{"id":3719,"date":"2012-03-03T17:03:55","date_gmt":"2012-03-03T16:03:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3719"},"modified":"2012-03-17T17:07:18","modified_gmt":"2012-03-17T16:07:18","slug":"der-ring-des-polykrates-und-das-geheime-konigreich-lubecktheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3719","title":{"rendered":"DER RING DES POLYKRATES UND DAS GEHEIME K\u00d6NIGREICH &#8211; L\u00fcbeck,Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Erich Wolfgang Korngold (1897-1957), heitere Oper in einem Akt, Libretto: Leo Feld und Julius Leopold Korngold nach dem Lustspiel von Heinrich Teweles, UA: 28. M\u00e4rz 1916 M\u00fcnchen, Hofoper M\u00fcnchen<\/p>\n<p><strong><em>Das geheime K\u00f6nigreich<\/em><\/strong><em> <\/em><\/p>\n<p>von Ernst Krenek (1900-1991), M\u00e4rchenoper in einem Akt, Libretto vom Komponisten, UA: 6. Mai 1928 Wiesbaden, Staatstheater Wiesbaden<\/p>\n<p>Regie: Franco Ripa di Meana, B\u00fchne: Tiziano Santi, Kost\u00fcme: Marco Idini, Licht: Falk Hampel, Dirigent: Anton Marik, Chor: Joseph Feigl, Dramaturgie: Dr. Katharina Kost-Tolmein Chor und Orchester des Theaters L\u00fcbeck, Solisten: Hugo Mallet (Wilhelm Arndt), Ausrine Stundyte (Laura), Dainel Szeili (Florian D\u00f6blinger\/1. Revolution\u00e4r), Anne Ellersiek (Lieschen\/ 1. Dame), Antonio Yang (Peter Vogel\/Der K\u00f6nig), Zuzana Markov\u00e1 (Die K\u00f6nigin), Gerad Quinn (Der Narr), Andreas Haller (2. Revolution\u00e4r) Tomasz Mysliwiec (Ein W\u00e4chter), Therese Fauser (2. Dame), Wioletta Hebrowska (3. Dame)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 2. M\u00e4rz 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/L\u00fcbeck-Das-geheime-K\u00f6nigr.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3721\" title=\"L\u00fcbeck-Das-geheime-K\u00f6nigr\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/L\u00fcbeck-Das-geheime-K\u00f6nigr.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/L\u00fcbeck-Das-geheime-K\u00f6nigr.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/L\u00fcbeck-Das-geheime-K\u00f6nigr-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>In Korngolds erstem Opernwerk <em>Der Ring des Polykrates<\/em> wird die Geschichte zweier Paare erz\u00e4hlt. Wilhelm Arndt und seine Frau Laura leben seit zwei Jahren im Gl\u00fcck. Ihre beiden Bediensteten, Florian und Lieschen, spiegeln das Paar auf der Ebene der Arbeiter, sind jedoch noch nicht verheiratet. Peter Vogel, ein alter Freund Arndts, dessen Leben nicht von Gl\u00fcck begleitet war, kommt \u00fcberraschend zu Besuch und versichert Wilhelm, da\u00df er zu viel Gl\u00fcck habe und seine Frau fragen m\u00fcsse, ob sie ihm etwas zu verheimlichen h\u00e4tt.. Arndt zwingt sich, bricht einen Streit vom Zaun und stellt die Frage, worauf sich Laura gegen ihn wehrt und die Beziehung zu scheitern droht. Auch Florian fragt sein Lieschen, worauf ein heftiger Streit entbrennt. In diesem Streit erkennen Wilhelm und Laura ihre Verfehlungen, vers\u00f6hnen sich wieder, werfen Peter Vogel hinaus und die beiden Diener werden verheiratet.<\/p>\n<p>Im <em>Geheimen K\u00f6nigreich<\/em> steht ein regierungsm\u00fcder K\u00f6nig im Mittelpunkt, dessen Volk gegen ihn rebelliert. Er \u00fcbergibt die Gesch\u00e4fte seinem Narr statt seiner machthungrigen Frau, die sich daraufhin mit einem Revolution\u00e4r einl\u00e4\u00dft, um an die Macht zu kommen. K\u00f6nig, K\u00f6nigin und Revolution\u00e4r treffen sich in einem verwunschenen Wald. Die K\u00f6nigin verwandelt sich beim letzten Versuch, den Revolution\u00e4r zu verf\u00fchren, in einen Baum, an dem sich der K\u00f6nig erh\u00e4ngen will. Seine Frau spricht ihm als Baum jedoch noch einmal Mut zu, worauf dieser Hoffnung f\u00fcr eine bessere Zukunft sch\u00f6pfen kann. Der Narr gibt ihm seine Krone zur\u00fcck und verschwindet.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Das Haus des Wilhelm Arndt im ersten Teil wird durch eine mit Aluminium-Folie ausgekleidetes Zimmer, in dem ein aufgestellter Fl\u00fcgeldeckel und drei St\u00fchle stehen dargestellt. Auf der durch Treppen zu erreichende Empore finden sich der Rest des Fl\u00fcgels sowie Theatersitze in drei Reihen.<\/p>\n<p>Das K\u00f6nigreich im zweiten Teil entf\u00fchrt den Zuschauer in eine wahre M\u00e4rchenwelt. Der Thron wirkt wie der Zacken einer Krone, es stehen ein Fenster und eine T\u00fcr im Raum und aus einem weiteren, gebogenen Teil der Krone ist ein Tisch geformt. Sp\u00e4ter klappen Choristen den Wald auf einer fahrbaren Trib\u00fcne auf, der ebenfalls aus eher abstrakten Busch-Formationen besteht.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das erste Werk des Abends, das sich klanglich zwischen sp\u00e4tromantischen, teilweise freitonalen Passagen und klassischer Wiener Musik, zeitweise sogar mit fast operettenhaften Anspielungen bewegt, war in seiner musikalischen Pr\u00e4sentation eher zwiegespalten. Das Orchester unter <strong>Anton Marik<\/strong> musizierte facettenreich und mit gro\u00dfer Spielfreude, jedoch verloren einige der operettenhaften, leichten Passagen in der St\u00fcckmitte etwas an Spannung. W\u00e4hrend <strong>Ausine Stundyte <\/strong>sehr gef\u00fchlvoll und einf\u00fchlsam die Rolle der Laura pr\u00e4sentierte, hatte <strong>Hugo Mallet<\/strong> als ihr Mann Wilhelm stark zu k\u00e4mpfen. Manchmal ging er hinter dem Orchester unter, ein andermal fehlte es ihm in Duetten an n\u00f6tigem Gegengewicht zu Stundyte. Aber in einigen Momenten vermochte er dennoch, die Leichtigkeit und sp\u00e4ter die Zerrissenheit seines Charakters \u00fcberzeugend zu vermitteln. <strong>Anne Ellerisek <\/strong>und <strong>Daniel Szeili<\/strong> als Bedienstetenp\u00e4rchen Lieschen und Florian wirkten zwar hin und wieder etwas albern, was aber wahrscheinlich durch die Regie beabsichtigt war. Wirklich entt\u00e4uschend war <strong>Antonio Yang<\/strong> in der Rolle des Peter Vogel. Sein Spiel wirkte steif und aufgesetzt und sein Gesang angestrengt und unauthentisch. Zwar konnte er sich im zweiten Teil des Abends, in Kreneks <em>Geheime[n] K\u00f6nigreich<\/em>, etwas steigern, f\u00fcr die Hauptrolle hat es meiner Meinung jedoch nicht gereicht. Ansonsten konnten S\u00e4nger und Ensemble von den ersten bis zu den letzten Takten der M\u00e4rchenoper, die im Vergleich zu Korngolds Fr\u00fchwerk harmonisch und melodisch wesentlich weiter entwickelt klingt, die Zuschauer in ihren Bann ziehen.<\/p>\n<p><strong>Gerad Quinn<\/strong> spielte und sang den Narren mit viel Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen, Spa\u00df an der Rolle und emotionaler Glaubw\u00fcrdigkeit \u2013 von leichtem Spa\u00df bis zu wissender Traurigkeit. <strong>Zuzana Markov\u00e1<\/strong> brillierte in ihrer nicht nur auf dem Besetzungszettel sondern auch in Tonh\u00f6he, Charakter und Komplexit\u00e4t an die <em>K\u00f6nigin der Nacht<\/em> angelehnten Rolle. Sie f\u00fcgte ihre hohen Koloraturen harmonisch und keinesfalls aufdringlich in den Ensembleklang und konnte in ihren Solo-Passagen durch Stimmkraft und das richtige Ma\u00df an Pathos und Dramatik das Bild einer herrschs\u00fcchtigen, vor Machtgier blinden K\u00f6nigin glaubhaft darstellen. Die drei Damen <strong>Anne Ellersiek, Therese Fauser<\/strong> und <strong>Wioletta Hebrowska<\/strong> spielten und sangen als eingespieltes Team in nahezu makelloser Synchronizit\u00e4t und stimmlicher Harmonie. <strong>Daniel Szeili<\/strong> wuchs als Revolution\u00e4r noch \u00fcber seine Leistung als Florian hinaus.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Auch mit der Produktion dieser beiden Seltenheiten der Opernliteratur kann sich das L\u00fcbecker Ensemble bundesweit mit den gro\u00dfen Staatsopern messen. Die herausragende Leistung der S\u00e4nger und Musiker wurde wie immer durch tosenden Applaus bereits nach der ersten H\u00e4lfte entlohnt.<\/p>\n<p>Maik Hoppe<\/p>\n<p>Bild: Joachim Quast<\/p>\n<p>Das Bild Zeigt: das K\u00f6nigspaar Antonio Yang und Zusanna Markov\u00e1 sowie die drei Damen Anne Ellersiek, Wioletta Herbrowska und Therese Fauser<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Erich Wolfgang Korngold (1897-1957), heitere Oper in einem Akt, Libretto: Leo Feld und Julius Leopold Korngold nach dem Lustspiel von Heinrich Teweles, UA: 28. 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