{"id":3868,"date":"2012-04-29T18:30:50","date_gmt":"2012-04-29T17:30:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3868"},"modified":"2012-05-11T18:33:11","modified_gmt":"2012-05-11T17:33:11","slug":"siegfried-halle-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3868","title":{"rendered":"SIEGFRIED &#8211; Halle, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813\u20131883), Musikdrama in drei Aufz\u00fcgen, Erster Tag des B\u00fchnenfestspiels Der Ring des Nibelungen, Libretto vom Komponisten, UA: 16. August 1876 Bayreuth, Festspielhaus<\/p>\n<p>Regie\/B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Hansg\u00fcnther Heyme<\/p>\n<p>Dirigent: Karl-Heinz Steffens, Staatskapelle Halle<\/p>\n<p>Solisten: Andreas Schager (Siegfried), Ralph Ertel (Mime), G\u00e9rard Kim (Wanderer), Gerd Vogel (Alberich), Christoph Stegemann (Fafner), Deborah Humble (Erda), Lisa Livingston (Br\u00fcnnhilde), Ines Lex (Stimme eines Waldvogels).<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 28. April 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Halle-Siegfried.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3869\" title=\"Halle-Siegfried\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Halle-Siegfried.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Halle-Siegfried.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Halle-Siegfried-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Siegfried wird vom Zwerg Mime gro\u00dfgezogen ohne Respekt oder Furcht zu kennen. Wie es der Wanderer prophezeit gelingt es dem Furchtlosen das Schwert Nothung aus Tr\u00fcmmern neu zu schmieden. Mimes Ziel ist es, Siegfried gegen Fafner aufzustacheln, damit er ihn t\u00f6te und ihm den Ring verschaffe. Als Siegfried den Riesenwurm get\u00f6tet hat, bringt er den Ring an sich und erkennt durch das magische Drachenblut die wahren Ziele Mimes. Aus Zorn bringt er ihn um und macht sich auf zum Br\u00fcnnhildenfelsen, um dort Br\u00fcnnhilde zu erwecken und ihre Liebe zu erringen. Zuvor trifft er auf den Wanderer \u2013 den umherstreifenden Gott Wotan \u2013 und zerschl\u00e4gt seinen Speer, der Wotan die Macht \u00fcber die Welt sicherte. Wotan tritt ab und macht Siegfried so den Weg frei.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Gro\u00dfe Teile des B\u00fchnenbildes aus Rheingold und Walk\u00fcre finden auch im Siegfried wieder ihren Platz. Die Schachtelwand bildet wieder den Hintergrund, in die Schachteln wird die Hinterlassenschaft der toten Helden verstaut. Ebenso findet sich ein Zwischenvorhang genannt <em>Vorhang der Hoffnung<\/em>, das Zitat <em>Hoffnung hat den Morgen f\u00fcr sich, der noch wieder kommt<\/em>, stammt wieder von Ernst Bloch. Weitere Zwischenvorh\u00e4nge gibt es f\u00fcr das Waldweben (mit vielen gr\u00fcnen B\u00e4umen), Fafners H\u00f6hle (mit Flammen umloderten Goldbarren) und Fafner selbst (als symbolistisches Monster). Das vom Wanderer gesteuerte Waldv\u00f6gelein wird durch eine S\u00e4ngerin verk\u00f6rpert, die an Seilen \u00fcber die B\u00fchne flattert. Mime hat keine H\u00f6hle, er agiert vor der Schachtelwand von einem Ansitz rings um den Schmiedetisch und den Ambo\u00df. Die Kost\u00fcme sollen den Charakter der Rolle reflektieren, wie schon in den \u00fcbrigen Ringteilen. Wotan wirkt mit Fell und Kopftuch wie ein Gangleader, Mime ist in Str\u00e4flingskleidung mit Tr\u00e4nen in den Augen, immer noch ein Gefangener seiner selbst. Siegfried wirkt wie ein wei\u00dfgekleideter Naturbursche.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Den Auftritt von <strong>Andreas Schager<\/strong> kann man durchaus als sensationelle Entdeckung feiern. Bislang ein Operettentenor, schmettert er Siegfrieds <em>Schmiedelieder<\/em> wie ein Heldentenor, denn er hat viel Kraft und Durchschlagskraft hinzugewonnen. In den leisen, lyrischen Passagen des <em>Waldwebens<\/em> kann er seinen \u00f6sterreichischen Dialekt gewinnbringend einbringen. Seine weitere Kariere ist vorgezeichnet, eben ist er an der Deutschen Oper Berlin als Rienzi eingesprungen. <strong>Ralph Ertel<\/strong> (Mime) ist, wie bereits im Rheingold, ein lyrischer Tenor, der aus der baritonalen Lage heraus glanzvoll mit Ausdruck und Durchschlagskraft aussingen kann. Gelungen auch das Wiedersehen mit <strong>Gerard Kim<\/strong> als Wanderer. Er verf\u00fcgt \u00fcber eine gut fundierte Tiefe, kann aber auch die H\u00f6hen mitrei\u00dfend gestalten. Seine Wortverst\u00e4ndlichkeit ist beispielhaft, das Klangvolumen hat er noch steigern k\u00f6nnen. Weiterentwickeln konnte sich auch <strong>Gerd Vogel<\/strong> als Alberich, denn er h\u00e4lt sich an die Gesangslinie. Er erzeugt die D\u00e4monie des Alberich durch gutturales baritonales Timbre und gestaltet keine blo\u00dfe Sprechrolle. <strong>Christoph Stegemann<\/strong> ist ein sch\u00f6ner tiefer Ba\u00df, genau richtig um die Mystik des Drachen Fafner zum Leben zu erwecken. Nicht so positiv ist die Weiterentwicklung der Stimme von <strong>Lisa Livingston.<\/strong> Zwar ist sie als hochdramatischer Sopran eine durchwegs \u00fcberzeugende Br\u00fcnnhilde, jedoch geht es ohne Forcieren nicht mehr, assoziiert mit heftigem Tremolo \u2013 mit ihrem Schlu\u00dfton \u00fcberschreit sie Siegfried. Daf\u00fcr pr\u00e4sentiert <strong>Ines Lex<\/strong> als Stimme eines Waldvogels eine klangverliebte hohe Zwitscherstimme.<\/p>\n<p>F\u00fcr<strong> Karl-Heinz Steffens<\/strong> ist der Ring mehr ist als eine Aneinanderreihung von Leitmotiven. Zwar werden die Motive klar dargelegt, aber es gelingt ihm, die Wagnerschen Klangb\u00f6gen zu einem gro\u00dfen Ganzen zu schwei\u00dfen. So entwickeln die Schmiedelieder und das Waldweben eine interessante Grenzerfahrung zwischen Wagners monumentaler Wucht und symphonischer Dichtung.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Allein die S\u00e4ngerbesetzung und das Orchester lohnt die weite Fahrt nach Halle oder Ludwigshafen. Und nach dem Siegfried kann man konstatieren, da\u00df die Arbeit von Hansg\u00fcnter Heyme \u00fcberzeugt. Hier wird mit einfachen B\u00fchnenmitteln, wenig Ausstattung, durchdachtem Handlungsablauf und bis ins kleinste Detail stimmiger Personenf\u00fchrung gro\u00dfartige Wirkung erreicht. Tosender Applaus f\u00fcr einen gelungenen Opernabend, der die Me\u00dflatte f\u00fcr die <em>Ringe<\/em> im Jubil\u00e4umsjahr 2013 sehr hoch legt.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Gert Kiermeyer<\/p>\n<p>Das Bild: Andreas Schager (Siegfried) k\u00e4mpft gegen den Riesenwurm.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner (1813\u20131883), Musikdrama in drei Aufz\u00fcgen, Erster Tag des B\u00fchnenfestspiels Der Ring des Nibelungen, Libretto vom Komponisten, UA: 16. 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