{"id":3688,"date":"2012-03-05T16:36:29","date_gmt":"2012-03-05T15:36:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3688"},"modified":"2012-03-08T16:39:27","modified_gmt":"2012-03-08T15:39:27","slug":"the-rake%e2%80%99s-progress-%e2%80%93-der-wustling-stralsund-theater-vorpommern-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3688","title":{"rendered":"THE RAKE\u2019S PROGRESS \u2013 DER W\u00dcSTLING &#8211; Stralsund, Theater Vorpommern"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Igor Strawinsky (1882-1971), Oper in drei Akten, Libretto: Wystan Hugh Auden und Chester Kallman nach der Kupferstichserie (1735) von William Hogarth, UA: 11. September 1951 Venedig, Teatro La Fenice<\/p>\n<p>Regie: Georg Bl\u00fcml, B\u00fchne: Sabine Lindner, Kost\u00fcme: Christine Becke, Dramaturgie: Katja Pfeifer, Licht: Kirsten Heitmann<\/p>\n<p>Dirigent: Karl Prokopetz, Philharmonisches Orchester und Opernchor des Theaters Vorpommern, Choreinstudierung: Anna T\u00f6ller<\/p>\n<p>Solisten: Bernhard Leube (Truelove), Susanne Niebling (Anne Truelove), Kerem Kurk (Tom Rakewell), Chul-Ho Jang (Nick Shadow), Christina Winkel (Mother Goose), Kerstin Brix (Baba), Maximilian Lothar Argmann\/Noriyuki Sawabu (Sellem), Melih Colacoglu (Pfleger)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 3. M\u00e4rz 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Stralsund-Rakes.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3689\" title=\"Stralsund-Rakes\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Stralsund-Rakes.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"234\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Stralsund-Rakes.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Stralsund-Rakes-300x200.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Tom Rakewell und Anne Truelove lieben einander, doch ihr Vater ist gegen die Beziehung, weil der mittellose Rakewell keine Arbeit annehmen will. Da erscheint Nick Shadow und erkl\u00e4rt, Rakewell sei Erbe eines ihm unbekannten Onkels und damit sehr reich. Rakewell folgt Shadow in die Stadt, um die Papiere in Ordnung zu bringen, doch er kehrt nicht zur\u00fcck: Shadow f\u00fchrt ihn in ein Bordell, bringt ihn dazu, Baba <em>The Turk<\/em> zu heiraten, verf\u00fchrt ihn zu dubiosen Gesch\u00e4ften und treibt ihn so moralisch und finanziell in den Ruin. Nach einem Jahr und einem Tag fordert Shadow seinen Lohn: Rakewells Leben. Dem gelingt es, Shadow im Kartenspiel seine Seele abzutrotzen. Er endet im Irrenhaus, wo ihn Anne ein letztes Mal besucht, bevor er stirbt.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Auff\u00fchrung ist in ein Gesamtkonzept eingebettet, das dem Starkult um Pop- oder Filmstars nachempfunden ist. Schon Wochen vor der Premiere wird in fiktiven Pressemitteilungen die Ankunft der <em>Lady Baba<\/em> in der Stadt annonciert, sogar ein Empfang im Rathaus inszeniert. Vor dem Theatereingang ist ein roter Teppich ausgelegt, und die \u201eStars\u201c des Abends (Rakewell, Shadow, Mother Goose und zuletzt Baba) werden kurz vor Vorstellungsbeginn in einer schwarzen Limousine vorgefahren, begr\u00fc\u00dft von frenetisch kreischenden Teenagern.<\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df diesem Konzept sind auch B\u00fchne und Kost\u00fcme gestaltet: Kleidung und Frisuren entsprechen der heutigen Mode. Die Figur der Baba ist optisch an den Popstar Lady Gaga angelehnt. Das B\u00fchnenbild setzt sich aus verschiebbaren Wandelementen in verschiedenen Graut\u00f6nen, einem wei\u00dfen Designer-Sofa und einem gro\u00dfen Flachbildschirm zusammen. Die Szenen auf dem Lande spielen sich vor dem Vorhang ab. Rakewells Wunschfantasien sind auf den Bildschirmen zu sehen, sowie die Aufnahmen, die von einem kleinen Filmteam gemacht werden, das Rakewell und Shadow w\u00e4hrend ihrer gesamten gemeinsamen Zeit auf der B\u00fchne verfolgt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Leider war diese Premiere von krankheitsbedingten \u00c4nderungen betroffen. F\u00fcr <strong>Doris H\u00e4drich<\/strong> sprang <strong>Kerstin Brix <\/strong>(Baba) ein, die diese selten gespielte Oper in deutscher Sprache kannte. W\u00e4hrend die restliche Auff\u00fchrung in der Originalsprache Englisch ablief, sang Baba auf Deutsch, was in den Dialogen sehr merkw\u00fcrdig wirkte. Stimmlich und schauspielerisch \u00fcberzeugte sie allerdings. Die zweite \u00c4nderung bestand darin, dass <strong>Noriyuki Sawabu<\/strong> den Auktionator Sellem zwar auf der B\u00fchne darstellte, gesungen wurde die Rolle aber von <strong>Maximilian Lothar Argmann<\/strong> (Sellem), der die Herausforderung gl\u00e4nzend meisterte. Den anderen Darstellern waren ab und zu die Schwierigkeiten der Partitur anzumerken. <strong>Kerem Kurk <\/strong>(Tom Rakewell) gefiel durch seine angenehme lyrische Tenorstimme, doch er konnte es sich stellenweise nicht verkneifen, den Takt mitzudirigieren. <strong>Susanne Niebling<\/strong> (Anne Truelove) bew\u00e4ltigte die schwierigen Passagen mit Bravour, ihr Sopran klar und gut artikuliert \u2013 nur die h\u00f6chsten Spitzent\u00f6ne klangen gepre\u00dft und deutlich zu tief. Wenig mystisch, sondern eher im Stile eines gesch\u00e4ftigen Managers deutete <strong>Chul-Ho Jang <\/strong>(Nick Shadow) seine Rolle, was aber durchaus ins Gesamtkonzept passte. Stimmlich war er voll auf der H\u00f6he, nur die Textartikulation lie\u00df manchmal zu w\u00fcnschen \u00fcbrig. <strong>Christina Winkel <\/strong>(Mother Goose) war durch das Orchester kaum zu h\u00f6ren. Der sonst so volle Ba\u00df von <strong>Bernhard Leube<\/strong> (Truelove) wirkte zeitweise etwas atemlos. Ohne Abstriche \u00fcberzeugte der Chor.<\/p>\n<p>Auch das <strong>Orchester<\/strong> meisterte die Klippen der Partitur gr\u00f6\u00dftenteils sehr gut, nur ganz zu Beginn gab es leichte Probleme mit den scharfen Rhythmen bei den Blechbl\u00e4sern. Gewisse Intonationsschw\u00e4chen in den Streichern kamen vor, doch seltener als zuweilen in anderen Auff\u00fchrungen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Es ist schwer, mit dieser ungew\u00f6hnlichen, etwas sperrigen Oper beim Publikum zu punkten \u2013 zumal wenn man sie in englischer Sprache mit kaum leserlichen \u00dcbertiteln pr\u00e4sentiert. Deshalb war wohl der Applaus am Ende auch eher verhalten. Dabei war die Bew\u00e4ltigung dieser Herausforderung f\u00fcr das Theater Vorpommern eine echte Glanzleistung, die ein Lob verdient hat \u2013 und das Gesamtkonzept des Starkultes um <em>Lady Baba<\/em> war ein sehr gekonnt. Respekt!<\/p>\n<p>Anna-Juliane Peetz-Ullman<\/p>\n<p>Bild: Vincent Leifer<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Christina Winkel (Mother Goose), Kerem Kurk (Tom Rakewell) und Mitglieder des Opernchores<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Igor Strawinsky (1882-1971), Oper in drei Akten, Libretto: Wystan Hugh Auden und Chester Kallman nach der Kupferstichserie (1735) von William Hogarth, UA: 11. 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