{"id":3804,"date":"2012-04-02T20:18:36","date_gmt":"2012-04-02T19:18:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3804"},"modified":"2014-02-08T18:31:45","modified_gmt":"2014-02-08T17:31:45","slug":"le-toreador-ou-l%e2%80%99accord-parfait-%e2%80%93-der-torero-oder-die-perfekte-abmachung-luzern-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3804","title":{"rendered":"LE TOREADOR OU L\u2019ACCORD PARFAIT \u2013 DER TORERO ODER DIE PERFEKTE ABMACHUNG &#8211; Luzern, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Adolphe Adam (1803-1856), Op\u00e9ra comique &#8211; komische Oper in zwei Akten in deutscher und franz\u00f6sischer Sprache mit deutschen \u00dcbertiteln. Libretto: Thomas Marie Fran\u00e7ois Sauvage<\/p>\n<p>UA: 1849 in Paris, Op\u00e9ra-Comique<\/p>\n<p>Regie: Johannes P\u00f6lzgutter, B\u00fchne: Werner Hutterli, Kost\u00fcme: Axel E. Schneider, Dramaturgie: Dr. Christian Kipper, Licht: David Hedinger<\/p>\n<p>Dirigent: Florian Pestell, Luzerner Sinfonieorchester<\/p>\n<p>Solisten: Flurin Caduff (Don Belflor), Sumi Kittelberger (Coraline), Utku Kuzuluk (Tracolin)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 31. M\u00e4rz 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Luzern-Le-toreador.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3805\" title=\"Luzern-Le-toreador\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Luzern-Le-toreador.gif\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Luzern-Le-toreador.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Luzern-Le-toreador-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die vom Onkel arrangierte Ehe der Operns\u00e4ngerin Coraline und des wohlhabenden Toreros Don Belflor scheint nicht wirklich zu gelingen. Die S\u00e4ngerin bekommt immer mehr Sehnsucht nach ihrem fr\u00fcheren Bewerber, dem Fl\u00f6tenspieler Tracolin. Sie l\u00e4dt ihn ein, nachdem dessen Liebesbrief unerwartet eintrifft. Kaum in das Haus hinein gekommen, flirtet Tracolin mit Coraline und verspricht dem sich wundernden Ehemann eine Liebschaft mit der Opernhaus-T\u00e4nzerin Carit\u00e9a. W\u00e4hrend Don Belflor sich um seine neue Liebe bem\u00fcht, vergn\u00fcgt sich die Ehefrau mit ihrem Geliebten zu Hause. Coraline erf\u00e4hrt vom Tracolin von der neuen Liebe ihres Mannes und wird w\u00fctend. Tracolin kann das in Streit geratene Paar vers\u00f6hnen und verspricht ihnen, k\u00fcnftig der W\u00e4chter ihrer Liebe zu sein, um fortw\u00e4hrend in Coralines N\u00e4he zu bleiben.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchne \u00f6ffnet sich zu einem nahezu leeren, gro\u00dfen Raum, der untere Teil der hellgr\u00fcn tapezierten W\u00e4nde zeigt einen wei\u00dfen Rand aus Holz, und wird von drei hohen ansehnlichen T\u00fcren in wei\u00df optisch abgetrennt. Die rechte Seite enth\u00e4lt zus\u00e4tzlich eine Durchreiche mit einer Schiebeklappe. Hinter der gr\u00f6\u00dften der T\u00fcre inmitten der hinteren Wand befindet sich der Kleiderschrank, welcher einen geheimen Ort darstellt, wo sich der Liebhaber zeitweise verstecken kann. Rechts daneben ist eine kaum sichtbare Haust\u00fcr, links davon ziert die Wand ein Hochzeitsfoto, auf dem Coraline mit deutlich verzogenem Mund dargestellt ist. Wie sich sp\u00e4ter herausstellt, versteckt das Bild eine Klappe, hinter der Alkoholflaschen aufbewahrt werden. W\u00e4hrend der Orchestereinleitung genie\u00dft Coraline ihr Fr\u00fchst\u00fcck und st\u00f6rt sich an dem Geruch ihres Mannes, der gerade seine Kleider wechselt. Sie holt eine Spr\u00fchflasche und Besen, reinigt und vertreibt damit offenkundig ihren Mann. Nachdem er weggegangen ist, reinigt sie die Wohnung, seine Kleidung fa\u00dft sie nur mit vorher demonstrativ angezogenen Gummihandschuhen. Der Briefwechsel mit dem kaum bekannten Geliebten Tracolin geschieht \u00fcber den Hochzeitsanzug ihres Mannes, den sie vorher auf dem Kleiderb\u00fcgel am Besenstiel h\u00e4ngend auf einem Stuhl ausstellt und sich davor mit dieser Nachbildung unterh\u00e4lt. Zum Beginn des zweiten Akts pr\u00e4sentiert sich Coraline im wei\u00dfen Kleid. Obwohl sie steht, scheint sie in der ge\u00f6ffneten Garderobe wie in einem gro\u00dfen wei\u00dfen Bett zu liegen, da der hintere Teil ihres Rockes nach oben hin gedehnt und befestigt ist. Unter den f\u00fclligen R\u00fcschen des wei\u00dfen Kleides kann sich Tracolin eine ganze Arie lang unbemerkt verbergen.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die homogenen Orchesterkl\u00e4nge hielt <strong>Florian<\/strong> <strong>Pestell<\/strong> gut unter seiner Kontrolle in einem w\u00fcnschenswerten Ausgleich zwischen Begleitung und Gesang. Die das Schauspiel dominierende Fl\u00f6te klang weich und angenehm. Das wohlbekannte Terzett <em>Ah! vous dirai-je, maman <\/em><em>\u2013 Ach! Mama, ich werde dir erkl\u00e4ren <\/em>fiel auf durch genau intonierte und virtuosen Koloraturen von <strong>Sumi<\/strong> <strong>Kittelberger<\/strong> (Coraline) in Begleitung der ebenso tonsicheren M\u00e4nnerstimmen. <strong>Sumi<\/strong> <strong>Kittelberger<\/strong> bot ihre deutliche Aussprache im Sprechtext und Gesang auch in der H\u00f6he extrem verst\u00e4ndlich dar. <strong>Flurin<\/strong> <strong>Caduff<\/strong> gestaltete den Ehemann Don Belflor mit der selbstverst\u00e4ndlich anmutenden und der Rolle entsprechenden Komik. Aus seiner Versuchung, die Flasche zu \u00f6ffnen, wurde eine eindrucksvolle Vorf\u00fchrungsszene, w\u00e4hrend der er glaubhaft seine lustig wirkende Anstrengung mit Zuckungen und verdrehten Augen, dem Rhythmus der Musik folgend, zeigte. Seine weiche, wohlklingende Stimme gab er unter anderem in der gro\u00dfen Szene<em> Oui, la vie n\u2019est que jolie \u2013Ja, das Leben ist nur sch\u00f6n<\/em> zum besten. <strong>Utku<\/strong> <strong>Kuzuluk <\/strong>(Tracolin) konnte elegant, kraftvoll und frei seinen geschmeidigen wohlklingenden Tenor einsetzen und stellte neben seinen stimmlichen Qualit\u00e4ten auch sein schauspielerisches K\u00f6nnen zur Schau<em>.<\/em><\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Der Schlu\u00dfapplaus wollte nicht mehr enden. Die Ausgewogenheit von Musik, Komik, Sprache, Gesang und Schauspiel der gut gew\u00e4hlten Interpreten in eine reizvolle optische Erscheinung eingebettet, macht diese Auff\u00fchrung sehr erlebenswert.<\/p>\n<p>Ruta Akelyte Hermann<\/p>\n<p>Bilder: Daniela Kienzler<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Sumi Kittelberger (Coraline) und Flurin Caduff (Don Belflor) am Fr\u00fchst\u00fcckstisch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Adolphe Adam (1803-1856), Op\u00e9ra comique &#8211; komische Oper in zwei Akten in deutscher und franz\u00f6sischer Sprache mit deutschen \u00dcbertiteln. Libretto: Thomas Marie Fran\u00e7ois Sauvage UA: 1849 in Paris, Op\u00e9ra-Comique Regie: Johannes P\u00f6lzgutter, B\u00fchne: Werner Hutterli, Kost\u00fcme: Axel E. 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