{"id":3873,"date":"2012-05-08T11:03:30","date_gmt":"2012-05-08T10:03:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3873"},"modified":"2014-02-08T18:28:50","modified_gmt":"2014-02-08T17:28:50","slug":"poliuto-zurich-opernhaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3873","title":{"rendered":"POLIUTO &#8211; Z\u00fcrich, Opernhaus"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gaetano Donizetti (1797-1848), Tragedia lirica in drei Akten, Libretto: Salvatore Cammarano nach der Trag\u00f6die <em>Polyeucte<\/em> von Pierre Corneille, UA: 1848 Neapel, Teatro San Carlo<\/p>\n<p>Regie: Damiano Michieletto, B\u00fchne: Paolo Fantin, Kost\u00fcme: Carla Teti, Licht: Martin Gebhardt<\/p>\n<p>Dirigent: Nello Santi, Orchester der Oper Z\u00fcrich, Chor der Oper Z\u00fcrich, Choreinstudierung: Ernst Raffelsberger<\/p>\n<p>Solisten: Massimiliano Pisapia (Poliuto), Fiorenza Cedolins (Paolina), Massimo Cavalletti (Severo), Riccardo Zanellato (Callistene), Jan Rusko (Nearco), Boguslaw Bidzinski (Felice, Paolinas Vater), Aaron Agulay (ein Christ)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 6. Mai 2012 (Premiere, schweizerische Erstauff\u00fchrung)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Z\u00fcrich-Poliuto.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3874\" title=\"Z\u00fcrich-Poliuto\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Z\u00fcrich-Poliuto.gif\" width=\"350\" height=\"230\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Z\u00fcrich-Poliuto.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Z\u00fcrich-Poliuto-300x197.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt <\/strong><\/p>\n<p>Die Handlung findet um das Jahr 250 zur Zeit der r\u00f6mischen Besetzung Armeniens statt. W\u00e4hrend einer heimlichen Christenversammlung in den Katakomben m\u00f6chte der adlige Armenier Poliuto sich taufen lassen. Seine Frau Paolina, die Tochter des Gouverneurs Felice, kommt ihm auf die Schliche. Sie hat Angst daher um sein Leben. Der von Paolina totgeglaubte Severo, Prokonsul und ihr fr\u00fcherer Geliebter, kehrt zur\u00fcck und f\u00fchrt die r\u00f6mische Verfolgungsmacht gegen die Christen. Der Hohepriester Callistene richtet ein Treffen f\u00fcr Paolina und Severo ein. Poliuto f\u00fcrchtet, da\u00df seine Frau Paolina untreu ist. Das ist jedoch nicht der Fall, denn Paolina bleibt treu, obwohl Severo ihr gegen\u00fcber seine Gef\u00fchle offenbart hat. Der festgenommene Christ Nearco bleibt standhaft, obwohl er vor allen Beamten gefoltert wird, da er keinen Christen verr\u00e4t Als Poliuto sich selbst den Gesetzesh\u00fctern stellt, versucht Paolina bei Severo f\u00fcr ihren Gatten Gnade zu erwirken und scheitert. Sie geht an der Seite ihres Mannes mit in den qualvollen Tod der L\u00f6wenarena.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung <\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchne von <strong>Paolo Fantin<\/strong> \u00f6ffnet sich zu einem dunklen Raum, der mit acht gr\u00fcn bekleideten, menschengro\u00dfen und in einer gleichen Pose erstarrten Puppen dekoriert ist. Metallschr\u00e4nke, beleuchtete Rohre, dunkelblaue Folie, schwarze W\u00e4nde sollen unterirdische Industriebauten nachahmen. Der Chor ist meist gr\u00fcn gekleidet. Im schwarzgrauen Anzug und wei\u00dfem Hemd mit gr\u00fcner Krawatte erscheint Poliuto. Paolinas tr\u00e4gt ein hellblau gebl\u00fcmtes Kleid. Zwischendurch legen die Chormitglieder ihre Kleidung ab und zeigen ihre nackte Haut. Sie waschen sich und \u00fcbergie\u00dfen sich mit dem Wasser aus Wasserkanistern. Das letzte Bild zeigt die an den H\u00e4nden oben auf die Balken gebundenen, stehenden Gefangenen in einem unterirdischen mit Plastikfolie drapierten Gang, welcher spektakul\u00e4r hinauff\u00fchrt. Optisch erinnert dies an Gef\u00e4ngnissen Afghanistans. Ein Gefangener ist ganz entkleidet, seine Haut ist mit Blut beschmiert, es liegen blutige K\u00f6rperteile von Puppen umher. Kurz vor der Hinrichtung zieht Paolina ihr hellblaues Kleid aus und \u00fcbergie\u00dft sich mit Blutfarbe aus einem Wasserkanister.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester <\/strong><\/p>\n<p>Die Ch\u00f6re klangen zart und gut koordiniert hinter der B\u00fchne sowie stark und eindr\u00fccklich im Vordergrund. Unter der Leitung des <strong>Nello Santi<\/strong> spielte das Orchester der Oper Z\u00fcrich die Ouvert\u00fcre besonders einf\u00fchlsam und mit leuchtenden Partien der Instrumentengruppen. Sp\u00e4ter jedoch steigerte es die Lautst\u00e4rke und kam in f\u00fcr Donizetti ungew\u00f6hnliche Bereiche hinein. Das S\u00e4ngerensemble steigerte die Lautst\u00e4rke immer mehr. Man konnte \u00fcber das stimmlich Machbare staunen. Vor allem setzte sich <strong>Massimiliano<\/strong> <strong>Pisapia<\/strong> (Poliuto) mit seiner m\u00e4chtigen Stimme deutlich durch. Die Darbietung ist ihm in <em>Dir la parola <\/em><em>\u2013 Es l\u00e4\u00dft sich nicht in Worte fassen <\/em>nahezu makellos gelungen. Die Stimme war geschmeidig angenehm, aber \u00fcbertrieben laut, jedoch \u00f6fter im Flu\u00df unterbrochen um Atem f\u00fcr die au\u00dferordentlich langen T\u00f6ne zu holen, besonders im ersten Akt. Die einzige Vertreterin der Weiblichkeit war<strong> Fiorenza<\/strong> <strong>Cedolins<\/strong> alsPaolina, welche sie sehr lebendig spielte. Diesmal hatte ihre sonst klare Stimme eine leicht metallische Farbe, vermutlich wegen der Klangmasse im Orchestergraben. <strong>Massimo<\/strong> <strong>Cavalletti<\/strong> konnte als Severo mit einem differenzierten Klang die Sympathie des Publikums gewinnen. Ein hartn\u00e4ckig tr\u00fcbes Wesen als Callistene pr\u00e4sentierte der stimmlich sichere <strong>Riccardo<\/strong> <strong>Zanellato<\/strong> mit seinem weich t\u00f6nenden Ba\u00df.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Auff\u00fchrung war zeitweise ergreifend und das Publikum w\u00fcrdigte schon nach der Ouvert\u00fcre die Leistung des Dirigenten und des Orchesters mit einem feurigen Applaus. Es geizte nicht mit warmem Beifall f\u00fcr die S\u00e4nger und den Chor. Das Regie-Team bedachte das Publikum mit Buh-Rufen. Grund daf\u00fcr waren m\u00f6glicherweise der nackte K\u00f6rper, oder die d\u00fcsteren Bilder und Deutungen. Vielleicht waren dieses von anderen Werken beeinflu\u00dft wie dem \u00a0Film <em>Brazil<\/em> von Terry Gilliam, denRomane <em>1984<\/em> von George Orwell sowie <em>Brave New World<\/em> von Aldous Huxley.<strong> <\/strong><\/p>\n<p>Ruta Akelyte Hermann<\/p>\n<p>Bild: Suzanne Schwiertz<\/p>\n<p>Massimiliano Pisapia (Poliuto) Bildmitte, Fiorenza Cedolins (Paolina), Bildrechts<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gaetano Donizetti (1797-1848), Tragedia lirica in drei Akten, Libretto: Salvatore Cammarano nach der Trag\u00f6die Polyeucte von Pierre Corneille, UA: 1848 Neapel, Teatro San Carlo Regie: Damiano Michieletto, B\u00fchne: Paolo Fantin, Kost\u00fcme: Carla Teti, Licht: Martin Gebhardt Dirigent: Nello Santi,<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3873\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,104],"tags":[],"class_list":["post-3873","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-zurich-opernhaus"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3873","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3873"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3873\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5456,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3873\/revisions\/5456"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3873"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3873"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3873"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}