{"id":3713,"date":"2012-03-12T20:45:23","date_gmt":"2012-03-12T19:45:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3713"},"modified":"2012-03-15T20:49:51","modified_gmt":"2012-03-15T19:49:51","slug":"miriways-magdeburg-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3713","title":{"rendered":"MIRIWAYS &#8211; Magdeburg, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Singspiel in drei Akten von Georg Philipp Telemann (1681\u20131767), Libretto: Johann Samuel M\u00fcller<\/p>\n<p>UA: 26. Mai 1728 \u00a0Hamburg<\/p>\n<p>Regie: Jakob Peters-Messer, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Markus Meyer, Licht: Norbert Robel und Wolfgang Bonatz Dramaturgie: Johanna Jordan,, Dirigent: Michi Gaigg, L\u2019Orfeo Barockorchester<\/p>\n<p>Solisten: Markus Volpert (Miriways, Geist), Ulrike Hofbauer (Sophi), Julie Martin du Theil (Bemira), Gabriele Hierdeis (Nisibis), Stefan Zenkl (Murzah), Ida Aldrian (Samischa), Susanne Drexl (Zemir), Ilja Werger (Gesandter und Scandor), Sebastian Tiede (Leopard, Tod und Dieb)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 10. M\u00e4rz 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Magdeburg-Miriways.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3714\" title=\"Magdeburg-Miriways\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Magdeburg-Miriways.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Magdeburg-Miriways.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Magdeburg-Miriways-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der Machthaber Miriways in der Provinz Kandahar will den Thron des abgesetzten persischen Schahs mit dessen Sohn Sophi unter der Bedingung besetzen, da\u00df dieser vorher eine Ehe mit einer passenden Gemahlin eingeht. Diese soll von Miriways bestimmt werden. Doch der junge Sophi will seine Liebe zu Bemira nicht einer politisch passenden Verbindung opfern. Um die Gunst von Bemiras vermeintlicher Schwester Nisibis buhlen gleich zwei M\u00e4nner, Zemir und Murzah. Als Murzah Zemir als intriganten H\u00f6fling entlarven kann und sich herausstellt, da\u00df Bemira die uneheliche Tochter von Miriways ist, k\u00f6nnen nicht nur beide Paare zueinander finden, sondern auch Miriways Machtstellung wird auf diese Weise gesichert.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Kulisse besteht in allen drei Akten, die ineinander \u00fcbergehen, aus mehreren bunten, orientalischen Teppichen, die hintereinander aufgereiht und in der Mitte verschieden ausgeschnitten sind. Vor und hinter der Szene werden gelegentlich \u00fcber die ganze B\u00fchnenbreite reichende Gitter heruntergelassen, mit denen die Getrenntheit oder Verbindung der jeweiligen Personen unterstrichen wird. Die Zusammengeh\u00f6rigkeit der Paare wird durch die Farbe ihrer Kost\u00fcme deutlich. Samischa und Miriways treten in pr\u00e4chtigsten Gew\u00e4ndern auf: schwarz gl\u00e4nzend, mit Federn versehen, mit roten glitzernden Accessoires. Sophi und Bemira tragen Wei\u00df, der bewegliche Murzah einen blaugemusterten Anzug und Nisibis ein schwarzblaues T\u00fcllkleid. Der intrigante Zemir tritt eher albern als b\u00f6se auf mit umwickeltem Zopf und gr\u00fcn schimmerndem Bundhosen. Eine Raubkatze dient als zentrales Element. Sie verteidigt Nisibis, dient ihr als Ruhekissen, k\u00e4mpft mit Zemir, trinkt Whisky, raucht Zigarre mit dem Diener und jongliert mit B\u00e4llen.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die Basis f\u00fcr die musikalische Interpretation der empfindsamen Komposition ist das konzentriert spielende Barockorchester <em>L\u2019Orfeo<\/em>, dessen 21 Musikern unter dem engagierten Dirigat von Michi Gaigg es gelingt, rhythmisch pointiert, transparent, spritzig und elegant der Musik t\u00e4nzerische Bewegung einzuhauchen. Aufgrund der F\u00e4higkeit der Orchestermitglieder, die emotionale Verfassung und den Charakter des Handelnden durchweg musikalisch \u00fcberzeugend zu zeichnen, lassen sich nur schwer einzelne H\u00f6hepunkte benennen. Einer soll hier dennoch Erw\u00e4hnung finden: In der Arie <em>Die Dankbarkeit soll dich verpflichten<\/em> (3.Akt) wird mit einem dahingeworfenem Pizzicato der Charakter des falschen Zemirs entlarvt. Ein im doppelten Sinne gerissenes Spiel! Aus dem f\u00fcr die <em>Opera seria<\/em> typischen Wechsel zwischen Rezitativ und Da-capo-Arie ragen drei Ch\u00f6re (Huldigungs-, Feuer- und Schlu\u00dfchor) heraus, die von den Solistengruppen strahlend gestaltet werden. Die S\u00e4nger zeigen mit ihren stimmlichen Leistungen alle auf einem \u00e4hnlichen Niveau. Nur <strong>Ulrike Hofbauer<\/strong> (Sophi) f\u00e4llt durch ihre Stimme mit gro\u00dfem Volumen auf. <strong>Markus Volpert<\/strong> (Miriways) verk\u00f6rpert seine Rolle als g\u00fctiger Patriarch schauspielerisch ordentlich und mit einem wohltuendem Klang. <strong>Julie Martin du Theil <\/strong>(Bemira) interpretiert ihre Partie mit ihrem hellem Sopran zu zur\u00fcckhaltend. <strong>Gabriele Hierdeis<\/strong> (Nisibis) intoniert zwar sauber, spielt auch die Unsichere oder Unnahbare einigerma\u00dfen \u00fcberzeugend, doch ihre Stimme bleibt zu schwach. <strong>Stefan Zenkl<\/strong> (Murzah) gewinnt nach anf\u00e4nglichen Schw\u00e4chen und zwischenzeitlichen Atemproblemen schauspielerisch wie s\u00e4ngerisch deutlich an Kraft. <strong>Ida Aldrians<\/strong> (Samischa) warmer Mezzosopran h\u00e4tte man noch gerne \u00f6fter geh\u00f6rt als die Partitur es vorschreibt. <strong>Susanne Drexl<\/strong> bew\u00e4ltigte mit Mimik, gestisch und stimmlich die schwierige Rolle des hinterh\u00e4ltigen Zemir passabel.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die szenische Interpretation dieses urspr\u00fcnglich ernsten Singspiels, an die sich bisher niemand heranwagte, wartet mit vielen klamaukhaften Elementen auf. Man h\u00e4tte gut darauf verzichten k\u00f6nnen, auch wenn sie \u00fcber L\u00e4ngen des Librettos hinweghelfen. Die Kooperation des Magdeburger Theaters mit dem Barockorchester <em>L\u2019Orfeo<\/em> bot innerhalb der Magdeburger Telemann-Festtagen einen bunten Abend, der vom Publikum mit lang anhaltendem Beifall sowie vielen Bravorufen quittiert wurde.<\/p>\n<p>Carola Jakubowski<\/p>\n<p>Bild: Nilz Boehme<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Gabriele Hierdeis (Nisibis), Ida Aldrian (Samischa), Julie Martin du Theil (Bemira), Ulrike Hofbauer (Sophi)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Singspiel in drei Akten von Georg Philipp Telemann (1681\u20131767), Libretto: Johann Samuel M\u00fcller UA: 26. 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