{"id":3727,"date":"2012-03-05T22:50:14","date_gmt":"2012-03-05T21:50:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3727"},"modified":"2012-03-19T22:52:09","modified_gmt":"2012-03-19T21:52:09","slug":"la-dirindina-%e2%80%93-die-dilettanten-diva-dresden-semperoper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3727","title":{"rendered":"LA DIRINDINA \u2013 DIE DILETTANTEN-DIVA &#8211; Dresden, Semperoper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giovanni Battista Martini (1706-1784), Farsetta per musica, Intermezzo, Libretto: Girolamo Gigli, erg\u00e4nzt mit-Werken von Niccolo Jommelli (Piccolo Sinfonia), John Kander (<em>Money, Money<\/em> aus Cabaret) und Georg Friedrich H\u00e4ndel (<em>Stille Amare<\/em> aus Tolomeo), datiert 1737<\/p>\n<p>Regie: Alexander Brendel, B\u00fchne: Arne Walther<\/p>\n<p>Dirigent: Felice Venanzoni, <em>Capella Sagittariana<\/em> Dresden<\/p>\n<p>Solisten: Christa Mayer (La Dirindina), Aaron Pegram (Don Carissimo), Valer Barna-Sabadus (Liscione)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 4. M\u00e4rz 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Dresden-La-Dirindina.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3728\" title=\"Dresden-La-Dirindina\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Dresden-La-Dirindina.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"236\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Dresden-La-Dirindina.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Dresden-La-Dirindina-300x202.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Ein Intermezzo ist eigentlich eine Zwischenaktmusik, die im 16. und 17. Jahrhundert als \u201ekomischer Einfall\u201c zwischen den Akten h\u00f6fischer Schauspiele und Opern eingef\u00fchrt wurde. Diese Farsetta hier, also eine kurze Posse, handelt von der Beziehung einer nicht \u00fcben wollenden, angehenden eitlen Operndiva zu ihrem Lehrer, der zudem \u00e4u\u00dferst eifers\u00fcchtig auf ihren Liebhaber ist. Als sich der Erfolg der Diva anbahnt, wollen alle ihren Anteil am Erfolg.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Das von Arne Walther geschaffene Einheitsb\u00fchnenbild bietet eine Vielzahl an geschickt ineinander verschachtelten Spielfl\u00e4chen. Eine kleine Spielfl\u00e4che an der Rampe wird nach hinten durch eine gro\u00dfe Schrankwand und zwei Treppenh\u00e4user begrenzt. Dar\u00fcber befindet sich ein Podium von dem die Tanzgruppe Geldscheine herunter werfen kann. In der Schrankwand finden sich viele Verstecke f\u00fcr die Liebhaber der Diva. Dominante Requisiten sind ein rotes Sofa, ein Beistelltisch und ein Teppich, die immer wieder rasch zur Seite ger\u00e4umt werden. Die Kost\u00fcme haben einen modernen Freizeit-Schnitt, aber nehmen manchmal R\u00fcckgriff auf barocke Kost\u00fcme; f\u00fcr die T\u00e4nzer, die in <em>Money, Money<\/em> auftreten, greift man auf die zwanziger Jahre des zwanzigsten Jahrhundert zur\u00fcck.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Um den erfahrenen Barock-Dirigenten <strong>Felice Venanzoni<\/strong> gruppieren sich neun Musiker, neun barocke Spezialisten, die an der Semperoper unter dem Namen <em>Capella Sagittariana<\/em> Dresden auftreten. Das Zusammenspiel ist pr\u00e4zise, die barocken Perlen werden im flotten Tempo mitrei\u00dfend abgespult. <em>Money, Money<\/em> entwickelt sich zu einer Tanzeinlage in Broadway-Manier \u2013 unter Verwendung barocker Musikinstrumente und Klangwelten. Die S\u00e4nger waren hier kaum in der Lage, eine dominante Rolle einzunehmen, und zogen sich alsbald zur\u00fcck. <strong>Christa Mayer<\/strong>, mit ihrem schweren dramatischen Sopran im Wagner-Fach zu Hause, hatte mit ihrer Technik keine Probleme, H\u00f6hen und Koloraturen der eitlen Operndiva La Dirindina mit gro\u00dfem Volumen und viel Lautst\u00e4rke mit Wucht vorzutragen. <strong>Valer Barna-Sabadus<\/strong> ist die Entdeckung dieser Produktion. Man kann ihn als Sopranist bezeichnen, denn er erreicht auch die H\u00f6hen eines Soprans und kann hier auch noch Koloraturen voll aussingen. Was noch fehlt ist etwas mehr Klangvolumen, um mehr Lautst\u00e4rke zu bekommen, um damit dem Liebhaber Don Carissmo Glaubw\u00fcrdigkeit zu verleihen. <strong>Aaron Pegram<\/strong> war bislang an der Semperoper f\u00fcr kleine Nebenrollen zust\u00e4ndig. Hier zeigt er, da\u00df sein Atem auch f\u00fcr gro\u00dfe Rollen ausreicht und als Spielbariton spritzig und witzig die Rolle des hysterischen Lehrers Don Carissimo gestalten kann.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Ein erheitertes Publikum dankt mit reichlich Beifall f\u00fcr eine lohnende Ausgrabung und kurzweilige slapstickartige Produktion. Aber ob <em>Money, Money<\/em> aus dem Musical Cabaret in eine barocke Oper mit einem barocken Orchester pa\u00dft, sollte sich jeder selbst beantworten. Die Einlege-Arie f\u00fcr Altkastrat <em>Stille Amare \u2013 Bittere Tropfen <\/em>aus H\u00e4ndels Tolomeo wurde schon mehrfach eingespielt und macht einen Vergleich zwischen Martini und H\u00e4ndel m\u00f6glich. In dieser Produktion singt diese Arie nicht Valer Barna-Sabadus, ein hochbegabter Nachwuchs-Altist, sondern Christa Mayer, die daraus eine Glanznummer einer Wagner-Diva macht \u2013 aber auch die Frage aufwirft, ob und wie Wagner-S\u00e4nger im Barockfach oder Musical sich auskennen.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Matthias Creutziger<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Christa Mayer (La Dirindina), Valer Barna-Sabadus (Liscione<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giovanni Battista Martini (1706-1784), Farsetta per musica, Intermezzo, Libretto: Girolamo Gigli, erg\u00e4nzt mit-Werken von Niccolo Jommelli (Piccolo Sinfonia), John Kander (Money, Money aus Cabaret) und Georg Friedrich H\u00e4ndel (Stille Amare aus Tolomeo), datiert 1737 Regie: Alexander Brendel, B\u00fchne: Arne<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3727\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21,1],"tags":[],"class_list":["post-3727","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-dresden-semperoper","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3727","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3727"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3727\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3730,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3727\/revisions\/3730"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3727"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3727"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3727"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}