{"id":3841,"date":"2012-04-30T09:42:54","date_gmt":"2012-04-30T08:42:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3841"},"modified":"2012-05-07T08:00:24","modified_gmt":"2012-05-07T07:00:24","slug":"der-wildschutz-greifswald-theater-vorpommern","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3841","title":{"rendered":"DER WILDSCH\u00dcTZ &#8211; Greifswald, Theater Vorpommern"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Albert Lortzing (1801-1851), komische Oper in drei Akten, Libretto: Albert Lortzing nach dem Lustspiel Der Rehbock oder Die schuldlosen Schuldbewussten von August von Kotzebue, UA: 31. Dezember 1842 Leipzig, Stadttheater<\/p>\n<p>Regie: Gunther Emmerlich, B\u00fchne: Ute Krajewski, Gunther Emmerlich, Hugo Wieg, Kost\u00fcme: Ute Krajewski, Dramaturgie: L\u00fcr Jaenike<\/p>\n<p>Dirigent: Egbert Funk, Philharmonisches Orchester Vorpommern, Opernchor und Kinder- und Jugendchor des Theaters Vorpommern, Choreinstudierung: Anna T\u00f6ller<\/p>\n<p>Solisten: Chul-Ho Jang (Graf von Eberbach), Christina Winkel (Die Gr\u00e4fin, seine Gemahlin), Bragi Bergth\u00f3rsson (Baron Kronthal), Susanne Niebling (Baronin Freimann), Katja B\u00f6hme (Nanette), Bernhard Leube (Baculus), Franziska Kr\u00f6tenheerdt (Gretchen), Gunther Emmerlich (Pankratius)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 28. April 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Greifswald-Wildsch\u00fctz.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3842\" title=\"Greifswald-Wildsch\u00fctz\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Greifswald-Wildsch\u00fctz.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"234\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Greifswald-Wildsch\u00fctz.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Greifswald-Wildsch\u00fctz-300x200.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der alternde Schulmeister Baculus hat versucht, im gr\u00e4flichen Park einen Rehbock zu schie\u00dfen, um ihn bei seiner Hochzeit mit dem jungen Gretchen den G\u00e4sten servieren zu k\u00f6nnen. Der Graf straft Baculus mit Enthebung aus seinem Amt. Um den Grafen umzustimmen, will Gretchen an den Hof gehen \u2013 der Graf hat eine Schw\u00e4che f\u00fcr h\u00fcbsche M\u00e4dchen. Baculus verbietet es ihr. In diesem Moment trifft Baronin Freimann, die Schwester des Grafen, im Dorf ein. Als Student verkleidet \u00fcberredet sie Baculus, da\u00df sie sich in Frauenkleidern als seine Braut ausgeben k\u00f6nnte. Im Schlo\u00df trifft sie auf den Grafen und den Baron Kronthal, Bruder der Gr\u00e4fin, der sich als Stallmeister verkleidet hat. Sowohl der Graf als auch der Baron verlieben sich in die \u201eUnschuld vom Lande\u201c, was zu Verstrickungen f\u00fchrt. Als Baculus schlie\u00dflich versucht, die Gesellschaft \u00fcber die wahre Identit\u00e4t seiner angeblichen Braut aufzukl\u00e4ren, die er f\u00fcr einen Studenten h\u00e4lt, l\u00f6sen sich alle Verwirrungen auf. Baculus wird mit seinem Gretchen wiedervereint und der Baron h\u00e4lt um die Hand der Baronin an. Es zeigt sich, da\u00df der vermeintliche Bock, den Baculus geschossen hat, in Wahrheit sein eigener Esel war.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Auff\u00fchrung ist entscheidend von der Zusammenarbeit zwischen Gunther Emmerlich, Hugo Wieg und Ute Krajewski gepr\u00e4gt, die als einzige Mitwirkende nicht fest am Theater Vorpommern engagiert sind. Besonders Gunther Emmerlich setzt in seiner Dreifachfunktion der Inszenierung seinen Stempel auf. Die B\u00fchne zeigt relativ naturalistische, leicht stilisierte Bilder. Die Kost\u00fcme sind historisch im Stil des 19. Jahrhunderts gehalten. In den Text sind Anspielungen auf aktuelle und regional- und weltpolitische Geschehnisse eingearbeitet. Damit entspricht die Auff\u00fchrung genau den Vorgaben Lortzings.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Den distanzierten Blick auf das Geschehen, der diese komische Oper von den meisten Operetten abhebt, erm\u00f6glicht in erster Linie <strong>Gunther Emmerlich<\/strong> (Pankratius), der sichtbar ins Geschehen eingreift. Da\u00df der Regisseur selbst diese Rolle spielt, ist \u00e4u\u00dferst passend. Sein Auftreten ist souver\u00e4n und gewitzt, die wenigen gesungenen Passagen meistert er mit vollt\u00f6nendem Ba\u00df. Innerhalb der Handlung dominieren die Ensembleszenen, Einzelarien kommen kaum vor. Das kommt den Akteuren sehr gelegen, sind sie doch allesamt feste Ensemblemitglieder des Theaters Vorpommern und damit ein eingespieltes Team. <strong>Bernhard Leube<\/strong> (Baculus) stellt den besserwisserischen alten Schulmeister gl\u00e4nzend dar. Gewisse Einschr\u00e4nkungen sind bei <strong>Chul-Ho Jang <\/strong>(Graf von Eberbach) nur aufgrund seines Akzents zu bemerken, das haupts\u00e4chlich deshalb so auff\u00e4llt, weil bei allen anderen die Textartikulation ausgezeichnet ist. <strong>Franziska Kr\u00f6tenheerdt<\/strong> (Gretchen) und <strong>Susanne Niebling<\/strong> (Baronin Freimann) bieten beide einen angenehm klaren, beweglichen Sopran, wobei erstere leichter und m\u00e4dchenhafter singt, letztere mit etwas mehr Tiefe und Vibrato. Die reifere Stimme von <strong>Christina Winkel <\/strong>(Gr\u00e4fin von Eberbach) pa\u00dft zur Rolle der \u00e4lteren Gr\u00e4fin, doch l\u00e4\u00dft sie leider gegen Ende in Volumen und Tempo merklich nach. Eine wunderbar selbstironische Seite zeigt der lyrische Tenor <strong>Bragi Bergth\u00f3rsson <\/strong>(Baron Kronthal), der den schmachtenden Weltschmerz seiner Figur voll auskostet.<\/p>\n<p>Eine besonders wichtige Stellung hat in dieser Oper der Chor inne, der gro\u00dfe Anteile am Geschehen hat. Wie immer bew\u00e4ltigt das kleine Greifswalder Ensemble diese Aufgabe blendend mit gro\u00dfem schauspielerischen Einsatz und hervorragender Textartikulation. Gleiches gilt f\u00fcr den Kinder- und Jugendchor. Das Orchester mu\u00df erst in Schwung kommen; Intonationsschw\u00e4chen w\u00e4hrend der Ouvert\u00fcre lassen sp\u00e4ter nach und sind im Zusammenspiel mit den S\u00e4ngern nicht mehr zu h\u00f6ren. Die Balance zwischen Solos\u00e4ngern, Ch\u00f6ren und Orchester ist durchweg ausgezeichnet.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Wie wirkungsvoll ein eingespieltes und schauspielerisch talentiertes Ensemble sein kann, hat sich heute gezeigt. Die durchdachte und gut ausgef\u00fchrte Vorstellung rief verdienterma\u00dfen langanhaltenden Applaus beim Greifswalder Publikum hervor. Da\u00df keiner der Solos\u00e4nger mit gr\u00f6\u00dferem Enthusiasmus beklatscht wurde als die anderen, spiegelt die Ausgewogenheit des Ensembles wieder \u2013 und den Umstand, da\u00df die Oper den S\u00e4ngern nur selten die Gelegenheit bietet, stimmlich besonders zu gl\u00e4nzen. Bravorufe und Ovationen gab es allerdings f\u00fcr den Chor, dessen gro\u00dfartiger Einsatz honoriert wurde.<\/p>\n<p>Anna-Juliane Peetz-Ullman<\/p>\n<p>Bild: Vincent Leifer<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Bernhard Leube (Baculus), Opernchor des Theaters Vorpommern<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Albert Lortzing (1801-1851), komische Oper in drei Akten, Libretto: Albert Lortzing nach dem Lustspiel Der Rehbock oder Die schuldlosen Schuldbewussten von August von Kotzebue, UA: 31. 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