{"id":375,"date":"2008-09-18T11:06:55","date_gmt":"2008-09-18T09:06:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=375"},"modified":"2008-09-20T14:26:30","modified_gmt":"2008-09-20T12:26:30","slug":"erfurt-theater-les-contes-d%e2%80%99hoffmann-%e2%80%93-hoffmanns-erzahlungen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=375","title":{"rendered":"Erfurt, Theater &#8211; LES CONTES D\u2019HOFFMANN \u2013 HOFFMANNS ERZ\u00c4HLUNGEN"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Jacques Offenbach (1813-1901); Fantastische Oper in f\u00fcnf Akten von Jules Barbier; Urauff\u00fchrung 1881 in Paris.<br \/>\nRegie: Rupert Lummer, Ausstattung: Hank Irwin Kittel<br \/>\nDirigent: Walter E. Gugerbauer, Philharmonisches Orchester Erfurt, Opernchor des Theaters Erfurt<br \/>\nSolisten: Richard Carlucci (Hoffmann), Stefanie Schaefer (La Muse), Susanne Rath (Stella), Juri Batukov (Lindorf), Mark M\u00f6nchgesang (Nathanael), Dirk Biedritzky (Wolfram), Manuel Meyer (Hermann), Ralph Heiligtag (Wilhelm), Marwan Shamiyeh (Spalanzani), J\u00f6rg Rathmann (Cochenille), Juri Batukov (Coppelius), Julia Neumann (Olympia), Ilja Papandreou (Antonia), Vazgen Ghazaryan (Crespel), J\u00f6rg Rathmann (Franz), Juri Batukov (Miracle), Helena Zubanovich (Die Stimme aus dem Grab), St\u00e8phanie M\u00fcther (Giuletta), Petteri Falck (Schlemil), Juri Batukov (Dapertutto).<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 7. September 2008 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/erfurt-hofmann.jpg\" TITLE=\"erfurt-hofmann.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/erfurt-hofmann.jpg\" ALT=\"erfurt-hofmann.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Hoffmann zecht mit seinen Freunden. Er verliebt sich in Stella und ertr\u00e4umt sich drei Frauengeschichten:<br \/>\nSeine erste Geschichte handelt von einem Automaten namens Olympia. Als Olympia vorgestellt wird, zerbricht eine Feder des Automaten, so da\u00df sie stirbt. Hoffmann erkennt, da\u00df er eine Maschine liebte und wird verspottet.<br \/>\nSeine zweite Liebe ist Antonia. Eine Krankheit verhindert, da\u00df sie singt. Doktor Mirakel \u00f6ffnet ihr die Augen, was sie alles durch ihr Singen gewinnen w\u00fcrde. Sie singt und stirbt.<br \/>\nAls drittes erz\u00e4hlt Hoffmann von der Kurtisane Giulietta. Sie ist Dapertuttos Lockvogel und soll das Spiegelbild Hoffmanns stehlen, was ihr gelingt. Dann l\u00e4\u00dft sie Hoffmann allein zur\u00fcck.<br \/>\nHoffmann kehrt zur\u00fcck in die Wirklichkeit, wo ihn die Muse tr\u00f6stet.<br \/>\n<strong>Vorbemerkung<\/strong><br \/>\nLeider ri\u00df der Tod Offenbach die Feder aus der Hand, bevor sein Werk vollendet war. Eine endg\u00fcltige, autorisierte Fassung gibt es daher nicht. So gibt es viele M\u00f6glichkeiten, welche \u201eEinlagen\u201c oder Striche gew\u00e4hlt werden k\u00f6nnen. Daher kann man die Premiere in Erfurt als weitere Fassung werten, denn durch interessante, aber umfangreiche Striche schuf Regisseur <strong>Rupert Lummer<\/strong> einen anderen Blick auf dieses Werk.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nVorhanden sind alle von Offenbach geschriebene Einsch\u00fcbe, wie der Arie des Dapertutto im 4. Akt oder der Barkarole aus den Rheinnixen. Daf\u00fcr verzichtet man auf den Auftritt der Studenten und des Klein-Zack am Ende. Das selten aufgef\u00fchrte Duett Stella-Hoffmann im 5. Akt verdient besondere Aufmerksamkeit.<br \/>\nDie Inszenierung verlegt die Handlung in die heutige Zeit. Hoffmann bewegt sich in K\u00fcnstlerkreisen und spricht dem Alkohol zu. Aber anstelle in Luthers Weinkeller finden wir uns auf einer Vernissage wieder. Hoffmanns Geliebte Stella wendet sich dem Kunstm\u00e4zen Lindorf zu, denn der leiht ihr seinen Porsche Targa. Hoffmann indes wird von der Muse begehrt &#8211; einem \u201eSzene-Groupie\u201c. Hoffmann singt das Lied vom Klein-Zack und erinnert sich dabei seiner Liebesverstrickungen.<br \/>\nW\u00e4hrend der Vernissage wird ein MTV-Video gedreht. Die Hauptdarstellerin Olympia wird aufgestylt und f\u00fcr die Kamera in Position gebracht &#8211; ein typisches Kunst-Produkt unserer Zeit. Hoffmann berauscht sich, um sich dann, seiner Realit\u00e4t beraubt, in Olympia zu verlieben. Als Olympia an ihren Drogenkonsum zugrunde geht, erkennt Hoffmann die K\u00fcnstlichkeit dieser Person, die nur ein Trugbild f\u00fcr die Masse war.<br \/>\nSeine zweite Liebe war Antonia. Der Ausstatter  <strong>Hank-Irwin Kittel <\/strong>siedelt diesen Akt in Kulissen aus Fellini-Filmen wie La dolce Vita und La Strada an. Franz ist ein Geck \u00e4hnlich Maurice Chevalier, Miracle daran interessiert Antonias K\u00fcnste zu vermarkten. Um Antonia gef\u00fcgig zu machen beschw\u00f6rt Miracle ihre Mutter, die wie eine aus dem Grab auferstandene Maria Callas aussieht.<br \/>\nDer 4. Akt spielt auf einer Gartenparty im Anschlu\u00df an die Vernissage. Auch Hoffmann verf\u00e4llt dem falschen Charme der Gastgeberin Giuletta. Als er das erkennt bringt er sie um.<br \/>\nAlle Bem\u00fchungen seiner Freunde bringen Hoffmann nicht davon ab sich das Leben zu nehmen. Er ertr\u00e4nkt sich und hinterl\u00e4\u00dft eine verst\u00f6rte K\u00fcnstlerszene.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger<\/strong><br \/>\n<strong>Walter Gugerbauer<\/strong> f\u00fchrt sein vorz\u00fcglich eingestelltes Ensemble zur Hochform, eine Sternstunde f\u00fcr Orchester und B\u00fchne. Leider waren einige Ensemblemitglieder indisponiert. So gelang es <strong>Richard Carlucci<\/strong> als Hoffmann nur vor der Pause seinen wohlt\u00f6nenden Tenor zu entfalten, <strong>Julia Neumanns <\/strong>Olympia klang sehr gef\u00e4llig, wirkte aber in den Koloraturen etwas angestrengt. <strong>Juri Batukov<\/strong> (Lindorf, Coppelius, Miracle und Dapertutto) hatte keinerlei M\u00fche die verschiedenen Nuancen der B\u00f6sewichter zu gestalten. <strong>Ilia Papandreous<\/strong> Antonia war wohlklingend, konnte sich aber im Terzett vor allem gegen <strong>Helena Zubanovich<\/strong>, die grandios in ihrer Darstellung ihrer Mutter ist, nicht wirklich durchsetzen. <strong>St\u00e9phanie M\u00fcther <\/strong>\u00fcberzeugte als Giuletta sowohl stimmlich, als auch spielerisch als alterndes Partygirl. <strong>Stefanie Schaefer<\/strong> (La Muse) gewann durch ihr exzellentes Spiel und ihren angenehmen Mezzosopran die Herzen des Publikums.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEin Abend der zu Recht mit frenetischem Applaus f\u00fcr modernes Opern-Theater auf h\u00f6chstem Niveau endet.<br \/>\nOliver Hohlbach<br \/>\nBild: L. Edelhoff<br \/>\nDas Bild zeigt die Gesellschaft der kranken Antonia. Mit franz\u00f6sischem Einschlag a la Maurice Chevalier.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Jacques Offenbach (1813-1901); Fantastische Oper in f\u00fcnf Akten von Jules Barbier; Urauff\u00fchrung 1881 in Paris. Regie: Rupert Lummer, Ausstattung: Hank Irwin Kittel Dirigent: Walter E. 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