{"id":3831,"date":"2012-04-29T19:20:23","date_gmt":"2012-04-29T18:20:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3831"},"modified":"2012-04-30T19:24:36","modified_gmt":"2012-04-30T18:24:36","slug":"die-schweigsame-frau-chemnitz-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3831","title":{"rendered":"DIE SCHWEIGSAME FRAU &#8211; Chemnitz, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Strauss (1864-1949), Komische Oper in 3 Aufz\u00fcgen, Libretto: Stefan Zweig frei nach Ben Jonsons <em>Epicoene or The Silent Woman<\/em>, UA: 24. Juni 1935, Dresden<\/p>\n<p>Regie: Gerd Heinz, B\u00fchne: Rudolf Fischer, Kost\u00fcme: Kersten Paulsen<\/p>\n<p>Dirigent: Frank Beermann, Robert-Schumann-Philharmonie<\/p>\n<p>Solisten: Franz Hawlata (Sir Morosus), Monika Straube (Haush\u00e4lterin), Andreas Kindschuh (Der Barbier), Bernhard Berchtold (Henry Morosus), Julia Bauer (Aminta), Guibee Yang (Isotta), Tiina Penttinen (Carlotta), Matthias Winter (Morbio), Kouta R\u00e4s\u00e4nen (Vanuzzi), Martin G\u00e4bler (Farfallo)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 27. April 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Chemntz-Schweigs-Frau.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3832\" title=\"Chemntz-Schweigs-Frau\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Chemntz-Schweigs-Frau.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"236\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Chemntz-Schweigs-Frau.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Chemntz-Schweigs-Frau-300x202.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Kapit\u00e4n Morosus lebt zusammen mit seiner Haush\u00e4lterin zur\u00fcckgezogen als Pension\u00e4r, seitdem bei einer Explosion sein Geh\u00f6r zu Schaden gekommen ist. Als sein Neffe Henry mit einer Operntruppe zu Besuch kommt und dieser ihm auch noch die Primadonna, seine Frau Aminta, vorstellt, enterbt Morosus seinen Neffen und wirft alle hinaus. Er will schlie\u00dflich nur seine geliebte Ruhe. Der Barbier indes r\u00e4t Henry und der Truppe zu einem lustigen Spiel. Bei diesem wird dem Alten Aminta als f\u00fcr sein Geh\u00f6r angenehm zur\u00fcckhaltende Frau vorgef\u00fchrt. Es kommt zu einer gespielten Eheschlie\u00dfung. Doch schon bald nach der Hochzeit treibt Aminta ihren Pseudo-Gatten mit ihrem lauten Organ fast zum Wahnsinn. Auf dem H\u00f6hepunkt seiner Qualen wird der Alte durch die Aufkl\u00e4rung des Spiels durch Henry und Aminta endlich erl\u00f6st. Erleichtert hei\u00dft er nun die Verbindung seines Neffen mit Aminta gut und setzt beide als Erben ein.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Inszenierung h\u00e4lt sich im B\u00fchnenbildentwurf und mit den Kost\u00fcmen an die zeitlichen Vorgaben des Werkes. So wird die B\u00fchne in allen drei Aufz\u00fcgen von einem zentralen Salon eingenommen, der im Hintergrund von hohen, mit roten Stoffen verhangenen Fenstern abgeschlossen wird. Seitlich f\u00fchren T\u00fcren zu einsehbaren Nebenr\u00e4umen und zu zwei flankierenden Wendeltreppen, die auf eine Galerie f\u00fchren, wobei im oberen rechten Teil der abgetrennte Schlafbereich von Morosus liegt. Die R\u00e4ume sind mit stilgetreuer M\u00f6blierung und mit durchdacht detailreicher Ausstattung eines ehemals zur See fahrenden Milit\u00e4rs des 18. Jh. eingerichtet. Da das B\u00fchnenbild zun\u00e4chst von schwarzen Prospekten verhangen ist, welche erst nach und nach den Blick auf die ganze B\u00fchne zulassen, ergeben sich zudem subjektive Raumerweiterungen.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Der Erfolg der von Richard Strauss als Lustspiel mit nur leicht sentimentalem Hauch konzipierten Oper steht und f\u00e4llt absolut mit den tragenden S\u00e4ulen der Rollen des Morosus und der Aminta. F\u00fcr die Chemnitzer Produktion konnte gl\u00fccklicherweise <strong>Franz Hawlata<\/strong> gewonnen werden, der den Morosus bereits 2010 an der Bayerischen Staatsoper an der Seite von Diana Damrau gab. Schauspielerisch brennt Hawlata ein wahres Prachtfeuerwerk mimischer Ausdrucksweisen ab. Absolut \u00fcberzeugend gibt er sowohl den sich in Position werfenden Hagestolz, den b\u00e4rbei\u00dfigen, vergr\u00e4tzten Alten, als auch den schmierig werbenden, zur Liebe Erbl\u00fchenden. Zu wahrer H\u00f6chstform l\u00e4uft er jedoch als von Aminta entnervt Geschundener und reuig Jammernder auf. Gesanglich begeistert Hawlata mit seinem sublimen Ba\u00df, der ausdrucksstark sowohl in abyssalen Tiefen sch\u00fcrft, als auch stimmgewaltig das Jammertal des leidenden Morosus mit klarem Duktus und druckvollem Leuchten auszukosten wei\u00df. Mit <strong>Julia Bauer<\/strong> wird ein stimmlich und schauspielerisch glanzvoller Gegenpart geboten. Sie kann mit lupenrein und fabelhaft sauber ausgesungenen H\u00f6hen, mit technisch ansprechenden Phrasierungen und mit lieblichem Duft in den lyrischen Passagen begeistern. <strong>Andreas Kindschuh <\/strong>ist mit seinem pr\u00e4chtig satten Bariton der perfekte, heiter-schelmische Barbier, wobei Tenor <strong>Bernhard Berchtold <\/strong>(Henry Morosus) sowohl mit stimmlich dramatischer Tiefensch\u00e4rfe, als auch mit zartem Schmelz aufhorchen l\u00e4\u00dft. Unter den weiteren Mitwirkenden sind besonders die stimmlich zarte <strong>Guibee Yang<\/strong> (Isotta) als auch die erdig volle Mezzosopranistin <strong>Tiina Penttinen<\/strong> (Carlotta) hervorzuheben.<\/p>\n<p>Die <strong>Robert-Schumann-Philharmonie <\/strong>unter <strong>Frank Beermann<\/strong> l\u00e4\u00dft dazu die lichtdurchwirkte, glei\u00dfend schimmernde Partitur in ambitioniertem Spiel leuchtend atmen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Eine nahezu ideal besetzte Inszenierung mit absolut \u00fcberzeugendem B\u00fchnenbild, in das sich die Protagonisten nicht nur integrieren, sondern mit dem sie spielfreudig den heiteren Funken der Oper auf das Publikum zu \u00fcbertragen wissen. Der wunderbare Hawlata als Morosus und Julia Bauer als Aminta kr\u00f6nen als helle Edelsteine das Diadem dieser absolut \u00fcberzeugenden Produktion. Bravo!<\/p>\n<p>Dr. Andreas Gerth<\/p>\n<p>Bild: Dieter Wuschanski<\/p>\n<p>Szenenbild mit dem Ensemble der <em>Schweigsamen Frau<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Strauss (1864-1949), Komische Oper in 3 Aufz\u00fcgen, Libretto: Stefan Zweig frei nach Ben Jonsons Epicoene or The Silent Woman, UA: 24. 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