{"id":379,"date":"2008-09-23T22:11:44","date_gmt":"2008-09-23T20:11:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=379"},"modified":"2008-09-30T18:30:25","modified_gmt":"2008-09-30T16:30:25","slug":"leipzig-oper-la-voix-humaine-die-menschliche-stimme","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=379","title":{"rendered":"Leipzig, Oper  &#8211; LA VOIX HUMAINE &#8211; DIE MENSCHLICHE STIMME"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Francis Poulenc (1899-1963); Oper in einem Akt, Dichtung von Jean Cocteau , UA: 6. Februar 1959, Paris<br \/>\nRegie: Christoph Meyer, B\u00fchnenbild\/Kost\u00fcme: Ramon Ivars<br \/>\nDirigent: Josep Vincent, Gewandhausorchester<br \/>\nSolistin: Angeles Blancas (Eine Frau)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 21. September 2008 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"leipzig-la-voix-humana.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/leipzig-la-voix-humana.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"leipzig-la-voix-humana.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/leipzig-la-voix-humana.jpg\" \/><\/a>Eine Frau ist von ihrem Geliebten verlassen worden. In einem langen, schmerzhaften Gespr\u00e4ch versucht sie ihn vergeblich wiederzugewinnen, bevor sie die Wahrheit erkennen mu\u00df.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nEine Frau, ein Telephon, eine Sitzgruppe: mehr braucht man nicht, um ein \u00e4u\u00dferst spannendes Seelendrama auf die B\u00fchne zu bringen.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger<\/strong><br \/>\n<strong>Angeles Blancas<\/strong> f\u00fcllt die anstrengende wie packende Rolle mit allen Gef\u00fchlsregungen zwischen scheinbarer Selbstsicherheit und psychischem Zusammenbruch, zwischen euphorisch-verzweifelten Ausbr\u00fcchen und \u00e4ngstlichem Fragen stimmlich und darstellerisch vollkommen aus. Unter dem Dirigenten Josep Vincent ergl\u00fcht Francis Poulencs zur\u00fcckhaltende und doch emotional ergreifende Partitur in den sch\u00f6nsten Farben.<br \/>\nBild: Andreas Birkigt<br \/>\nDas Bild zeigt: Angeles Blancas  als telefonierende Frau<\/p>\n<p><strong>PIERROT LUNAIRE<\/strong><\/p>\n<blockquote><p>von Arnold Sch\u00f6nberg (1874-1951), drei mal sieben Gedichte, Dichtung von Albert Giraud, deutsch von Otto Erich Hartleben UA: 9. Oktober 1912 , Berlin<br \/>\nRegie\/B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Peter Konwitschny<br \/>\nDirigent: Johannes Harneit, Mitglieder des Gewandhausorchesters<br \/>\nSolistin: Young-Hee Kim<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung:  21. September 2008 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/leipzig-la-voix-humaine.jpg\" TITLE=\"leipzig-la-voix-humaine.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/leipzig-la-voix-humaine.jpg\" ALT=\"leipzig-la-voix-humaine.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Ein trauriger Clown trauert vergangenen Zeiten nach. In schmerzhaften, poetischen Bildern erinnert er sich an die Vergangenheit, um in eine neue Welt aufzubrechen.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDer nicht f\u00fcr die B\u00fchne geschriebene Zyklus von 21 Melodramen wird hier von einer Frau zusammen mit den Musikern, die auch szenisch mitspielen, als Lehrst\u00fcck \u00fcber die Funktion des K\u00fcnstlers in Zeiten des Zusammenbruchs aller Werte dargestellt. Erz\u00e4hlt wird nicht eine Geschichte; statt dessen schl\u00fcpft die S\u00e4ngerin auf einer fast leeren B\u00fchne, auch mit Hilfe eines Plastikvorhangs, in verschiedene Kost\u00fcme: zun\u00e4chst als betrunkene Frau, dann als leidende weibliche Kreatur, schlie\u00dflich als verzweifelte Intellektuelle im Jackett, die mit einem unendlich langen Band die Zuschauer in der ersten Reihe aneinanderbindet und schlie\u00dflich nach drau\u00dfen entschwindet, wo sie den \u201ealten Duft aus M\u00e4rchenzeit\u201c suchen will.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Musiker<\/strong><br \/>\n<strong>Young-Hee Kim<\/strong> spielt ausgezeichnet, artikuliert aber so ungenau, da\u00df die f\u00fcr kleine S\u00e4le geschriebene Komposition ein wenig an Wirkung verliert, da der nicht ganz einfache Text nur schwer verst\u00e4ndlich ist. Sie macht es meist wett durch komische und anr\u00fchrende Episoden, die wichtige Fragmente des Textes begreifbar machen. Die ausgezeichneten Musiker des Gewandhausorchesters spielen nicht nur szenisch (und sehr komisch) mit, sondern auch instrumental: unter Johannes Harneit entfaltet sich die poetische Gestalt der freitonalen Komposition rhythmisch und stimmungsm\u00e4\u00dfig sehr genau.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEin spannender, lange bejubelter Abend, der zwei gattungsm\u00e4\u00dfig und inhaltlich nicht wirklich zusammengeh\u00f6rende Werke  anspruchsvoll koppelt. Sch\u00f6nbergs St\u00fcck beginnt dort, wo Poulencs Nicht-Verst\u00e4ndigungstrag\u00f6die endet. Der Regisseur \u201eerdet\u201c die poetischen Bilder und die komplizierte Musik des Werks, um es uns jenseits einer blo\u00dfen Kunst-\u00dcbung verst\u00e4ndlich zu machen, nachdem das Psychodrama uns durchgesch\u00fcttelt hat. Die beiden Regisseure haben, zusammen mit zwei insgesamt sehr stark spielenden und singenden S\u00e4ngerinnen, in einem konzentrierten, sich durch verschiedenste Stilmittel erg\u00e4nzenden Doppelabend gezeigt, da\u00df eine Spielzeit auch mit sogenannten \u201ekleinen\u201c St\u00fccken vollg\u00fcltig er\u00f6ffnet werden kann \u2013 und da\u00df die Oper immer dann am st\u00e4rksten ist, wenn leidende Individuen auf der B\u00fchne stehen.<\/p>\n<p>Frank Piontek<br \/>\nBild: Andreas Birkigt<br \/>\nDas Bild zeigt: Young-Hee Kim als betrunkene Frau<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Francis Poulenc (1899-1963); Oper in einem Akt, Dichtung von Jean Cocteau , UA: 6. Februar 1959, Paris Regie: Christoph Meyer, B\u00fchnenbild\/Kost\u00fcme: Ramon Ivars Dirigent: Josep Vincent, Gewandhausorchester Solistin: Angeles Blancas (Eine Frau) Besuchte Auff\u00fchrung: 21. September 2008 (Premiere) Kurzinhalt<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=379\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5,1],"tags":[],"class_list":["post-379","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leipzig-oper","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/379","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=379"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/379\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=379"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=379"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=379"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}