{"id":367,"date":"2008-09-07T16:07:06","date_gmt":"2008-09-07T14:07:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=367"},"modified":"2008-09-08T16:57:44","modified_gmt":"2008-09-08T14:57:44","slug":"aachen-stadttheater-aida","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=367","title":{"rendered":"Aachen, Stadttheater &#8211; AIDA"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi, Opera in vier Akten; Libretto: Antonio Ghislanzoni<br \/>\nUA: 24. Dezember 1871, Opernhaus Kairo<br \/>\nRegie: Ewa Teilmans, B\u00fchne: Oliver Brendel<br \/>\nDirigent: Marcus R. Bosch, Choreinstudierung: Frank Flade<br \/>\nPawel Lawreszuk (Der K\u00f6nig), Sanja Anastasia (Amneris), Irina Popova (Aida), Kor-Jan Dusseljee (Radames), Woong-jo Choi (Ramphis), Bastian Everink (Amonasro), Sung-Jin Kim (Ein Bote), Michaela-Maria Meyer (Eine Oberpriesterin)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 3.September 2008 (Premiere: 31.08.2008)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"3908-aachen-aida.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/3908-aachen-aida.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"3908-aachen-aida.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/3908-aachen-aida.jpg\" \/><\/a>Die \u00e4thiopische Prinzessin Aida wird am Hof der \u00c4gypter als Sklavin gefangen gehalten. Dort verliebt sie sich in den Heerf\u00fchrer Radames, der ihre Liebe ebenso erwidert. Doch auch Amneris, die Tochter des Pharao, liebt Radames und sieht in Aida eine Rivalin. Als Aidas Vater Amonasro von den \u00c4gyptern gefangen wird bittet er seine Tochter, von Radames die Kriegspl\u00e4ne der \u00c4gypter gegen sein Volk in Erfahrung zu bringen. Hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu Radames und ihrer Heimat bekommt sie die geheimen Pl\u00e4ne von ihm heraus und dr\u00e4ngt ihn zur Flucht. Amneris bespitzelt die beiden und, getrieben von Eifersucht, verr\u00e4t sie Radames. Dieser wird wegen des Verrats an seinem Lande von den Hohepriester zum Tode verurteilt. Weil sie ohne ihn nicht leben will, beschlie\u00dft Aida mit ihm zusammen zu sterben.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie B\u00fchnengestaltung erwies sich als ein Spagat zwischen Moderne und Tradition. Sehr kreativ  ging <strong>Oliver Brendel<\/strong> (B\u00fchne) hier ans Werk. Neben Eigent\u00fcmlichkeiten des \u00e4gyptischen Reiches fanden auch zeitgen\u00f6ssische Symbole ihren Platz, so etwa eine Statue von Stalin als Kriegssymbol, oder Panzer und Kriegsbomber. Zu Beginn zeigte die B\u00fchne sich in warmen Orange- und Rott\u00f6nen, zu dem eine W\u00fcstenlandschaft im Hintergrund durch ein Video simuliert wurde. Kriegsflieger und Bombenangriffe stimmten auf die Kriegsthematik des St\u00fcckes ein. Ein auf dem Kopf stehender Obelisk symbolisierte das \u00e4gyptische Reich. Mehrere Male wurde die B\u00fchne umgebaut und auf die Stimmung der Szenen zugespitzt. Dabei war es der sparsame Einsatz von Requisiten und B\u00fchnenelementen, der hohe Effekte erzielte. Die Mischung aus traditionellen und modernen Elementen setzte sich bei den Kost\u00fcmen fort: die Hohepriester und der Pharao trugen \u00e4gyptische Gew\u00e4nder, Radames Offizierskleidung nach amerikanischem Vorbild und Aida ein schwarzes, modernes Kleid.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\n<strong>Sanja Anastasia<\/strong> (Amneris), die durch ihre Diva-artige Verkleidung schon ins Auge fiel, spielte ihre Rolle als eifers\u00fcchtige Herrscherin hervorragend. Nur ihre Stimme konnte diese Leistung noch \u00fcbertreffen. Das warme Timbre ihres Mezzosoprans erzeugte einen unglaublich satten Klang und war einer der H\u00f6hepunkte des Abends. Ebenso hervorstechend war <strong>Kor-Jan Dusseljee<\/strong> als zweite Besetzung des Radames. Sein klarer, metallischer Tenor tr\u00f6stete ein wenig \u00fcber seinen emotionslosen Ausdruck hinweg. Schauspielerisch konnte er leider nicht ganz \u00fcberzeugen, da er seine Rolle sehr steif und unbeweglich spielte. Um so mehr schauspielerisches K\u00f6nnen ging von<strong> Irina Popova<\/strong> (Aida) aus, die brillant die Verzweiflung und Zerrissenheit ihrer Rolle zur Schau stellte. Ihr schillernder Sopran wirkte zwar teilweise etwas zittrig, pa\u00dfte aber sehr gut zu der Darstellung Aidas. Eine besondere \u00dcberraschung war die gesangliche Leistung von <strong>Bastian Everink<\/strong> (Amonasro), dessen ausnehmend volumin\u00f6ser und gebieterischer Bariton eine wahre Bereicherung f\u00fcr das St\u00fcck war.<br \/>\nBesondere Akzente setzte die Regisseurin <strong>Ewa Teilmanns<\/strong> auch durch den Einsatz von Breakdance und artistischen Einlagen am Hof der Prinzessin Amneris. Hier wurde die Mischung von Moderne und Tradition besonders sp\u00fcrbar. Die urspr\u00fcnglichen Ballettszenen wurden durch modernen Tanz ersetzt. Die  Hip-Hop-T\u00e4nzer griffen sogar traditionelle \u00e4gyptische Tanzweisen auf. Sie verliehen dem Wesen Amneris als schaulustige Gebieterin, die sozusagen \u201edie Puppen tanzen l\u00e4\u00dft\u201c, Authentizit\u00e4t.<br \/>\nEbenso erw\u00e4hnenswert ist die Leistung des Chores, der sich in Aachen schon einen gro\u00dfen Namen gemacht hat. Besonders die religi\u00f6sen Hymnen, zur Anbetung der G\u00f6tter, wurden hervorragend umgesetzt. Der <strong>Chor<\/strong> interpretierte besonders die a-cappella Partien durch harmonische Einheit und abgestimmte Intonation genau richtig. Auch die Begleitung des Orchesters unter der Leitung von<strong> Marcus Bosch<\/strong>, die sich den S\u00e4ngern perfekt unterordnete, ist zu loben.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEin bewegendes St\u00fcck, das den Sprung in die Moderne schafft, ohne dabei die Tradition einzub\u00fc\u00dfen. Optik und Akustik stehen sich hier in nichts nach und sorgen f\u00fcr ein sehens- und h\u00f6renswertes St\u00fcck.<br \/>\nMelanie Joannidis<br \/>\nBild: Stadttheater Aachen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi, Opera in vier Akten; Libretto: Antonio Ghislanzoni UA: 24. Dezember 1871, Opernhaus Kairo Regie: Ewa Teilmans, B\u00fchne: Oliver Brendel Dirigent: Marcus R. 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