{"id":3735,"date":"2012-03-18T22:55:22","date_gmt":"2012-03-18T21:55:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3735"},"modified":"2012-03-19T23:02:55","modified_gmt":"2012-03-19T22:02:55","slug":"rigoletto-freiburg-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3735","title":{"rendered":"RIGOLETTO &#8211; Freiburg, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Oper in drei Akten, Libretto: Francesco Maria Piave nach einem Drama von Victor Hugo, UA: 11. M\u00e4rz 1851\u00a0 Venedig, Teatro La Fenice<\/p>\n<p>Regie: Thomas Krupa, B\u00fchne: Simeon Meier, Kost\u00fcme: Sabine Moncis, Dramaturgie: Heiko Voss<\/p>\n<p>Dirigent: Fabrice Bollon, Orchester: Philharmonisches Orchester und Opernchor, Choreinstudierung: Bernhard Moncado<\/p>\n<p>Solisten: Mario Sofroniou (Der Herzog), Juan Orozco (Rigoletto), Aleksandra Zamojska (Gilda), Jin Seok Lee (Sparafucile), Sally Wilson (Maddalena), Orietta Battaglione (Giovanna), Neal Schwantes (Der Graf von Monterone), Alejandro L\u00e1rraga Schleske (Marullo), Aaron Judisch (Matteo Borsa), Younjin Kim (Der Graf von Ceprano), Susana Schnell (Die Gr\u00e4fin von Ceprano) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 17. M\u00e4rz 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Freiburg-Rigoletto.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3736\" title=\"Freiburg-Rigoletto\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Freiburg-Rigoletto.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Freiburg-Rigoletto.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Freiburg-Rigoletto-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Rigoletto ist der bucklige Hofnarr am Hof des Orgien feiernden Herzogs von Mantua. Um seine Tochter Gilda vor den Ausschweifungen des Herzogs zu besch\u00fctzen, h\u00e4lt Rigoletto diese in seinem Haus versteckt. Doch die H\u00f6flinge, die Gilda f\u00fcr die Geliebte des Narren halten, kommen dahinter und entf\u00fchren sie an den Hof, wo Gilda sich dem Herzog hingibt, in den sie schon vorher heimlich verliebt war. Der gedem\u00fctigte Rigoletto beschlie\u00dft nun, den Herzog durch den Auftragsm\u00f6rder Sparafucile aus der Welt zu schaffen. Sein Plan jedoch geht schief, anstatt des Herzogs t\u00f6tet er Gilda, die in einem Sack eingeh\u00fcllt liegt, was er nicht wu\u00dfte. Als Rigoletto den Irrtum entdeckt, bricht er zusammen \u2013 der Fluch des Grafen Monterone, der den Narren traf, als dieser sich \u00fcber Monterones vom Herzog entehrte Tochter lustig machte, hat sich erf\u00fcllt.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>In der Freiburger Auff\u00fchrung sind neben Rigoletto alle Unterdr\u00fcckten oder sonst vom Leben gestraften wie Clowns geschminkt: Sparafucile und seine Schwester Maddalena, Graf von Monterone sowie Graf von Ceprano und der Page der Herzogin. Rigolettos k\u00f6rperliche Behinderung ist kein Buckel, sondern, wie auch bei Sparafucile, eine Wampe. Das r\u00fccksichtslose Verhalten der M\u00e4nner bei Hofe gegen\u00fcber den Frauen, die als blo\u00dfe Lustobjekte fungieren, wird unmi\u00dfverst\u00e4ndlich deutlich, wenn etwa w\u00e4hrend der ber\u00fchmten Arie <em>La donna \u00e8 mobile<\/em> im Schatten des von einem Scheinwerfer angestrahlten Herzogs eine seiner Gespielinnen angeschlagen torkelt und schlie\u00dflich umf\u00e4llt. Das in allen drei Akten gleiche Drehb\u00fchnenbild besteht aus einem Baum und drei wei\u00dfen H\u00e4usern, von denen zwei nach hinten gekippt sind. So hat man gleichsam von unten Einblick in Rigolettos Haus, das mit menschengro\u00dfen lebenden Puppen ein Kinderzimmer f\u00fcr das Teengirl Gilda darstellt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger &amp; Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Mario Sofroniou<\/strong><em> <\/em>bleibt darstellerisch als Herzog gegen\u00fcber dem \u00fcberm\u00e4chtigen Rigoletto <em>Juan Orozcos <\/em>bla\u00df, so da\u00df sich die Machtverh\u00e4ltnisse zwischen den Figuren auf merkw\u00fcrdige Weise umdrehen. Hebt sich <em>Sofronious <\/em>Tenor beim ersten Auftritt kaum vom auftrumpfenden<em> <\/em>Opernchor des Theater Freiburg<em> <\/em>ab, ist er stimmlich ab dem zweiten Auftritt dann aber voll da. So verstrahlt er in <em>Parmi veder le lagrime<\/em> \u2013 <em>unter Tr\u00e4nen hindurchsehen<\/em> warmen tenoralen H\u00f6henglanz und hat mit dem hohen C in <em>La donna \u00e8 mobile \u2013 die Frau ist wankelm\u00fctig <\/em>keine Probleme. Gerade diese Arie aber begleiten <strong>Fabrice Bollon<\/strong> und das an diesem Abend nicht ganz von wackelnden Eins\u00e4tzen freie, aber schmissig agierende <strong>Philharmonische Orchester Freiburg<\/strong><em> <\/em>beinahe zu zur\u00fcckhaltend, wenngleich der triumphale Gestus hier vermutlich mit Absicht ausgespart wurde, in \u00dcbereinstimmung mit der Inszenierung, die den Herzog in ein negatives Licht taucht. <strong>Juan Orozcos<\/strong><em> <\/em>Rigoletto stemmt sich mit aller stimmlichen Kraft, die auch vor h\u00e4\u00dflichen T\u00f6nen nicht Halt macht, gegen seine Au\u00dfenseiterposition. Neben <strong>Aleksandra Zamojska<\/strong> als Gilda liefert er an diesem Abend die intensivste Darbietung. Zamojska<em> <\/em>zieht nicht nur in ihrer <em>Gualtier Mald\u00e8<\/em>-Arie mit weichem Timbre und plastischer Pr\u00e4senz s\u00e4mtliche Register, die einem lyrischen Sopran zur Verf\u00fcgung stehen. <strong>Jin Seok<em> <\/em>Lee<\/strong> gibt einen konturenscharfen Sparafucile, <strong>Sally Wilson<\/strong><em> <\/em>im Skelettkost\u00fcm eine vokal eindrucksvolle Maddalena. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr die Giovanna von <strong>Orietta Battaglione<\/strong><em> <\/em>und den Monterone von <strong>Neal Schwantes.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Nicht unbedingt einen unverge\u00dflichen, aber doch einen h\u00f6chst kurzweiligen Premierenabend bot der Freiburger <em>Rigoletto<\/em>, in dem alle Beteiligten zum Gelingen der klingenden Umsetzung von Verdis prachtvoller Musik beitrugen. In den gro\u00dfen Applaus mischten sich vereinzelte Buhs f\u00fcr die Regie.<\/p>\n<p>Aron Sayed<\/p>\n<p>Bild: Maurice Korbel<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Juan Orozco und Aleksandra Zamojska<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Oper in drei Akten, Libretto: Francesco Maria Piave nach einem Drama von Victor Hugo, UA: 11. 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