{"id":383,"date":"2008-09-25T11:48:23","date_gmt":"2008-09-25T09:48:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=383"},"modified":"2008-10-02T09:28:19","modified_gmt":"2008-10-02T07:28:19","slug":"koln-oper-die-zauberflote","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=383","title":{"rendered":"K\u00f6ln, Oper &#8211; DIE ZAUBERFL\u00d6TE"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Wolfgang Amadeus Mozart, Singspiel in zwei Akten, Libretto: Emanuel Schikaneder; UA:30. September 1791 Wien. Regie\/B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Peer Boysen, Dramaturgie: Oliver Binder, Dirigent: Markus Stenz; Chorleitung: Andrew Ollivant; Beleuchtung: Hans Toelstede. Solisten: Benjamin Bruns, Corinna Beilharz und Benito Marcelino (Tamino), Agnete Munk Rasmussen (K\u00f6nigin der Nacht), Kristiane Kaiser (Pamina), Ausrine Stundyte, Regina Richter und Viola Zimmermann (Drei Damen); Stephan Genz (Papageno), Mischa Schelomianski (Sarastro), Johannes Prei\u00dfinger (Monostatos), Csilla Cs\u00f6v\u00e1ri (Papagena), Peter Hofmann, Anton Krings, Herwig Hampl (Drei Knaben)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 20. September 2008 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/koeln-zauberfloete.jpg\" TITLE=\"koeln-zauberfloete.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/koeln-zauberfloete.jpg\" ALT=\"koeln-zauberfloete.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Prinz Tamino wird von drei Damen, die im Dienste der K\u00f6nigin der Nacht stehen, vor einer Schlange gerettet. Als Tamino zu sich kommt und die tote Schlange erblickt, begegnet ihm der Vogelf\u00e4nger Papageno, w\u00e4hrend er V\u00f6gel f\u00fcr die K\u00f6nigin der Nacht f\u00e4ngt. Er behauptet, die Schlange get\u00f6tet zu haben Erz\u00fcrnt \u00fcber seine L\u00fcge erscheinen drei Damen und verriegeln sein lockeres Mundwerk mit einem Schlo\u00df.<br \/>\nTamino reichen sie ein Bild von Pamina, der Tochter der K\u00f6nigin der Nacht. Er verliebt sich sofort in das h\u00fcbsche M\u00e4dchen und gelobt, sie aus der Gefangenschaft des tyrannischen Sarastro zu befreien. Papageno soll Tamino auf seinem Weg begleiten. Beide erhalten Geschenke von den drei Damen, welche sie in Gefahr besch\u00fctzen sollen: ein Glockenspiel f\u00fcr Papageno und eine Zauberfl\u00f6te f\u00fcr Tamino. Im Palast Sarastros trifft Papageno auf Pamina und erz\u00e4hlt ihr von Taminos Vorhaben und seiner Liebe. Der Fluchtversuch aus den H\u00e4nden des b\u00f6sen Monostatos und seinem Gefolge schl\u00e4gt fehl und auch Tamino wird gefangen genommen. Sarastro befindet, da\u00df Tamino und Pamina f\u00fcreinander bestimmt seien und in den Kreis seines Weisheitstempels aufgenommen werden sollen. Er ordnet an, da\u00df Papageno und Tamino sich Pr\u00fcfungen zur L\u00e4uterung unterziehen sollen. Tamino und Papageno bestehen die Pr\u00fcfungen und auch Papageno bekommt endlich sein lang ersehntes Weibchen.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nWenn sich der Vorhang nach der Ouvert\u00fcre \u00f6ffnet,  ist beinahe das ganze Personal auf der B\u00fchne schon versammelt. Am rechten B\u00fchnenrand steht als Sprecherin <strong>Corinna Beilharz<\/strong> im schwarzen Anzug, am linken B\u00fchnenrand der S\u00e4nger <strong>Benjamin Bruns<\/strong>, ebenfalls im schwarzen Anzug. In seiner N\u00e4he  steht der T\u00e4nzer<strong> Benito Marcelino<\/strong> im Kost\u00fcm eines Prinzen, in der Mitte laufen schon <strong>Kristiane Kaiser<\/strong> (Pamina), und <strong>Mischa Schelomianski<\/strong>, Sarastro, herum. Kristiane Kaiser  windet sich auf der B\u00fchne wie eine Schlange. Der Zuschauer ist ratlos, er kann die Personen erst nach und nach \u00fcberhaupt zuordnen. Er begreift: Prinz Tamino ist nicht nur einmal auf der B\u00fchne zugegen, sondern gleich dreimal. Als T\u00e4nzer Benito Marcelino, der nicht eigentlich tanzt, eher pantomimisch agiert, als Sprecherin, die computer\u00e4hnlich einzelne S\u00e4tze des Librettos vortr\u00e4gt und zu guter  Letzt als   S\u00e4nger Benjamin Bruns im schwarzen Anzug. Die K\u00f6nigin der Nacht und ihre drei Damen treten im sp\u00e4teren Verlauf des St\u00fcckes in wei\u00dfen Kost\u00fcmen mit weit ausladenden R\u00f6cken geh\u00fcllt auf, Sarastro und sein Gefolge in ebensolchen Kost\u00fcmen, in schwarz. Papageno und Papagena sind in graue Fr\u00e4cke gekleidet und als Vogelf\u00e4nger nur durch eine Feder an ihrem Hut kenntlich gemacht. Monostatos hingegen ist am schwersten auf der B\u00fchne auszumachen, er tr\u00e4gt einen wei\u00dfen Anzug und humpelt mit einem Kr\u00fcckstock \u00fcber die B\u00fchne. Der schwarze kleine Fleck auf seiner linken Wange steht vielleicht symbolisch f\u00fcr seine dunkle Hautfarbe?<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nAuch wenn die Inszenierung am Ende des Opernabends mit Buh-Rufen bedacht wurde, so wurden doch um so mehr die musikalischen Leistungen an diesem Abend gew\u00fcrdigt. Insbesondere <strong>Kristiane Kaiser<\/strong> als Pamina und <strong>Benjamin Bruns<\/strong> als Tamino \u00fcberzeugten mit ihrem inbr\u00fcnstigen und gef\u00fchlvollen Gesang. Auch die K\u00f6nigin der Nacht, <strong>Agnete Munk Rasmussen<\/strong>, meisterte ihre Arien mit Spitzent\u00f6nen bravour\u00f6s. Sarastros Ba\u00df klang imposant, verlor aber in den tieferen Passagen an Klangintensit\u00e4t. Papagenos Rolle brachte in die ansonsten sehr schwerf\u00e4llige Inszenierung etwas Spritzigkeit, gleichwohl die meisten kom\u00f6diantischen Einlagen aufgrund der starken Ver\u00e4nderungen Boysens verloren gegangen sind.<br \/>\n<strong>Das G\u00fcrzenich Orchester <\/strong>unter der Leitung von Markus Stenz, begleitet vortrefflich und versteht sich im Hintergrund zu bleiben und nur bei Solopassagen etwas kr\u00e4ftiger hervorzutreten.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\n<strong>Peer Boysen <\/strong>versucht mit seiner Inszenierung zu viel Innovatives und Eigenwilliges zu bringen, so da\u00df dabei der Gesamtverlauf der Handlung sehr schwer verst\u00e4ndlich wird. Gro\u00dfe Teile des Librettos werden weggelassen und lassen keine Zusammenh\u00e4nge mehr zwischen den einzelnen Handlungsstr\u00e4ngen erkennen. Die Inszenierung ist offensichtlich gegen Mozarts und Schikaneders Intention, die Zauberfl\u00f6te als Ausdruck politischer Dimensionen im Geiste der Aufkl\u00e4rung, ausgerichtet. Nicht nur die Farbsymbolik und die Zuordnung von Gut und B\u00f6se wird komplett umgekrempelt, auch die Charaktere werden stark verfremdet und verlieren durch die Einheitskost\u00fcme (Sarastro und K\u00f6nigin der Nacht mit Gefolge) an Individualit\u00e4t.<br \/>\nDas Publikum ist geteilter Meinung. Auch wenn die Buh-Rufe \u00fcberwiegen als der Regisseur die B\u00fchne betritt, sind doch einige wenige Bravorufe zu vernehmen. Das Trio um Prinz Tamino verwirrt den Zuschauer und die Frage nach dem Sinn der Verdreifachung bleibt wohl den meisten Zuschauern ein R\u00e4tsel. Die Zauberfl\u00f6te wird gerne als Einstiegsoper f\u00fcr Kinder genutzt. Diese Inszenierung ist f\u00fcr einen Besuch mit Kindern allerdings nicht zum empfehlen. Auf diesen Opernbesuch sollte man gut vorbereitet sein und sich nicht verwirren lassen, wenn das eine oder andere unlogisch erscheint. Ein Besucher der Oper zwei Pl\u00e4tze neben mir versucht das Ganze dennoch kompromi\u00dfbereit zusammenzufassen: Warum nicht auch mal so?!<\/p>\n<p>Katharina Rupprich<br \/>\nBild: Klaus Lefebvre<br \/>\nDas Bild zeigt: Benito Marcelino (Prinz Tamino) (links) und Benjamin Bruns (ebenfalls Prinz Tamino)  sowie Kristiane Kaiser (Pamina)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Wolfgang Amadeus Mozart, Singspiel in zwei Akten, Libretto: Emanuel Schikaneder; UA:30. September 1791 Wien. Regie\/B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Peer Boysen, Dramaturgie: Oliver Binder, Dirigent: Markus Stenz; Chorleitung: Andrew Ollivant; Beleuchtung: Hans Toelstede. 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