{"id":3704,"date":"2012-03-04T18:43:38","date_gmt":"2012-03-04T17:43:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3704"},"modified":"2012-03-13T18:45:47","modified_gmt":"2012-03-13T17:45:47","slug":"wilhelm-tell-nurnberg-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3704","title":{"rendered":"WILHELM TELL &#8211; N\u00fcrnberg, Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gioachino Rossini (1792-1868), Oper in vier Akten, Libretto: Victor-Joseph Etienne und Louis Florent Bis nach dem Schauspiel <em>Wilhelm Tell<\/em> von Friedrich Schiller, UA: 3. August 1829 Paris, Salle de la rue Le Pelletier<\/p>\n<p>Regie: Elisabeth St\u00f6ppler, B\u00fchne: Hermann Feuchter, Kost\u00fcme: Nicole Pleuer<\/p>\n<p>Dirigent: Guido Johannes Rumstadt, Staatsphilharmonie, Chor und Extrachor des Staatstheaters N\u00fcrnberg, Choreinstudierung: Tarmo Vaask<\/p>\n<p>Solisten: Martin Berner (Guillaume Tell), Uwe Stickert (Arnold), Leah Gordon (Mathilde), Vladislav Solodyagin (Melcthal), Claudia Braun (Jemmy), Leila Pfister (Hedwige), Taehyun Jun (Walter und Leuthold), Nicolai Karnolsky (Gesler), Philip Carmichael (Rodolphe), Tilman Lichdi (Ruedi),u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 3. M\u00e4rz 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Nuernberg-Tell.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3705\" title=\"Nuernberg-Tell\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Nuernberg-Tell.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Nuernberg-Tell.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Nuernberg-Tell-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend eines Hirtenfestes sollen drei Paare getraut werden. Arnold z\u00f6gert mit der Heirat, denn er ist in die Habsburger Prinzessin Mathilde verliebt. Unter der habsburgischen Fremdherrschaft leidend, haben die Schweizer eine Unabh\u00e4ngigkeitsbewegung gegr\u00fcndet und bek\u00e4mpfen die Soldaten des Kaiserlichen Landvogts Gesler. Arnold f\u00fchrt den Kampf an, nachdem sein Vater von Gesler ermordet wurde. Wilhelm Tell wird gefangen und mu\u00df zur Strafe einen Apfel vom Kopf seines Sohnes Jemmy schie\u00dfen. Obwohl ihm dieses gelingt, l\u00e4\u00dft Gesler ihn verhaften, aber Tell erschie\u00dft den Vogt. Man feiert die Freiheit.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Schon nach dem Vogelgezwitscher und mit den ersten Takten des verhaltenen ersten Teiles der Ouvert\u00fcre um das ber\u00fchmte Solo-Cello, hebt sich der Vorhang \u00fcber einem Einheitsb\u00fchnenbild. Ein Punk-Quintett lockt eine Gesellschaft in einen mit grauen W\u00e4nden begrenzten gro\u00dfen Raum. W\u00e4hrend die Musiker nach oben entschwinden, schlie\u00dfen sich die Feuerschutztore. Trotzdem gelingt Widerstandsk\u00e4mpfern durch die Pf\u00f6rtnerloge die Flucht, Waffen und Leichen werden durch Bodenluken im Keller abgelegt und immer wieder herausgeholt. Die Gesellschaft tr\u00e4gt heutige Alltagskleidung und schreibt Texte wie <em>Freiheit spielend lernen<\/em> an Tafeln oder Projektionen, der <em>R\u00fctli-Schwur<\/em> mu\u00df aus dem Reclam-Schiller-Heft zitiert werden. Tells Sohn wird zur Tochter, tr\u00e4gt einen roten Trainingsanzug und hat eine Liebesbeziehung zu Ruedi, der allerdings als Ziegenbock von Tell geopfert wird. Der zweite Teil der Ouvert\u00fcre, der Reiterangriff-Galopp, leitet das Finale ein. Da Wilhelm Tells ber\u00fchmter Schu\u00df fehl geht, sitzt Jemmy am Schlu\u00df querschnittsgel\u00e4hmt im Rollstuhl. Gesler wird von Hedwige erschossen, da Tell von Geslers Schergen geblendet wurde.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Es ist der gro\u00dfe Abend des lyrischen Tenors <strong>Uwe Stickert<\/strong>. Er erf\u00fcllt die hohen Anforderungen an einen italienischen Tenor f\u00fcr diese Grand Op\u00e9ra und zeigt, wie man in dieser ber\u00fchmten und m\u00f6rderischen Tenorpartie mit Rossinis Glanzarien scheinbar m\u00fchelos in h\u00f6chste H\u00f6hen hinaufklettert. Bei ihm wird die butterweich gef\u00fchrte Stimme mit glasklaren Spitzent\u00f6nen (19 hohe C und zwei Cis) zum gesanglichen Ereignis. Die Wirkung seiner gro\u00dfen Arie wird leider unterbrochen, da er seinen toten Vater waschen mu\u00df. Das bekannte Duett des zweiten Aktes mit der zu technisch brillanten Koloraturen f\u00e4higen Mathilde <strong>Leah Gordons<\/strong> zeigt gl\u00e4nzenden Belcanto-Gesang, auch wenn sie bei den leisen T\u00f6nen Sch\u00e4rfen und Tremolo nicht vermeiden kann. <strong>Nicolai Karnolsky <\/strong>(Gesler) ist ein fast schwarzer Ba\u00df mit unersch\u00f6pflichem Klangvolumen, der auch mit einer soliden H\u00f6he gl\u00e4nzt. Wie er mit stimmlichen Mitteln pure B\u00f6sartigkeit charakterisiert ist faszinierend. Da Michaela Mayer erkrankt war, spielt sie die Rolle der Tochter Jemmy Tell auf der B\u00fchne, w\u00e4hrend sie im Graben von <strong>Claudia Braun<\/strong> ausgezeichnet vertreten wird. Die weithin unbekannte, meist gestrichene Arie im dritten Akt beherrscht Claudia Braun nicht und wird als Aufzeichnung der Generalprobe eingespielt, die Michaela Mayer sang. Ein Novum! W\u00e4hrend <strong>Martin Berner<\/strong> in der Titelrolle kraft- und farblos bleibt. Das war jedenfalls das, was man vernehmen konnte, denn er sang \u00fcber weite Teile zu leise. Beide Rollen, die Tenorrolle des Walther und die Ba\u00dfrolle des Leuthold singt der \u00a0Ba\u00df <strong>Taehyun Jun<\/strong> wiedergegeben. <strong>Guido Johannes Rumstadt<\/strong> ist ein Dirigent, der die S\u00e4nger auf H\u00e4nden tr\u00e4gt. Mit viel Legato k\u00f6nnen die S\u00e4nger ihre schwierigen Rollen und technischen Feinheiten ausbreiten \u2013 lediglich nur gest\u00f6rt durch Regieeinf\u00e4lle und Eingriffe in die Partitur. Zum Zug kommt vor allem Rossinis feinf\u00fchliger Umgang mit Motiven. Ein wenig mehr Feuer (vulgo Tempo) vor allem in der geteilten Ouvert\u00fcre h\u00e4tte f\u00fcr mehr Stimmung im Publikum gesorgt.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Der Abend endet mit einem Eklat: In bisher in N\u00fcrnberg unbekannter Heftigkeit wird die Regisseurin <strong>Elisabeth St\u00f6ppler<\/strong> ausgebuht, sogar Zwischenrufer gibt es. In einer sterilen Einheitsb\u00fchne blinder Aktionismus, der v\u00f6llige Ratlosigkeit bei der Personenf\u00fchrung ersetzt, war denn doch zu viel. Die Regisseurin hatte die Oper um eine Stunde gek\u00fcrzt. Da er f\u00fcr die Partitur verantwortlich ist, gab es auch f\u00fcr <strong>Guido Johannes Rumstadt<\/strong> Buhrufe, obwohl seine musikalische Unterst\u00fctzung f\u00fcr die S\u00e4nger optimal war. Solisten, Chor und Orchester erhielten einhelligen Jubel.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Ludwig Olah<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Martin Berner (Guillaume Tell), Leila Pfister (Hedwige), Leah Gordon (Mathilde), Uwe Stickert (Arnold) v.l.n.r.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gioachino Rossini (1792-1868), Oper in vier Akten, Libretto: Victor-Joseph Etienne und Louis Florent Bis nach dem Schauspiel Wilhelm Tell von Friedrich Schiller, UA: 3. 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