{"id":3860,"date":"2012-05-07T12:35:51","date_gmt":"2012-05-07T11:35:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3860"},"modified":"2012-05-07T12:35:51","modified_gmt":"2012-05-07T11:35:51","slug":"die-lustigen-weiber-von-windsor-bonn-opernhaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3860","title":{"rendered":"DIE LUSTIGEN WEIBER VON WINDSOR &#8211; Bonn, Opernhaus"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Otto Nicolai (1810-1849), komisch-phantastische Oper in drei Aufz\u00fcgen nach Shakespeares gleichnamigem Lustspiel. Libretto: Hermann Salomon Mosenthal.<\/p>\n<p>UA: 9. M\u00e4rz 1849, K\u00f6nigliches Opernhaus, Berlin<\/p>\n<p>Regie: Tom Ryser, B\u00fchne und Kost\u00fcme: Stefan Rieckhoff<\/p>\n<p>Dirigent: Robin Engelen, Beethoven Orchester und Chor des Theater Bonn, Einstudierung: Ulrich Zippelius, Licht: Sirko Lamprecht<\/p>\n<p>Solisten: Philipp Meierh\u00f6fer (Sir John Fastaff), Giorgos Kanaris (Herr Fluth), Ramaz Chikviladze (Herr Reich), Randall Bills (Fenton), Julia Kamenik (Frau Fluth), Anjara I. Bartz (Frau Reich), Emiliya Ivanova (Anna Reich), Piotr Micinski (Dr. Cajus), Mark Rosenthal (Junker Sp\u00e4rlich)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 6. Mai 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Bonn-Lustigen-Weiber.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3861\" title=\"Bonn-Lustigen-Weiber\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Bonn-Lustigen-Weiber.gif\" alt=\"\" width=\"235\" height=\"350\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Bonn-Lustigen-Weiber.gif 235w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Bonn-Lustigen-Weiber-201x300.gif 201w\" sizes=\"auto, (max-width: 235px) 100vw, 235px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die verheirateten Damen Fluth und Reich bemerken, da\u00df sie Liebesbriefe gleichen Inhalts von dem verarmten Landadeligen Sir John Fastaff erhalten haben. Sie m\u00f6chten ihm eine Lektion erteilen, gleichzeitig jedoch auch dem eifers\u00fcchtigen Ehemann von Frau Fluth. Beim ersten Treffen mit Frau Fluth landet der dicke Ritter in der Themse. Die Tochter der Reichs, Anna, hat drei Verehrer, Dr. Cajus, der Favorit der Mutter, Junker Sp\u00e4rlich, der Favorit des Vaters und der mittellose Fenton, den Anna liebt. Endlich weihen die Frauen Fluth und Reich ihre M\u00e4nner in ihren Plan ein, Falstaff eine Abreibung zu erteilen ein. Geplant ist ein Treffen im Wald, bei dem alle verkleidet sein sollen. Inmitten des Get\u00fcmmels soll au\u00dferdem Anna mit dem jeweiligen Favorit ihrer Eltern verkuppelt werden und trifft am Ende doch auf den von ihr begehrten Galan.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Das B\u00fchnenbild ist die Fortsetzung der br\u00e4unlichen h\u00f6lzernen Wandfassade des Zuschauerraums in der Oper Bonn. Die Geschichte mit Shakespeares Figuren spielt nun nicht mehr im Windsor des 17. Jahrhunderts, sondern in den 1960er Jahren, was auch die in br\u00e4unlichen T\u00f6nen gehaltenen Kleider und Damenfrisurmode ziemlich treffend wiedergeben. Einzig Falstaff tr\u00e4gt einen bunten, geckenhaften Anzug. Die im Libretto aufgef\u00fchrte Gaststube im &#8222;Gasthaus zum Hosenbande&#8220; ist gestrichen, Falstaff singt seine ber\u00fchmtes Trinklied <em>Als B\u00fcblein klein an der Mutterbrust<\/em> \u2013 nicht wenig komisch \u2013 auf dem Dach einer englischen Telefonzelle sitzend. Als Zeremonienmeister hat die Regie drei als Elfen verkleidete, weitgehend stumme Figuren eingef\u00fchrt, die mit kleinen Sp\u00e4\u00dfen und Aktionen die Handlung kommentieren, wie man es von Shakespeare-Inszenierungen kennt. Gelungen umgesetzt waren die Suchaktionen des Herrn Fluth, in dessen Verlauf jedes Mal die ganzen Fassadenw\u00e4nde in Einzelteilen abgebaut wurden. Im kahlen Ger\u00fcst kam der dort postierte Chor als geifernde Menge gut zur Geltung.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Besonders die S\u00e4nger trugen zum musikalischen Gelingen der Auff\u00fchrung bei. Allen voran der ebenso komisch agierende, wie in den Tiefen und mittleren Lagen seines profunden Basses \u00fcberzeugende <strong>Philipp Meierh\u00f6fer<\/strong> als Falstaff. <strong>Giorgos Kanaris<\/strong> verlieh Herrn Fluth mit seinem sehr edel t\u00f6nenden Bariton Ausdruck und Charakter. <strong>Ramaz Chikviladze<\/strong> war ein stimmlich gut pr\u00e4parierter Herr Reich, zudem eine imposante Erscheinung. <strong>Randall Bills<\/strong> (Fenton) war mit seiner lyrischen Stimme eine ideale Besetzung f\u00fcr den jugendlichen Liebhaber, wenn die Rolle auch nur klein war. Die beiden gro\u00dfen Partien der Frauen Fluth und Reich f\u00fcllte zum einen <strong>Julia Kamenik<\/strong> (Frau Fluth) mit ihrem beweglichen Sopran \u00fcberzeugend aus; <strong>Anjara I. Bartz<\/strong> sang die Partie der Frau Reich souver\u00e4n. Der lichte und soubrettenhaft gef\u00fchrte Sopran von <strong>Emiliya Ivanova<\/strong> kam in der kleinen Partie der Anna gut zur Geltung. <strong>Piotr Micinski<\/strong> erfreute in seinen kleinen Auftritten als Dr. Cajus mit seinem \u00fcbertriebenen franz\u00f6sischen Akzent. Das Orchester und der Chor kamen mit der romantischen Partitur gut zurecht, allerdings h\u00e4tten manche \u00dcberg\u00e4nge in den Szenenabl\u00e4ufen etwas flotter sein m\u00fcssen, vor allem um in den ersten Szenen die Situationskomik besser zu vermitteln.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die anf\u00e4ngliche \u00dcberraschung \u00fcber die in tristen Farben gehaltenen Kost\u00fcme und die braune Kulisse f\u00fcr eine komische Oper, dazu die etwas angestrengt in Fahrt kommende Handlung, l\u00f6ste sich jedoch im Verlauf mehr und mehr auf. Sicher h\u00e4tte die eine oder andere Musiknummer, wie etwa der Schlu\u00dfchor, etwas mehr Bewegungsregie vertragen k\u00f6nnen. Gesanglich und musikalisch wurde die Oper im gro\u00dfen und ganzen solide getragen, manches Mal fehlte jedoch das f\u00fcr eine komische Oper notwendige Tempo in den Anschl\u00fcssen. Als Darsteller agierten alle S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger sehr ambitioniert. Nicht verschwiegen werden sollte, da\u00df manches in den Dialogen wegen der schlechten Aussprache leider unterverst\u00e4ndlich blieb.<\/p>\n<p>Felicitas Zink<\/p>\n<p>Bild: Thilo Beu<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Julia Kamenik (Frau Fluth), Philipp Meierh\u00f6fer (Sir John Fastaff)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Otto Nicolai (1810-1849), komisch-phantastische Oper in drei Aufz\u00fcgen nach Shakespeares gleichnamigem Lustspiel. Libretto: Hermann Salomon Mosenthal. UA: 9. 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