{"id":3743,"date":"2012-03-18T16:29:14","date_gmt":"2012-03-18T15:29:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3743"},"modified":"2012-04-16T14:48:53","modified_gmt":"2012-04-16T13:48:53","slug":"faust-dessau-anhaltisches-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3743","title":{"rendered":"FAUST &#8211; Dessau, Anhaltisches Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Charles Gounod (1818-1893), Oper in vier Akten, Libretto: Jules Barbier und Michel Carr\u00e9 nach Johann Wolfgang von Goethes <em>Faust<\/em>, UA: 19. M\u00e4rz 1859, Paris<\/p>\n<p>Regie\/B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Hinrich Horstkotte<\/p>\n<p>Dirigent: Daniel Carlberg, Anhaltische Philharmonie, Opernchor und Extrachor Dessau, Choreinstudierung: Helmut Sonne<\/p>\n<p>Solisten: Artjom Korotkov (Doktor Faust), Kyung-Il Ko (Mephistopheles), Wiard Witholt (Valentin), Pawel Tomczak (Wagner), Angelina Ruzzafante (Marguerite), Kristina Baran (Siebel), Elisabeth King (Marthe)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 17. M\u00e4rz 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Dessau-Faust.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3744\" title=\"Dessau-Faust\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Dessau-Faust.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Dessau-Faust.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Dessau-Faust-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der angesehene Doktor Faust hat sich alles Wissen angeeignet und sieht trotzdem keinen Sinn im Leben, will dagegen wieder jung und leidenschaftlich sein. Die Erf\u00fcllung dieser W\u00fcnsche erm\u00f6glicht Mephistopheles. Daf\u00fcr mu\u00df Faust seine Seele opfern. Mephistopheles stellte ihm Marguerite vor, der Faust fortan in leidenschaftlicher Liebe verfallen ist. Marguerites Bruder Valentin zieht mit viel Pomp in den Krieg, bittet Siebel und Wagner auf sie aufzupassen. Als Valentin aus dem Krieg zur\u00fcckkehrt, hat Marguerite ein Kind geboren. Auf der R\u00fcckkehr aus dem Krieg f\u00e4llt Valentin im Duell mit Faust,\u00a0 Marguerite wird wahnsinnig, bringt ihr Kind um und wird zum Tode verurteilt. Sie stirbt und wird von Engeln im Himmel empfangen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Eine weitere Paraderolle ist Marguerite f\u00fcr den schweren Koloratursopran von <strong>Angelina Ruzzafante<\/strong>. Erregend, wie schwerelos leicht es ihr gelingt, diese Partie zu gestalten, beispielhaft ihre sensationell klaren hohen T\u00f6ne und Tonfolgen im Finale oder in der bekannten <em>Juwelenarie<\/em>. <strong>Artjom Korotkov<\/strong> als Faust ist sicher ein hervorragender lyrischer Tenor und kann seine Rolle technisch sehr variabel gestalten, jedoch h\u00e4lt er sich manchmal in der Lautst\u00e4rke zur\u00fcck, gerade im Vergleich mit Marguerite wird dies deutlich. <strong>Kyung-Il Ko<\/strong> kann mit seinem Ba\u00df, besonders in den tiefen Stellen, der Rolle des Mephistopheles den d\u00e4monischen Ausdruck verleihen, w\u00e4hrend der Bariton <strong>Wiard Witholt<\/strong> als Valentin mit viel tenoral gl\u00e4nzender H\u00f6he punkten kann. Auch die kleinen Rollen waren ausgezeichnet mit Mitgliedern des Hauses besetzt.<\/p>\n<p>F\u00fcr eine ungemein spannende Deutung sorgt <strong>Daniel Carlberg<\/strong> mit der Anhaltischen Philharmonie. Das gelingt nicht nur in den gro\u00dfen Orchesterstellen oder Chorszenen, auch die kammermusikalischen Momente entfalten gro\u00dfe Wirkung und romantische Gef\u00fchle im Publikum. Eine gro\u00dfartige Leistung vollbringt wieder einmal der Chor, verst\u00e4rkt durch einen Extrachor. Dank des guten Zusammenspiels zwischen diesem Chor, Orchester und Solisten ergibt sich die Klangwirkung einer franz\u00f6sischen gro\u00dfen Oper, die zu einem gro\u00dfartigen, emotional aufw\u00fchlenden Musikerlebnis im <em>Osterspaziergang<\/em>, <em>Soldatenchor<\/em> oder <em>Der K\u00f6nig von Thule<\/em> wird.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Opernfreunde Dessaus oder der umliegenden St\u00e4dten w\u00e4ren gut beraten, sich diese, in allen Bereichen gelungene Produktion, nicht entgehen zu lassen. <strong>Hinrich Horstkotte<\/strong> vertraut der Handlung, erz\u00e4hlt die Geschichte detailgenau in farbenpr\u00e4chtigen Bildern und zeichnet gekonnt die Fieberphantasie einer sterbenden Marguerite. Wieviel Potential schlummert in diesem Gelehrtendrama! Sicher w\u00e4re Goethe zufrieden gewesen. Und musikalisch braucht man in Dessau den Vergleich mit gro\u00dfen Opernh\u00e4usern in Berlin und Paris nicht zu scheuen.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Claudia Heysel<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Macht Sinn als Gegensatz der Paare: Elisabeth King (Marthe) und Kyung-Il Ko (Mephistopheles), sowie Angelina Ruzzafante (Marguerite) und Artjom Korotkov (Faust)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Charles Gounod (1818-1893), Oper in vier Akten, Libretto: Jules Barbier und Michel Carr\u00e9 nach Johann Wolfgang von Goethes Faust, UA: 19. 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