingert<\/p>\n<p>Solisten: Dorothea Brandt (F\u00fcchslein Schlaukopf), Joslyn Rechter (Fuchs), Derrick Ballard (F\u00f6rster), Michaela Mehring (F\u00f6rsterin\/Eule), Boris Leisenheimer (Schulmeister\/Dackel), Ulrich Hielscher (Pfarrer\/Dachs), Olaf Haye (Haraschta) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 12. Mai 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Wuppertal-F\u00fcchslein.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3878\" title=\"Wuppertal-F\u00fcchslein\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Wuppertal-F\u00fcchslein.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"231\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Wuppertal-F\u00fcchslein.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Wuppertal-F\u00fcchslein-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Das junge F\u00fcchslein Schlaukopf wird von einem F\u00f6rster gefangen genommen, schafft es jedoch, sich zu befreien und in den Wald zur\u00fcckzukehren. Hier vertreibt sie den Dachs aus seinem Bau und heiratet einen Fuchs. Mit diesem gr\u00fcndet sie eine Familie und l\u00e4\u00dft die Kinder an ihren Erfahrungen teilhaben. Doch das Leben von F\u00fcchslein Schlaukopf findet ein j\u00e4hes Ende durch die Waffe des Wilderers. Parallel zu diesem steten Kampf um Freiheit und Unabh\u00e4ngigkeit k\u00e4mpfen die Menschen gegen ihre allt\u00e4glichen Probleme: W\u00e4hrend etwa die F\u00f6rsterin von den Fl\u00f6hen des F\u00fcchslein geplagt ist, schw\u00e4rmen der F\u00f6rster, der Lehrer und der Pfarrer f\u00fcr die unnahbare Terynka. Diese entscheidet sich jedoch f\u00fcr den Wilderer. Am Ende kehrt der F\u00f6rster alt geworden in den Wald zur\u00fcck, erkennt den ewigen Kreislauf der Natur und schl\u00e4ft von dieser Erkenntnis beseelt ein.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Grundkonzeption der B\u00fchne bleibt im Verlauf der Oper gleich: Der Mittelpunkt der B\u00fchne wird von einem mehrstufigen Halbkreis eingenommen, in dem die Naturszenen spielen. Im Hintergrund erheben sich die Ruinen der Burg aus Jan\u00e1\u010deks Heimatdorf Hukvaldy. Angereichert wird diese Atmosph\u00e4re etwa durch fliegende Tier-T\u00e4nzerinnen.<\/p>\n<p>Im vorderen Teil befinden sich am linken und rechten Rand der B\u00fchne zwei Ausschnitte aus altert\u00fcmlichen Theaterr\u00e4ngen. Mit einer Wand kann dieser Bereich vom hinteren Teil abgetrennt werden, wenn das Schicksal der Menschen im Mittelpunkt der Handlung steht.<\/p>\n<p>Die Kost\u00fcme der Menschen sind schlichte Anz\u00fcge oder M\u00e4ntel. So heben sie sich stark ab von den Tieren: W\u00e4hrend etwa der Hahn und die Henne in den grell-opulenten Kost\u00fcmen einer Revuetruppe die B\u00fchne betreten, sind die F\u00fcchse in jungem Alter mit geschlechtsneutralen Ganzk\u00f6rperpullovern mit Kapuze zu sehen. Im Verlauf des zweiten Aktes tritt dann eine Wandlung, entsprechend ihrer Reifung ein, z.B. bei F\u00fcchslein Schlaukopf der ein Frauenkleid anzieht.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das <strong>Sinfonieorchester Wuppertal <\/strong>zeigt vielseitige F\u00e4higkeiten und pr\u00e4sentiert so verschiedene Facetten der Partitur. Unter der Leitung von <strong>Hilary Griffiths <\/strong>erklingt zun\u00e4chst ein Orchester, das jeden breiten, romantischen Natur-Stereotypklang vermeidet: Sehr gefallen die Wechsel zwischen Streicher- und Fl\u00f6tenpassagen im ersten Akt, die zwar fragil und d\u00fcnn klingen, aber nie gef\u00e4hrdet sind. An den Szenenenden, etwa bei der Verwandlung am Ende des ersten Akts, erklingt ein runder Gesamtklang, aus dem keine Instrumentengruppe heraussticht. Lediglich im dritten Akt bleiben die Blechbl\u00e4ser ein wenig stehen und lassen eine gr\u00f6\u00dfere lineare Entwicklung vermissen.<\/p>\n<p><strong>Derrick Ballard <\/strong>(F\u00f6rster) \u00fcberzeugt mit fokussiert gef\u00fchrter Stimme, wobei das Klangvolumen nicht darunter leidet. Auch seine deutliche Textaussprache wei\u00df zu gefallen. Hier liegt zun\u00e4chst auch die gro\u00dfe St\u00e4rke von <strong>Dorothea Brandt <\/strong>(F\u00fcchslein Schlaukopf), die ihre Partie deklamatorisch gestaltet, ohne dabei die Linienf\u00fchrung zu vernachl\u00e4ssigen. Ihre F\u00e4higkeiten in diesem Bereich kommen dann vor allem im zweiten Akt zum Vorschein, wenn sie diese etwa bei ihrer lyrischen Passage <em>Ich seh doch ganz gut aus <\/em>zeigen kann. Auch <strong>Ulrich Hielscher<\/strong> (Pfarrer\/Dachs) geh\u00f6rt zu den positiven S\u00e4ngererscheinungen des Abends, seine Klanggewalt verleiht der Rolle des Pfarrers sichere Autorit\u00e4t. Besonders gef\u00e4llt dabei, da\u00df er in der Lage ist, diese Stimmvolumen kontrolliert zu f\u00fchren, so da\u00df er in der Tiefe nicht in ein Poltern verf\u00e4llt. Leider sind nicht alle Rollen so zufrieden stellend besetzt: <strong>Boris Leisenheimer <\/strong>(Schulmeister\/Dackel) ist vor allem im zweiten Akt in der H\u00f6he zu bem\u00fcht, im dritten Akt wird seine Mittellage ein wenig d\u00fcnn, um gegen das Orchester zu bestehen. <strong>Olaf Haye <\/strong>(Haraschta) kann zwar mit gro\u00dfen Melodielinien in seiner Auftrittsromanze \u00fcberzeugen, danach ger\u00e4t ihm jedoch die Stimmf\u00fchrung zu breit und im Ansatz zu weit hinten, so da\u00df man sich ein wenig mehr Fokussierung der Stimme gew\u00fcnscht h\u00e4tte.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Eine stimmige und kurzweilige Inszenierung sowie eine insgesamt zufriedenstellende musikalische Leistung wird von dem Premierenpublikum mit Applaus honoriert.<\/p>\n<p>Malte Wasem<\/p>\n<p>Bild: Uwe Stratmann<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Fuchs (Joslyn Rechter), F\u00fcchsin Schlaukopf (Dorothea Brandt) und das Ensemble<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Leo\u0161 Jan\u00e1\u010dek (1854-1928), Oper in drei Akten, Libretto: der Komponist, nach der Novelle von von Rudolf T\u011bsnohl\u00eddek in der deutschen \u00dcbersetzung von Peter Brenner UA: 6. 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