{"id":3692,"date":"2012-03-07T16:40:01","date_gmt":"2012-03-07T15:40:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3692"},"modified":"2012-03-08T16:47:14","modified_gmt":"2012-03-08T15:47:14","slug":"dido-and-aeneas-opera-comique-paris","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3692","title":{"rendered":"DIDO AND AENEAS &#8211; Op\u00e9ra Comique, Paris"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Henry Purcell (1659-1695), Oper in drei Akten und einem Prolog, Libretto: Nahum Tate nach seiner Trag\u00f6die <em>Brutus of Alba<\/em> or <em>The Enchanted Lovers<\/em> (1678) nach dem Versepos <em>Aeneis<\/em> von Vergil, UA: 11. oder 30. April 1689 Chelsea (London), Josias Priest\u2019s School of Young Ladies<\/p>\n<p>Regie: Deborah Warner, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Chloe Obelensky, Licht: Jean Kalman<\/p>\n<p>Kinderchoreographie: Rosita Steinhausers, Kinder: Ma\u00eetrise de Hauts-de-Seine<\/p>\n<p>Dirigent: William Christie, Orchester und Chor <em>Les Arts Florissants<\/em><\/p>\n<p>Solisten: Malena Ernman (Dido), Nikolay Borchev (Aeneas), Judith van Wanroij (Belinda), Hilary Summers (Zauberin), Lina Markeby (Zweite Frau), Fiona Shaw<strong> <\/strong>(Prolog) u. a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 5. M\u00e4rz 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Paris-Dido.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3693\" title=\"Paris-Dido\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Paris-Dido.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Paris-Dido.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Paris-Dido-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Dido ist hin und hergerissen zwischen ihrer keimenden Liebe zu Aeneas und ihren Pflichten als K\u00f6nigin. Trotz seines G\u00f6tterauftrags, die Stadt Rom zu gr\u00fcnden, erkl\u00e4rt ihr Aeneas sein Liebe und Entschlossenheit in Karthago zu bleiben. W\u00e4hrend eines Ausflugs ins Gr\u00fcne feiern die Liebenden ihre Verbindung. Doch die b\u00f6se Zauberin und ihre Hexen sind schon am Werk, sie zu vernichten. Ein b\u00f6ser Geist im Gestalt des Gottes Merkur befiehlt Aeneas, Dido zu verlassen und nach Italien weiterzusegeln. Im Hafen bereiten die Matrosen alles zu Abfahrt vor. Im Palast klagt Dido Aeneas an, sie betrogen zu haben, weil er doch von vornherein wu\u00dfte, da\u00df die G\u00f6tter ihn zu Abfahrt zwingen w\u00fcrden. Obwohl er verspricht, gegen Jupiters Willen bei ihr zu bleiben, schickt sie ihn fort. In ihrer Verzweiflung nimmt sie Gift und stirbt in den Armen ihrer Schwester Belinda.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Diese f\u00fcr den k\u00f6niglichen Hof bestimmte Kurzoper, wurde schlie\u00dflich in und von einem M\u00e4dchenpensionat uraufgef\u00fchrt. In Erinnerung daran, bringt Deborah Warner eine fr\u00f6hliche Schar 3 bis 12 Jahre alt M\u00e4dchen auf die B\u00fchne, die auf verschiedene Weise am Geschehen teilhaben. Besonders reizvoll der Tanz eines Matrosen mit den kleinen M\u00e4dchen. Ob diese lustige Idee\u00a0 wirklich wesentlich zu Auff\u00fchrung beitr\u00e4gt, ist eine andere Frage. Als Hintergrund eine Rokokofassade (hinter einem Perlenvorhang), davor in der Mitte der B\u00fchne eine Mosaikplattform, die sich sp\u00e4ter in ein Wasserbecken verwandelt. K\u00f6nigin und Hofdamen in Kleidern des 17. Jahrhunderts, Aeneas in langen Stiefeln und Lederweste, heutige Kost\u00fcme f\u00fcr den Chor der Kathager und schwarzwei\u00dfe Schuluniformen f\u00fcr die M\u00e4dchen. Die Zauberin mit roter Per\u00fccke in schwarzen Umh\u00e4ngen, wie auch die Hexen. Im dritten Akt klettern halbnackte Matrosen herabh\u00e4ngende Seile hinauf und hissen das Segel zur Abfahrt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Malena Ernman<\/strong> (Dido) singt und spielt hervorragend verhalten und hoheitsvoll die ungl\u00fcckliche K\u00f6nigin. Ihr kraftvoller Mezzosopran ist rein und ausdrucksvoll, abgerundet auch in den hohen Stimmlagen. Sie durchlebt stimmlich und schauspielerische mit gro\u00dfer Sensiblilt\u00e4t die Gef\u00fchlswandlungen, von der Liebeshoffnung <em>Ah! Belinda, I am pressed with torment <\/em>zu Beginn der Oper bis zum Liebestod in der Schlu\u00dfszene <em>Thy hand, Belinda, darkness shades me<\/em>. Nikolay Borchev mit tiefem vollen Baryton ist der heldenhafte Aeneas, hin und hergerissen zwischen G\u00f6tterauftrag\u00a0 und Liebe wie in der Entsagungsarie <em>Jove\u2019s command shall be obey\u2019d <\/em>(Ende 2. Akt). <strong>Judith van Wanroij<\/strong> (Belinda) singt mit kr\u00e4ftiger, etwas herber Sopranstimme die treue Schwester. Die zweite Hofdame ist <strong>Lina Markeby<\/strong>. <strong>Hillary Summers<\/strong> als Zauberin mit ihren zwei Hexen, singen und spielen in humorvoller Groteske den komischen Teil der Oper, besonders schwungvoll im Hexentrio <em>See the flags and streamers curling <\/em>(3. Akt).<\/p>\n<p>Da f\u00fcr diese Oper genaue Angaben nicht existieren, hat <strong>William Christie<\/strong> f\u00fcr diese Auff\u00fchrung ein Orchester <em>\u00e0 la <\/em><em>fran\u00e7aise<\/em>, d.h. nicht nur Streicher, sondern auch Holzbl\u00e4ser gew\u00e4hlt. Er leitet Solisten sowie Chor und <em>Les<\/em> <em>Arts Florissants<\/em> mit gewohnter Meisterschaft.<\/p>\n<p>Der verlorene Prologs der Oper wurde durch einige passende Gedichte von Ted Hughes, T.S. Eliot und W.B. Yeats ersetzt, melodramatisch deklamiert von <strong>Fiona Shaw<\/strong>.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4ren nicht sowohl Charles II. als auch Purcell so fr\u00fch gestorben, h\u00e4tte sich vielleicht durch weitere Werke Purcells eine eigenst\u00e4ndige englische Operntraditon entwickelt, wie eine italienische und eine franz\u00f6sische Operntradtion. Doch das kam nach dieser einen Oper nicht zustande, umso weniger als H\u00e4ndel bei seiner Ankunft in London, 15 Jahre nach Purcells Tod, die Tradition der italienischen Oper \u00fcbernahm.<\/p>\n<p>Diese Produktion von Purcells einziger, lang verschollenen Oper, die schon\u00a0 bei den Wiener Festwochen 2006 zu einem grossen Erfolg wurde, hat die Op\u00e8ra Comique in fast derselben Besetzung wieder auf die B\u00fchne gebracht. Und sie hat diesselbe Begeisterung ausgel\u00f6st wie damals.<\/p>\n<p>Alexander Jordis-Lohausen<\/p>\n<p>Bild: Dr. Elisabeth Carecchio<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Malena Ernman (Dido), dahinter Judith van Wanroij (Belinda) und links Lina Markeby (Zweite Frau)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Henry Purcell (1659-1695), Oper in drei Akten und einem Prolog, Libretto: Nahum Tate nach seiner Trag\u00f6die Brutus of Alba or The Enchanted Lovers (1678) nach dem Versepos Aeneis von Vergil, UA: 11. oder 30. 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