{"id":3708,"date":"2012-03-13T18:52:33","date_gmt":"2012-03-13T17:52:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3708"},"modified":"2012-03-16T20:33:42","modified_gmt":"2012-03-16T19:33:42","slug":"l%e2%80%99elisir-d%e2%80%99amore-%e2%80%93-der-liebestrank-chemnitz-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3708","title":{"rendered":"L\u2019ELISIR D\u2019AMORE \u2013 DER LIEBESTRANK &#8211; Chemnitz, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gaetano Donizetti (1797-1848), Oper in zwei Akten, Text von Felice Romani, UA: 12. Mai 1832 Mailand, Teatro della Canobbiana<\/p>\n<p>Regie: Guy Montavon, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Hank Irwin Kittel<\/p>\n<p>Dirigent: Anja Bihlmaier, Robert-Schumann-Philharmonie, Opernchor Chemnitz<\/p>\n<p>Solisten: Johanna Stojkovic (Adina), Richard Carlucci (Nemorino), Peter Sch\u00f6ne (Belcore), Kouta R\u00e4s\u00e4nen (Dulcamara), Susanne Thielemann (Giannetta)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 10. M\u00e4rz 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Chemnitz-Liebestrank.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3709\" title=\"Chemnitz-Liebestrank\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Chemnitz-Liebestrank.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"224\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Chemnitz-Liebestrank.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Chemnitz-Liebestrank-300x192.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Nemorino hat sich in Adina verguckt, ist jedoch zu sch\u00fcchtern, ihr seine Liebe zu gestehen. Da kommt der Wunderarzt Dulcamara mit einem vermeintlichen Liebetrank gerade recht, insbesondere da der Draufg\u00e4nger Belcore, der Offizier eines Trupps Soldaten, seiner Angehimmelten den Hof macht. Der Liebestrank, eine Flasche Wein, tut bei Nemorino seine Wirkung, und er tritt gegen\u00fcber Adina gelassen auf. Als Alcina aus Trotz jedoch Belcore die Hand zum Ehebund reichen will, wird Nemorino bange und er bittet um einen Tag Aufschub (da sich erst dann die Wirkung des Trankes entfalten soll). Am Hochzeitstag verbreitet sich die Nachricht, da\u00df Nemorino reich geerbt haben soll und sogleich umwerben ihn die Dorfsch\u00f6nen, die ihn zuvor verh\u00f6hnt hatten. Doch Adina gelingt es schlie\u00dflich, ihre wahre Liebe zu Nemorino eingestehend, Nemorino aus einem verpflichtenden Kontrakt mit Belcore freizukaufen und alle wollen schlie\u00dflich Dulcamaras Zaubertrank, verschafft er doch augenscheinlich Liebe und Reichtum.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Szene im ersten Akt der Koproduktion mit den Theater Erfurt wird in eine italienische Nudelfabrik der Fa. Adina verlegt. Dabei wird die Fabrikationsst\u00e4tte im Hintergrund von einer gro\u00dfen Stellwand mit Firmenschildern und gro\u00dfer T\u00fcr sowie an den Seiten mit einer Stahlleiter und einer Stiege zu einer oberen Etage dargestellt. Auf der B\u00fchne simulieren ein Laufband und gro\u00dfe verschiebbare Tische die Teigherstellungs- und Verpackungsstationen. Im zweiten Akt wandelt sich die Nudelfabrik zu einem offenen Sternenhimmel im Hintergrund sowie zur Produktionsst\u00e4tte des Zaubertranks von Dulcamara mit ausgewechseltem Namensschild. W\u00e4hrend im ersten Akt Dulcamara in einem fantasievollen, einer Rikscha \u00e4hnlichen Verkaufsstand anreist, ziehen die Soldaten mit umgehangenen Propeller-Flugzeugen ein.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Erfrischender H\u00f6hepunkt des Abends war <strong>Richard Carlucci<\/strong>. Die Rolle des Nemorino ist ihm mit unglaublich lebendiger B\u00fchnenpr\u00e4senz wie auf den Leib geschrieben. Leicht nimmt man ihm den einf\u00e4ltigen Bauernt\u00f6lpel ab, der mit grimassenreicher Mimik die Lacher auf seiner Seite hatte. Auch gesanglich ist der Tenor in den Vordergrund zu stellen. Die Romanze <em>Una furtiva lagrima<\/em> \u2013 <em>Heimlich aus ihrem Auge sich eine Tr\u00e4ne stahl<\/em> ist mit eindringlich belcantischer Stimmnuancierung unter Auskostung warm aufleuchtender H\u00f6hen vorgetragen. Im gesanglichen Ausdruck f\u00e4llt leicht dahinter Sopranistin <strong>Johanna Stojkovic<\/strong> als Adina ab. In der Mittellage gut situiert und sicher in der Phrasierung, kommt sie bei den oberen T\u00f6nen schnell in Bedr\u00e4ngnis, so da\u00df der stimmliche Glanz teilweise spr\u00f6de ermattet und L\u00e4ngen nicht ausgehalten werden. Dies wird insbesondere in den Duetten deutlich, in denen ihre eindrucksvolle Stimme schnell zu erm\u00fcden scheint. Von stimmlich breit aufgestelltem Kaliber hingegen schafft es <strong>Kouta R\u00e4s\u00e4nen<\/strong> mit seinem facettenreichen, schlank angelegten und wendigen sowie im Duktus lupenreinen Ba\u00df, dem Quacksalber Dulcamara geh\u00f6rig Aufmerksamkeit zu verschaffen. Obwohl von leicht nordisch angehaucht unterk\u00fchltem Spiel, gelingt es R\u00e4s\u00e4nen auch im <em>Liebestrank<\/em>, als gesanglich sichere Bank von Chemnitz, wie z. B. im <em>Udite, udite, o rustici<\/em> \u2013 <em>H\u00f6rt, h\u00f6rt, ihr Leute!<\/em> die H\u00f6rer in seinen Bann zu ziehen. <strong>Peter Sch\u00f6nes <\/strong>Belcore besticht mit der taufrischen Leuchtkraft seines Baritons, der nicht allein im Duett mit Nemorino durch seine wendig-schlanke Grundlinie von sich h\u00f6ren lassen kann. Die Leistungen des Solisten-Ensembles werden durch <strong>Susanne Thielemanns<\/strong> (Giannetta) Vortrag abgerundet, deren sirrend-schwebend ambitionierter Sopran leichte Bl\u00fcten gesanglicher Schmeicheleien verteilt.<\/p>\n<p>Licht und Schatten bestimmen das Spiel der <strong>Robert-Schumann-Philharmonie <\/strong>unter <strong>Anja Bihlmaier<\/strong>. Bisweilen erscheinen Passagen zu straff und pastos schemenhaft in den Melodieb\u00f6gen, z. T. jedoch auch zu fahrig und ohne mitrei\u00dfenden Elan.<strong> <\/strong>Hervorzuheben sei der in sattem Klang durchstrukturierte, gut temperierte <strong>Opernchor<\/strong>.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Inszenierung von Guy Montavon bietet zwar kein Ideen-Feuerwerk, jedoch handwerklich solide Kost mit einigen gekonnt umgesetzten Ideen, die vor allem durch die guten gesanglichen Leistungen der Solisten und des Opernchores das Werk italienisch <em>al dente<\/em> auf den Punkt serviert.<\/p>\n<p>Dr. Andreas Gerth<\/p>\n<p>Bild: Dieter Wuschanski<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Johanna Stojkovic (Adina), Richard Carlucci (Nemorino), Peter Sch\u00f6ne (Belcore)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gaetano Donizetti (1797-1848), Oper in zwei Akten, Text von Felice Romani, UA: 12. 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