{"id":373,"date":"2008-09-17T16:47:16","date_gmt":"2008-09-17T14:47:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=373"},"modified":"2008-09-17T21:55:06","modified_gmt":"2008-09-17T19:55:06","slug":"essen-aalto-theater-%e2%80%93-chess-schachspiel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=373","title":{"rendered":"Essen, Aalto-Theater \u2013 CHESS &#8211; SCHACHSPIEL"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Benny Anderson und Bj\u00f6rn Ulvaeus, Musical in zwei Akten, Text von Time Rice<br \/>\nUrauff\u00fchrung: 14. Mai 1986,  London (Prince Edward Theatre)<br \/>\nRegie\/Choreographie: James de Groot und Paul Kribbe, B\u00fchnenbild: Dirk Becker, Kost\u00fcme: Martina Feldmann<br \/>\nDirigent: Heribert Feckler, United Rock Orchestra, Opernchor des Aalto-Theaters, Ensemble des Aalto Ballett Theater Essen, Statisterie des Aalto Theaters,<br \/>\nSolisten: Henrik Wager (Frederick Trumper), Femke Soetenga (Florence Vassy), Serkan Kaya (Anatoly Sergievsky), Claudia Dilay Hauf (Svetlana Sergievsky), Romeo Salazar (Arbiter), Michael Haag (Alexander Molokov), G\u00fcnter Kiefer (Walther De Courcey), Marie-Helen Jo\u00ebl<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 13. September 2008 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Vorbemerkung<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"essen-chess.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/essen-chess.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"essen-chess.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/essen-chess.jpg\" \/><\/a>Anderthalb Jahre nachdem das Abba-Musical Mamma Mia im Essener Colosseum Theater Premiere feierte, wagt sich auch das Opernhaus der Stadt an ein Werk aus der Feder der musikalischen K\u00f6pfe der Kultband. Im Gegensatz zu Mamma Mia bedient sich Chess nicht alter Abba-Hits, sondern ist dasjenige Projekt, dem sich die Komponisten nach der Aufl\u00f6sung ihrer Gruppe gemeinsam mit dem Texter Tim Rice widmeten. Ansto\u00df zum behandelten Thema fand dieser im exzentrischen Auftreten des Amerikaners Bobby Fischer gegen\u00fcber den sowjetischen Spielern Boris Spasski und Anatoli Karpow w\u00e4hrend der Schachweltmeisterschaften der Jahre 1972 und 1978.<br \/>\n<strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\nUnd so spielt die Handlung von Chess vor dem Hintergrund der (fiktiven) Schachweltmeisterschaft von 1980 in Meran. Der amerikanische Weltmeister Frederick Trumper wird vom Sowjeten Anatoly Sergievsky herausgefordert. In die Enge gedr\u00e4ngt, verl\u00e4\u00dft Trumper unter skandal\u00f6sen Umst\u00e4nden die Spielfl\u00e4che. Seine Managerin und Lebensgef\u00e4hrtin Florence Vassy erkl\u00e4rt ihm daraufhin, da\u00df sie seine Exzesse nicht l\u00e4nger toleriert. Sie lernt Sergievsky kennen und entdeckt ihre Zuneigung zu ihm. Nach dessen Titelgewinn siedeln sie gemeinsam in die USA \u00fcber.<br \/>\nEin Jahr sp\u00e4ter findet die Schachweltmeisterschaft in Bangkok statt, Trumper ist mittlerweile beim Fernsehen angestellt und Sergievsky mu\u00df seinen Titel gegen einen ehemaligen Landsmann verteidigen. Hinter den Kulissen verabreden CIA und KGB, da\u00df Vassys Vater, der in russischer Gefangenschaft darbt, im Gegenzug zum Weltmeistertitel frei gelassen werden soll. Florence begegnet Svetlana, Anatolys Ehefrau, sie stellen fest, da\u00df ihr Geliebter nicht geschaffen ist f\u00fcr eine Beziehung, sondern sein Sport h\u00f6chste Priorit\u00e4t genie\u00dft.<br \/>\nAllen Abmachungen zum Trotz gewinnt Sergievsky das Turnier, erkennt aber gleichzeitig, da\u00df er nur eine Figur auf dem Schachbrett der politisch M\u00e4chtigen ist.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nWie in Anatolys Leben ist auch auf der B\u00fchne alles auf Schach eingestellt. Mit \u00fcbergro\u00dfen wei\u00dfen Quadraten orientiert sich das B\u00fchnenbild von<strong> Dirk Becke<\/strong>r an der Originalproduktion, ohne diese zu imitieren. Gro\u00dfe wei\u00dfe bewegliche Quader heben sich vom sonst schwarzen Hintergrund ab, durch deren st\u00e4ndiges Verschieben und das abwechslungsreiche Einsetzen der Hebeb\u00fchnen kommt niemals Stillstand auf \u2013 es sei denn, es ist in Inszenierung und Choreographie (<strong>James de Groot<\/strong> und <strong>Paul Kribbe<\/strong>) so beabsichtigt. Von den Kost\u00fcmen (<strong>Martina Feldmann<\/strong>) sind diejenigen des Chores, der T\u00e4nzer und der Statisterie besonders einfallsreich: mal als Schachfiguren verkleidet, mal in S\u00fcdtiroler Trachten geh\u00fcllt, mal traditionell fern\u00f6stlich. Eine kongeniale Inszenierung, in der die Akteure ihren Interpretationen ausreichend Raum geben k\u00f6nnen.<br \/>\n<strong>Ausf\u00fchrende<\/strong><br \/>\nF\u00fcr die Besetzung der Hauptrollen entschied man sich, das in der letzten Spielzeit so erfolgreiche Gespann <strong>Henrik Wager<\/strong> (Frederick Trumper) und <strong>Serkan Kaya<\/strong> (Anatoly Sergievsky) f\u00fcr eine weitere Musicalproduktion zu verpflichten. Zu Recht, sind doch beide enorm stimmgewaltig und charismatisch und k\u00f6nnen eine nahezu leere B\u00fchne allein durch ihr Talent f\u00fcllen. Ihnen eine geeignete Protagonistin an die Seite zu stellen, ist mit der Wahl, <strong>Femke Soetenga<\/strong> zu engagieren \u00fcberaus gelungen. Ihre Interpretation l\u00e4sst keine W\u00fcnsche offen, das Duett mit <strong>Claudia Dilay Hauf<\/strong> (Svetlana Sergievsky), von deren warmer Stimme man eine gr\u00f6\u00dfere Rolle h\u00e4tte h\u00f6ren wollen, bleibt im Langzeitged\u00e4chtnis.<br \/>\n<strong>Heribert Feckler<\/strong> als erfahrener Musicaldirigent hat das <strong>United Rock Orchestra<\/strong> fest in der Hand. Dadurch gelingen die h\u00e4ufigen Stilwechsel, Pop-Rock-Nummern kommen ebenso glaubw\u00fcrdig an wie die klassisch angehauchten Passagen. Diese musikalische Vielschichtigkeit kann der <strong>Opernchor<\/strong>, der sonst andere T\u00f6ne gewohnt ist, brillant umsetzen. Einzig von den T\u00e4nzern h\u00e4tte man etwas mehr Synchronit\u00e4t erhofft, wo doch die Choreographie nicht zu schwierige Schrittfolgen verlangte.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nGro\u00dfe Begeisterung und lauten Beifall f\u00fcr s\u00e4mtliche Beteiligten! Der ein oder andere mag vom St\u00fcck \u00fcberrascht gewesen sein, solche Kl\u00e4nge ist man von vermeintlichen Popbarden nicht gewohnt. Doch ist es, gerade in einer so fabelhaften Interpretation, zu Unrecht wenig bekannt und jeden Besuch wert.<\/p>\n<p>Chr. Lauter<\/p>\n<p>Bild: Harald Reusmann<\/p>\n<p>Das Bild zeigt Henrik Wager (Frederick Trumper), Romeo Salazar (Arbiter) und Serkan Kaya (Anatoly Sergievsky).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Benny Anderson und Bj\u00f6rn Ulvaeus, Musical in zwei Akten, Text von Time Rice Urauff\u00fchrung: 14. 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