{"id":3667,"date":"2012-02-19T21:49:17","date_gmt":"2012-02-19T20:49:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3667"},"modified":"2012-02-22T21:54:05","modified_gmt":"2012-02-22T20:54:05","slug":"ariadne-auf-naxos-%e2%80%93-baden-baden-festspielhaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3667","title":{"rendered":"ARIADNE AUF NAXOS \u2013 Baden-Baden, Festspielhaus"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Strauss (1864-1949), Oper in einem Aufzug nebst einem Vorspiel, Libretto: Hugo von Hofmannsthal, UA: erste Fassung: 25. Oktober 1912, Hoftheater Stuttgart, zweite Fassung: 4. Oktober 1916 Wien, Hofoper<\/p>\n<p>Regie\/B\u00fchne. Philippe Arlaud; Kost\u00fcme. Andrea Uhmann<\/p>\n<p>Dirigent: Christian Thielemann, S\u00e4chsische Staatskapelle Dresden<\/p>\n<p>Solisten: Eike Wilm Schulte (Musiklehrer), Sophie Koch (Komponist), Ren\u00e9e Fleming (Ariadne\/Primadonna), Robert Dean Smith (Bacchus\/Tenor), Jane Archibald (Zerbinetta), Nikolay Borchev (Harlekin), Kenneth (Roberson Scaramuccio), Stephen Humes (Truffaldin), Kevin Conners (Brighella), Christian Baumg\u00e4rtel (Tanzmeister), Roman Gr\u00fcbner (Lakei), David Jerusalem (Per\u00fcckenmacher), Michael Ventow (Offizier), Christina Landshamer (Najade), Rachel Frenkel (Dryade), Lenneke Ruiten (Echo), Ren\u00e9 Kollo (Haushofmeister, Sprechrolle)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 18. Februar 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Baden-Baden-Ariadne.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3668\" title=\"Baden-Baden-Ariadne\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Baden-Baden-Ariadne.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"198\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Baden-Baden-Ariadne.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Baden-Baden-Ariadne-300x169.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>In einem Vorspiel wird berichtet, da\u00df ein reicher Wiener eine Oper <em>und<\/em> eine Kom\u00f6die zur Auff\u00fchrung in sein Haus bestellt hat. Komponist und Musiklehrer sind erbost \u00fcber die Anordnung des Hausherrn, Oper und Kom\u00f6die gleichzeitig aufzuf\u00fchren, damit das anschlie\u00dfende Feuerwerk p\u00fcnktlich um 9 Uhr beginnen k\u00f6nnte. Wahrer Grund dieser Kombination war aber, die \u00f6de Insel, auf der die Oper spielt, durch die lustigen Kom\u00f6dianten zu beleben.<\/p>\n<p>Die Oper zeigt die von ihrem Geliebten Theseus verlassene Ariadne auf der Insel Naxos. Ariadne sucht nur noch den Tod. Zerbinetta und ihre Truppe beobachtet sie in ihrem Schmerz. Schlie\u00dflich gewinnt Ariadne durch Bacchus ihre Lebensfreude zur\u00fcck.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchne ist eingerahmt von runden S\u00e4ulen, die perspektivisch in den B\u00fchnenhintergrund sich einander ann\u00e4hern. Zu Opernanfang sind nur die ersten S\u00e4ulen sichtbar. Zwischen ihnen befindet sich ein Fl\u00fcgel, der noch mit einem Holzgestell gesichert ist, das dann im Lauf des Vorspiels zum Teil entfernt wird. Sp\u00e4ter wird die B\u00fchne nach hinten erweitert. Treppen steigen aufw\u00e4rts in den Hintergrund. Dort sitzt auf St\u00fchlen die zuschauende Festgesellschaft. Zum Opernende \u00f6ffnet sich der Hintergrund und gibt den Blick frei auf das Meer mit einem strahlenden Vollmond, der sich im Wasser spiegelt. Die Lichtregie bereichert die Szenen durch unterschiedliche Farben.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>In der Ouvert\u00fcre l\u00e4\u00dft <strong>Christian Thielemann<\/strong> sehr detailliert die einzelnen Motive des Komponisten, des Bacchus usw. aus der folgenden Oper h\u00f6ren. <strong>Ren\u00e9 Kollo<\/strong> (Haushofmeister) gestaltet seine Sprechrolle \u00e4u\u00dferst dynamisch und mit genauester Aussprache. Die Artikulationsdeutlichkeit ist besonders auffallend ausgepr\u00e4gt bei <strong>Sophie Koch<\/strong> (Komponist), was bei der komplizierten Gesangslinie kein leichtes Unterfangen und nur bei profilierten S\u00e4ngerinnen anzutreffen ist. Entz\u00fcckend gelingt ihr \u2026 <em>du Venussohn gibst s\u00fc\u00dfen Lohn f\u00fcr unser Sehnen <\/em>mit Straussens schwelgerischer Harmoniefolge. Ihre Spitzent\u00f6ne sind ohne Forcieren in untadeligem An- und Abschwellen (messa di voce) gestaltet.<\/p>\n<p>Nach der dynamisch eindrucksvoll gestalteten Zwischenmusik zeigt die erste Begegnung mit <strong>Christina Landshamer<\/strong> (Najade), <strong>Rachel Frenkel<\/strong> (Dryade), <strong>Lenneke Ruiten <\/strong>(Echo) ein exakt singendes Ensemble, das seinen H\u00f6hepunkt im dreifachen, deutlichen Triller von gro\u00dfer Ebenm\u00e4\u00dfigkeit hat.<\/p>\n<p>Schon bei ihrer Erinnerung an den untreuen Theseus kommt <strong>Ren\u00e9e Flemings<\/strong> ber\u00fcckend lyrischer Sopran in der Rolle der Ariadne zur Geltung. Ihre beseelten Spitzent\u00f6ne, besonders in der Passage <em>\u2026ein Sch\u00f6nes war Ariadne-Theseus und freute sich im Licht<\/em> (zweigestrichenes B) <em>des Lebens<\/em> sind umwerfend. Was bei ihrem Gesang ins Auge f\u00e4llt und was ihn auf das Sch\u00f6nste unterstreicht sind ihre ad\u00e4quaten Bewegungen teils des K\u00f6rpers, teils ihre Hand- und Armbewegungen. Alles ist ungemein anmutig. Ihr Er\u00f6ffnungsgesang zur Oper gestaltet sie dabei in gro\u00dfer Nat\u00fcrlichkeit, und es gelingt ihr, \u00fcber den langen Gesang die Spannung zu halten. Wie schnell kann da eine gewisse Langatmigkeit sich breit machen, was man in sonstigen Auff\u00fchrungen leider oft erlebt. Ihr begeisterter Aufschwung bei der Begr\u00fc\u00dfung von Bacchus <em>Du wirst mich befreien<\/em> l\u00e4\u00dft dies wohl viele Zuh\u00f6rer mitempfinden.<\/p>\n<p><strong>Jane Archibalds<\/strong> (Zerbinetta) Gesang: <em>Gro\u00dfm\u00e4chtige Prinzessin,<\/em> der zur Opera buffa \u00fcberleitet, gestaltet sie mit viel Energie und Effekten. Leider ist ihre Wortverst\u00e4ndlichkeit nicht vom Besten und die mit Spannung erwarteten Triller zum Rondo: <em>als ein Gott kam jeder gegangen<\/em> hat nicht den rechten Glanz, da sie die Trillerketten nur wenig ausgestaltet.<em> <\/em><strong>Robert Dean Smith<\/strong> (Bacchus) besitzt eine klare Tenorstimme, seine Artikulation ist ohne Makel, doch die Spitzent\u00f6ne kommen ein wenig gepre\u00dft. Aber der Melodieflu\u00df ist deutlich und hat viel Charme.<\/p>\n<p>Das Trio von Najade, Dryade und Echo <em>T\u00f6ne, t\u00f6ne, s\u00fc\u00dfe Stimme<\/em> wird \u00fcberw\u00e4ltigend eindringlich und gef\u00fchlvoll von den Dreien und der subtil begleitenden S\u00e4chsische Staatskapelle Dresden gestaltet. Auch nach Opernende klingt die ber\u00fchrende Melodie noch lange nach.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Eine ungemein gro\u00dfartig gelungene Auff\u00fchrung mit Gesang auf h\u00f6chstem Niveau. Der frenetische, nicht endend wollende Applaus des ausverkauften Hauses best\u00e4tigte die Einmaligkeit.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Andrea Kremper<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Echo (Lenneke Ruiten), Dryade (Rachel Frenkel), Najade (Christina Landshammer), Ariadne (Renee Fleming) und Bacchus (Robert Dean Smith) v.l.n.r.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Strauss (1864-1949), Oper in einem Aufzug nebst einem Vorspiel, Libretto: Hugo von Hofmannsthal, UA: erste Fassung: 25. Oktober 1912, Hoftheater Stuttgart, zweite Fassung: 4. Oktober 1916 Wien, Hofoper Regie\/B\u00fchne. Philippe Arlaud; Kost\u00fcme. 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