{"id":3812,"date":"2012-04-17T20:12:33","date_gmt":"2012-04-17T19:12:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3812"},"modified":"2012-04-30T17:46:46","modified_gmt":"2012-04-30T16:46:46","slug":"la-didone-paris-theatre-des-champs-elysees","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3812","title":{"rendered":"LA DIDONE &#8211; Paris, Th\u00e9\u00e2tre des Champs-\u00c9lys\u00e9es"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Pier Francesco Cavalli (1602-1676), Opera rappresentata in musica in drei Akten mit Prolog, Libretto: Francesco Busenello nach Virgil, UA: Karneval 1640\/41 Venedig, Teatro di San Cassiano<\/p>\n<p>Regie Cl\u00e9ment-Hervieu L\u00e9ger, B\u00fchne: Eric Ruf, Kost\u00fcme: Caroline de Vivaise, Dramaturgie: Pierre Judet de la Combe, Licht: Bertrand Couderc<\/p>\n<p>Dirigent: William Christie, <em>Les Arts Florissants<\/em><\/p>\n<p>Solisten:\u00a0 Anna Bonitatibus (Didone),<strong> <\/strong>Kre\u0161imir \u0160picer (Enea), Xavier Sabata (Iarba),<strong> <\/strong>Maria Streijffert (Ecuba), Katherine Watson (Cassandra, Damigella 1, Dama III), Tehila Nini Goldstein (Creusa, Guinone, Damigella II, Dama II), Mariana Rewerski (Fortuna, Anna, Dama I), Claire Debono (Venere, Iride, Damigella III), Terry Wey (Ascanio, Armore, Cacciatore),<strong> <\/strong>Nicolas Rivenq (Anchise, Un Vecchio),\u00a0 Valerio Contaldo (Corebo, Eolo, Cacciatore),<strong> <\/strong>Mathias Vidal, (Ilioneo, Mercurio), Joseph Cornwell (Acate, Sicheo, Pirro), Francisco Javier<strong> <\/strong>Borda<strong> (<\/strong>Sinone Greco, Giove, Nettuno, Cacciatore)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 16. April 2012<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Paris-Dido-und-Aeneas.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3813\" title=\"Paris-Dido-und-Aeneas\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Paris-Dido-und-Aeneas.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Paris-Dido-und-Aeneas.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Paris-Dido-und-Aeneas-300x192.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt <\/strong><\/p>\n<p>Venus verspricht dem Helden \u00c4neas, sich bei der Schicksalsg\u00f6ttin f\u00fcr ihn einzusetzen und \u00fcberzeugt ihn, das brennende Troja zu verlassen. Iarba, der K\u00f6nig der Gaetuler, wirbt erfolglos um die immer noch trauernde Witwe Dido. Juno ist w\u00fctend, da\u00df Aeneas entkommen ist, und beauftragt den Windgott Eolo seine Flotte zu zerst\u00f6ren, doch Neptun besch\u00fctzt die Trojaner. Venus entsendet den Liebesgott Amor zu Didone, um sie in Liebe zu \u00c4neas entflammen zu lassen. Auch \u00c4neas, verliebt sich in Didone, als er sie in Carthago kennenlernt. Didone versucht zu widerstehen, aber erliegt ihrer Leidenschaft. Iarba verliert dar\u00fcber den Verstand. Jupiter, \u00fcber das lange Verweilen des Helden bei Didone ver\u00e4rgert, schickt ihm Merkur, um ihn an seine Mission in Italien zu erinnern. \u00c4neas will heimlich absegeln, aber Didone \u00fcberh\u00e4uft ihn mit Vorw\u00fcrfen und f\u00e4llt vor Verzeiflung in Ohnmacht. \u00c4neas segelt ab. Merkur l\u00e4\u00dft Iarba wieder zu Verstand kommen. Iarba und Didone retten sich gegenseitig vor dem Selbstmord. Und Didone willigt ein, Iarbas zu heiraten.<\/p>\n<p>Auff\u00fchrung<\/p>\n<p>Traditionelle B\u00fchnenbilder. Im d\u00fcsteren ersten Akt eine antike Fassade in Tr\u00fcmmern im eroberten Troja, davor ein Haufen leerer Paletten und ein toter Hirsch. Im zweiten und dritten Akt eine holzget\u00e4felte Innenwand, daran gelehnt ein Bauger\u00fcst, auf dem die G\u00f6tter ihre Auf- und Abtritte machen. Sonst taucht, ab der Jagdszene, wieder der tote Hirsch auf, dessen Symbolik unklar ist. Die Kost\u00fcme sind einfach: Hemd und Hose mit langen weitem Umhang f\u00fcr die M\u00e4nner, lange Kleider mit langem weitem Umhang\u00a0 f\u00fcr die Frauen, alle meist dunkel oder schwarz, nur Iabas, Didone, die drei Hofdamen und die G\u00f6ttinnen haben einfarbige, bunte Kleider. Venus erscheint mit einem Handk\u00f6fferchen.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Ob dramatisch verzweifelt oder sanft verliebt, <strong>Anna Bonitatibus <\/strong>singt und spielt mit vollem, reinen Mezzo und einem besonders reizvollen, unverwechselbaren <em>vibrato<\/em> mit gro\u00dfer Feinf\u00fchligkeit<em> <\/em>die leidend liebende Didone, wie in der prophetischen Traumerz\u00e4hlung <em> St\u00e0 mane, mentre l\u2019alba <\/em>(2. Akt, 3. Szene), oder in der Schm\u00e4hungszene, in der Verzweiflung, Wut und dem\u00fctige Liebe sich abwechseln, <em>Perfido, disleale, cos\u00ec la fuga tenti <\/em>(3. Akt, 7. Szene). Wenn sie leidet, leidet man mit ihr, und wenn sie gl\u00fccklich ist, wagt man in dieser d\u00fcsteren Atmosph\u00e4re an ihr Gl\u00fcck nicht zu glauben. <strong>Kre\u0161imir \u0160picer<\/strong>, mit kr\u00e4ftiger, etwas rauer Tenorstimme, ist sogar als der kriegerische Held Aeneas (Enea) zu einer zartf\u00fchlenden Regung f\u00e4hig, wie in der Wiegenliedarie <em>Dormi, cara Didone <\/em>(3 .Akt, 6. Szene).<strong> <\/strong><strong>Xavier Sabata<\/strong> ist mit gef\u00e4lligem Contra-Tenor der ungl\u00fcckliche Iarba, der uns allerdings ausgerechnet in seiner grotesk-erotischen Wahnsinnsszene unter Mithilfe der drei lebenslustigen Hofdamen die einzige komische Szene dieser tragischen Geschichte liefert, welche den possenhaften Ton sp\u00e4terer Werke Cavallis, u.a. der <em>La Calisto<\/em> schon vorwegnimmt (vgl. dazu OPERAPOINT 10\/3, Th\u00e9\u00e2tre des Champs-\u00c9lys\u00e9es). Von den anderen Mitwirkenden sei noch die klare, kontrollierte Stimmf\u00fchrung des Contratenors und ehemalischen Wiener S\u00e4ngerknabens <strong>Terry Wey<\/strong> erw\u00e4hnt, sowie das unheimliche, aber sehr bewegende <em>lamento<\/em> <strong>Tehina Nini Goldsteins<\/strong> <em>Enea, diletto Enea<\/em> als Geist der toten Creusas. Mit den \u00fcbrigen S\u00e4ngern und S\u00e4ngerinnen bilden sie ein stimmlich wie schauspielerisch hervorragend auf einander eingespieltes Ensemble.<\/p>\n<p>William Christie leitet mit diskreter Meisterschaft diese Solisten und das absichtlich klein gehaltene Instrumentalensemble bestehend aus vier Streichern und einer Blockfl\u00f6te mit als <em>basso continuo:<\/em> Violoncello, Gambe, Lirone, Dulzian, Harfe, Theorbe, Laute, Gitarre und Cembalo).<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Dieses dritte B\u00fchnenwerk Cavallis ist noch keine Oper im heutigen Sinne. Die Oper als Kunstgattung wurde gerade erst \u201eerfunden\u201c und ist als <em>recitar cantando<\/em> eines dichterischen Textes mit seinen zahlreichen <em>affetti <\/em>(Gem\u00fctsbewegungen) ein Schauspiel, in dem ganz entschieden das Wort noch vor der Musik die erste Rolle spielt, deren Begleitinstrumente uns kaum noch bekannt sind, und in dem Rezitativ und <em>arioso<\/em> noch kaum unterscheidbar sind. Es ist dem Th\u00e9\u00e2tre des Champs Elys\u00e9es und der fruchtbaren Zusammenarbeit von <strong>William Christie<\/strong> und <strong>Cl\u00e9ment Hervieu-L\u00e9ger<\/strong> sowie allen Ausf\u00fchrenden zu verdanken, da\u00df dieses drei Stunden w\u00e4hrende \u201egesungene Gedicht\u201c zu einem einmaligen musikalischen und szenischen Vergn\u00fcgen wird.<\/p>\n<p>Alexander Jordis-Lohausen<\/p>\n<p>Bild: Vincent Pontet\/Wikispectacle<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Anna Bonitatibus (Didone), Kre\u0161imir \u0160pice<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Pier Francesco Cavalli (1602-1676), Opera rappresentata in musica in drei Akten mit Prolog, Libretto: Francesco Busenello nach Virgil, UA: Karneval 1640\/41 Venedig, Teatro di San Cassiano Regie Cl\u00e9ment-Hervieu L\u00e9ger, B\u00fchne: Eric Ruf, Kost\u00fcme: Caroline de Vivaise, Dramaturgie: Pierre Judet<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3812\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,128],"tags":[],"class_list":["post-3812","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-paris-theatre-des-champs-elysees"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3812","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3812"}],"version-history":[{"count":5,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3812\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3828,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3812\/revisions\/3828"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3812"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3812"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3812"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}