{"id":3682,"date":"2012-03-01T16:24:31","date_gmt":"2012-03-01T15:24:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3682"},"modified":"2012-03-19T13:36:11","modified_gmt":"2012-03-19T12:36:11","slug":"ll-ritorno-dulisse-in-patria-%e2%80%93-die-ruckkehr-des-odysseus-ins-vaterland-koln-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3682","title":{"rendered":"LL RITORNO D&#8217;ULISSE IN PATRIA \u2013 DIE R\u00dcCKKEHR DES ODYSSEUS INS VATERLAND &#8211; K\u00f6ln, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Claudio Monteverdi (1567-1643) Oper mit einem Prolog und drei Akten, gek\u00fcrzt, sonst 5 Akte, Libretto: Giacomo Badoaro<\/p>\n<p>Regie: Bernd Mottl, Friedrich Eggert: B\u00fchne\/Kost\u00fcme, Licht Andreas Gr\u00fcter, Dramaturgie: Georg Kehren\/Silke Leopold<\/p>\n<p>Dirigent: Konrad Jungh\u00e4nel, G\u00fcrzenich-Orchester K\u00f6ln und G\u00e4ste<\/p>\n<p>Dmitry Egorov (Die menschliche Hinf\u00e4lligkeit\/Pisandro), Wolf Matthias Friedrich (Zeitgott\/Nettuno), Claudia Rohrbach (Fortuna\/Minerva), Ji-Hyun An (Amor\/Juno), Peter Gijsbertsen (Jupiter\/Eurimaco), Claudia Rohrbach (Fortuna\/Minerva), Mirko Roschkowski (Ulisse), Katrin Wundsam (Penelope), Gustavo Quaresma (Telemaco) Hilke Andersen (Ericlea), Young Doo Park (Antinoo), John Heuzenroeder (Anfinomo), Regina Richter (Melanto) Miljenko Turk (Eumete), Robert W\u00f6rle (Iro)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 29. Februar 2012 (B-Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Koeln-Ulysse.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3683\" title=\"Koeln-Ulysse\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Koeln-Ulysse.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Koeln-Ulysse.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Koeln-Ulysse-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Im Prolog beklagt sich die menschliche Hinf\u00e4lligkeit beim Zeitgott, bei Fortuna und Amor dar\u00fcber, da\u00df die Zeit verg\u00e4nglich sei, da\u00df Sicherheit ihm fehle und da\u00df er unter Amors Tyrannei leide.<\/p>\n<p>Penelope wartet seit zwei Jahrzehnten auf die R\u00fcckkehr ihres Gatten Ulysse (Odysseus). Dieser war nach Troja gegangen, um den Ehebrecher Paris zu bestrafen. Doch auch nachdem Troja gefallen war, kehrte er nicht zur\u00fcck. Das erf\u00fcllt Penelope mit gro\u00dfer Trauer. Nettuno stellt Ulysse bei der Heimreise gro\u00dfe Hindernisse in den Weg. Inzwischen wird Penelope von Freiern umschw\u00e4rmt, die sie verleiten wollen, ihr Ehegel\u00f6bnis zu brechen. Aber Ulysse kommt doch schlie\u00dflich zu seiner Gattin, die alle Feier abgewiesen hatte.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Auf einer runden Scheibe steht ein Haus, das durch Drehung der Scheibe seine Vorderfront und das Innere zeigt. Vor dem Haus gibt es eine gr\u00fcne Wiese. Das Innere zeigt ein Schlafzimmer mit einem Ehebett. Ins Haus gelangt man durch eine T\u00fcr, die auf eine Allerweltst\u00fcrklingel ge\u00f6ffnet wird. Die G\u00f6tter treten \u00fcberall auf: im Zuschauerraum, auf der Galerie, rund um die B\u00fchne und schlie\u00dflich kommt Minerva auf eine Gondel herabgeschwebt. Auch ein riesiger, schwarzer Adler schwebt \u00fcber der B\u00fchne. Der ist allerdings unbemannt. Die B\u00fchnenfiguren tragen moderne Kleidung, die Freier von Penelope kommen mit feinen, bunten Anz\u00fcgen daher. Penelope tr\u00e4gt schwarz. Im Unterrock steht sie schlie\u00dflich ihrem heimgekehrten Ulysse gegen\u00fcber. Dieser tr\u00e4gt eine verdreckte Uniform heutiger Soldaten. Zum Schlu\u00df erscheint er mit einer Kalaschnikow, mit der er die Freier t\u00f6tet. Beim Wiedersehen seiner Gattin Penelope sind seine H\u00e4nde und Unterarme noch voller Blut.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Unter <strong>Konrad Jungh\u00e4nel<\/strong>s Leitung spielten Streicher des G\u00fcrzenich Orchesters mit G\u00e4sten. Letztere bedienten Cembalo, Orgel, Harfe, Gitarre, Blockfl\u00f6ten, Chitarrone (Theorbe), Lira da Gamba und Zinken. Sie sa\u00dfen\u00a0 beidseits der B\u00fchne. Die unvollkommen auf uns gekommene Partitur hatte Jungh\u00e4nel eingerichtet. Dabei k\u00fcrzte er (es fehlte die Auseinandersetzung der G\u00f6tter \u00fcber den trojanischen Krieg) und w\u00e4hlte die Instrumente zur Begleitung aus. Das tat er sehr kenntnisreich. So wurde die Orgel manchmal nur f\u00fcr einen halben Takt eingesetzt, z.B. wenn Penelope von Ulysse sang. \u00dcberhaupt war das Orchester in seiner Flexibilit\u00e4t und Dynamik das Beste dieser Auff\u00fchrung. Aber auch die S\u00e4nger entsprachen durchweg diesem Niveau. <strong>Katrin Wundsam<\/strong> (Penelope) setzte von Anfang ihren gef\u00fchlvollen Sopran sehr geschickt im dramatischen Verlauf ihrer Ges\u00e4nge ein, wobei die Akkuratesse ihrer Koloratur untadelig blieb. Mit gro\u00dfem Pathos schwankte ihr Vortrag zwischen resignativer Trauer, Erinnerungsmomenten und inbr\u00fcnstiger Sehnsucht nach dem Gatten. Ihre Freude bei der Wiedererkennung Ulysses <em>Illustratevi o cieli, \u2013 erstrahlet o Himmel, erbl\u00fchet ihr Fluren<\/em> (letzte Szene) \u00fcbertrug sich mit dem Schwung ihrer Begeisterung auf die Zuschauer.<\/p>\n<p>In sch\u00f6nstem Gegensatz war <strong>Regina Richter<\/strong>,\u00a0als Melanto in der 50iger Jahre Mode gekleidet, \u00a0zur trauernden Gattin. Ihre meist im Dreiertakt angelegten Gesangspartien legte sie mit intonationssicherem, hellem Sopran aufs Sch\u00f6nste an. Ihr Partner <strong>Peter Gijsbertsen<\/strong> (Eurimaco) hatte allerdings seine Not mit der Intonationstreffsicherheit der Koloratur und in den H\u00f6henlagen. Als Jupiter aber war er fehlerlos. <strong>Claudia Rohrbach<\/strong> (Minerva) gl\u00e4nzt mit ihrem strahlenden Sopran. Aber auch <strong>Ji-Hyun An<\/strong> (Amor) rangierte mit ihr auf gleichem Niveau. Schlie\u00dflich war <strong>Robert W\u00f6rle<\/strong> (Iro) als Vielfra\u00df in seiner T\u00f6lpelhaftigkeit mit seinen Gesangsparodien un\u00fcbertrefflich, und <strong>Miljenko Turk<\/strong> (Eumete) bewies wieder einmal die Gediegenheit seines Singens. <strong>Mirko Roschkowskis<\/strong> (Ulisse) gestaltet mit seiner lyrischen Tenorstimme die ausgedehnten Gesangslinien souver\u00e4n und die Genauigkeit seiner Koloratur kam der Leidenschaftlichkeit und Niedergeschlagenheit seiner Darstellung sehr zustatten. Zuletzt sei noch <strong>Wolf Matthias Friedrich<\/strong> (Nettuno) erw\u00e4hnt, der mit polternden Schritten und machtvollem, volumin\u00f6sen, dabei akkurat gef\u00fchrten Ba\u00df seine Partie hervorragend hinlegte.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Eine von der musikalischen Gestaltung des Dirigenten und des S\u00e4ngerensembles sehr gute Auff\u00fchrung. Hinsichtlich der G\u00f6tterdarstellung und der Kost\u00fcme, insbesondere von Ulysse, h\u00e4tte etwa mehr W\u00fcrde dem k\u00fcnstlerischen Wert diese Oper gutgetan.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Paul Leclaire<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Mirko Roschkowski (Ulisse), Peter Gijsbertsen (Eurimaco), Gustavo Quaresma (Telemaco), Regina Richter (Melanto), Katrin Wundsam (Penelope) v.l.n.r.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Claudio Monteverdi (1567-1643) Oper mit einem Prolog und drei Akten, gek\u00fcrzt, sonst 5 Akte, Libretto: Giacomo Badoaro Regie: Bernd Mottl, Friedrich Eggert: B\u00fchne\/Kost\u00fcme, Licht Andreas Gr\u00fcter, Dramaturgie: Georg Kehren\/Silke Leopold Dirigent: Konrad Jungh\u00e4nel, G\u00fcrzenich-Orchester K\u00f6ln und G\u00e4ste Dmitry Egorov<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3682\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,1],"tags":[],"class_list":["post-3682","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-koln-buhnen-der-stadt","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3682","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3682"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3682\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3724,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3682\/revisions\/3724"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3682"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3682"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3682"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}