{"id":381,"date":"2008-09-23T22:21:32","date_gmt":"2008-09-23T20:21:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=381"},"modified":"2008-09-23T22:21:32","modified_gmt":"2008-09-23T20:21:32","slug":"aachen-stadttheater-die-dreigroschenoper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=381","title":{"rendered":"Aachen Stadttheater &#8211; DIE DREIGROSCHENOPER"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Kurt Weill, Text: Bertolt Brecht,  Ein St\u00fcck mit Musik in einem Vorspiel und acht Bildern; UA: 31. August 1928<br \/>\nRegie: Deborah Epstein, B\u00fchne: Florian Barth<br \/>\nDirigent: Heribert Leuchter, Das Dreigroschenorchester<br \/>\nSolisten: Torsten Borm (Macheath, genannt Mackie Messer), Heinz Kloss (Jonathan Jeremiah Peachum), Elisabeth Ebeling (Celia Peachum), Elke Borkenstein (Polly Peachum), Karsten Meyer (Polizeichef Brown), Julia Brettschneider (Lucy), Bettina Scheuritzel (Die Spelunken-Jenny) u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 20. September 2008 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"aachen-die-dreigroschenoper.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/aachen-die-dreigroschenoper.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"aachen-die-dreigroschenoper.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/aachen-die-dreigroschenoper.jpg\" \/><\/a>Der Londoner Stadtteil Soho ist eine Brutst\u00e4tte der Gauner und Ganoven. Jonathan Peachum ist Kopf der Londoner Bettler. Aber er hat Sorgen: seine Tochter Polly hat hinter seinem R\u00fccken den Verbrecher Mackie Messer geheiratet. Zusammen mit seiner Frau beschlie\u00dft er, Mackie an die Polizei auszuliefern. Daraufhin flieht Mackie in ein Hurenhaus. Die Hure Jenny, eine ehemalige Geliebte von Mackie, verr\u00e4t ihn und Mackie wird verhaftet. Im Gef\u00e4ngnis besucht ihn Lucy, die Tochter des Polizeichefs und ebenfalls ehemalige Geliebte von Mackie. Mit ihrer Hilfe kann Mackie fliehen. Doch am Kr\u00f6nungstag der K\u00f6nigin wird Mackie erneut verhaftet und zum Tode verurteilt. Da erscheint Polizeichef Brown und verk\u00fcndet, da\u00df Mackie begnadigt und auch noch in den Adel erhoben werden soll.<br \/>\n<strong>Vorbemerkung<\/strong><br \/>\nBertold Brecht schrieb dieses St\u00fcck nach der Vorlage The Beggar\u2019s Opera (Oper f\u00fcr Bettler) von Johann Christoph Pepusch (Musik) und John Gay (Text) aus dem Jahre 1728. Damals war sie eine Parodie auf die H\u00e4ndel Opern.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie B\u00fchne wurde durch ein Rondell in B\u00fchnenmitte zu einer drehbaren Konstruktion mit zwei Geschossen umfunktioniert. Zu Beginn stellte der untere Teil eine Absteige dar, in der Regale mit Per\u00fccken und Verkleidungen standen. Im oberen Gescho\u00df wurde das Schlafzimmer der Peachums und ihrer Tochter Polly in Rot- und Blaut\u00f6nen gezeigt. Zum Szenenwechsel \u00e4nderte sich die B\u00fchnenlandschaft in ein Bordell in Rotlichtt\u00f6nen. Sp\u00e4ter verwandelte sich die Wohnung in eine wei\u00dfe Gef\u00e4ngniszelle. Die Schaupl\u00e4tze wirkten sehr authentisch und versetzten den Zuschauer in die zwielichtige Atmosph\u00e4re der Londoner Unterwelt. Auch die Kost\u00fcme pa\u00dften in dieses Bild: bei den Damen waren es teils sehr bunte und schrille Kost\u00fcme, bei den Herren abgenutzte Anz\u00fcge.<br \/>\n<strong>Ausf\u00fchrende<\/strong><br \/>\nWer Die Dreigroschenoper besucht, sollte wissen, da\u00df ihn dort keine Belcanto- Gesangspartien erwarten. Dementsprechend bestand das Ensemble auch nicht aus ausgebildeten Operns\u00e4ngern, sondern aus Schauspielern.<br \/>\nGesanglich besonders \u00fcberzeugend war <strong>Elke Borkenstein<\/strong> (Polly Peachum), die ihrer Rolle durch einen nasalen, leicht knatschigen Stimmeinsatz Ausdruck verlieh. Ihre m\u00e4dchenhaft naive Masche konnte sie dadurch gut unter Beweis stellen. Auch schauspielerisch war sie die richtige Besetzung, da sie die aufgedrehte Polly mit sehr viel Witz spielte. Ebenso gelungen war die Darstellung von<strong> Torsten Borm<\/strong> (Macheath). Das \u00fcberhebliche Verhalten des Gangsterbosses brachte er durch sein dominantes Auftreten von Anfang an auf den Punkt. Seine Stimme war passend dazu: schroff und rauh. Erw\u00e4hnenswert ist auch die Leistung von <strong>Elisabeth Ebeling<\/strong> (Celia Peachum), deren dunkle und rauchige Stimme sehr hervorstechend war und gut in das Milieu der verruchten Vorstadt pa\u00dfte. Die Rolle ihres Mannes \u00fcbernahm <strong>Heinz Kloss <\/strong>(Jonathan Jeremiah Peachum) und gab als Bettlermafioso einen hinterlistigen und gewieften Gesch\u00e4ftsmann ab. Auch er schaffte es durch eine Mischung aus Gesang und Sprechgesang den Charakter seiner Rolle zu unterstreichen. Die Inszenierung war eine Widerspiegelung der Verh\u00e4ltnisse armer Leute in London. Dabei wurden sowohl komische Aspekte, als auch gesellschaftskritische hervorgehoben: auf der einen Seite wurden z.B. Tanzeinlagen zur Belustigung gezeigt, auf der anderen Seite durch bekannte Lebensweisheiten, wie etwa erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral ernstere T\u00f6ne angeschlagen. Die Musik trug dabei immer zu der jeweiligen Stimmung bei. Das Orchester, das in der Dreigroschenoper ja kein klassisches ist, sondern durch den Einsatz von Saxophonen und Schlagzeug fast schon Jazz-Charakter hat, ist zu loben. Ganz ohne Dirigat spielte es die bekannten Melodien, wie die Moritat von Mackie Messer und der Haifisch, der hat Z\u00e4hne leicht und pr\u00e4zise. Besonders der Klavierspieler \u2013 bei einzelnen Gesangspartien das einzige Begleitinstrument \u2013 zeigte gro\u00dfe Virtuosit\u00e4t und ordnete sich den S\u00e4ngern sehr gut unter.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEine gelungene Inszenierung, die dank einem Aufgebot gro\u00dfartiger Schauspieler und einem erstklassigen Orchesterensemble vom Publikum mit heftigem Applaus gefeiert wurde.<br \/>\nMelanie Joannidis<br \/>\nBild: Will van Iersel<br \/>\nDas Bild zeigt: Heinz Kloss (Jeremiah Peachum) und Elisabeth Ebeling (Celia Peachum) in ihrer Firma Bettlers Freund<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Kurt Weill, Text: Bertolt Brecht, Ein St\u00fcck mit Musik in einem Vorspiel und acht Bildern; UA: 31. 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