{"id":3657,"date":"2012-02-19T12:00:16","date_gmt":"2012-02-19T11:00:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3657"},"modified":"2012-02-22T12:03:03","modified_gmt":"2012-02-22T11:03:03","slug":"alessandro-karlsruhe-badisches-staatstheater-handel-festspiele","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3657","title":{"rendered":"ALESSANDRO &#8211; Karlsruhe, Badisches Staatstheater (H\u00e4ndel-Festspiele)"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685-1759), Dramma per musica in drei Akten, Libretto: Paolo Rolli, UA: 5. Mai 1726, London, King\u2019s Theatre Haymarket<\/p>\n<p>Regie Alexander Fahima, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Claudia Doderer, \u00a0Dramaturgie: Bernd Feuchtner<\/p>\n<p>Dirigent: Michael Form, Deutsche H\u00e4ndel-Solisten<\/p>\n<p>Solisten: Lawrence Zazzo (Alessandro), Yetzabel Arias Fernandez (Rossane), Raffaella Milanesi (Lisaura), Martin Oro (Tassile), Andrew Finden (Clito), Sebastian Kohlhepp (Leonato), Rebecca Raffell (Cleone)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 17. Februar 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Karlsruhe-Alessandro.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3658\" title=\"Karlsruhe-Alessandro\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Karlsruhe-Alessandro.gif\" alt=\"\" width=\"234\" height=\"350\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Karlsruhe-Alessandro.gif 234w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Karlsruhe-Alessandro-200x300.gif 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 234px) 100vw, 234px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>K\u00f6nig Alexander befindet sich im Jahr 327 v. Chr. auf einem Feldzug in Indien. Nach dem Sieg \u00fcber das indische Volk der Osydraker kann sich Alexander um seine Favoritinnen Rossane und Lisaura k\u00fcmmern. Beide sind eifers\u00fcchtig aufeinander und buhlen um die Gunst Alexanders. Zun\u00e4chst kann sich dieser nicht entschlie\u00dfen, welche von beiden er vorziehen sollte. Schlie\u00dflich verzichtet Lisaura und Alexander empfiehlt ihr au\u00dferdem, sich dem indischen K\u00f6nig Tassile zuzuwenden. Sie folgt seinem Rat und Tassile ist dar\u00fcber sehr froh. Rossane und Alexander werden danach ein gl\u00fcckliches Paar.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchne zeigt beidseitig eine Holzwand. Den B\u00fchnenhintergrund nehmen zwei unterschiedlich gro\u00dfe Leinw\u00e4nde ein. Eine weitere Papierleinwand wird vom Schn\u00fcrboden am Opernanfang heruntergelassen. Auf diese werden zum Zuschauer hinkriechende Ungeheuer wie ein Krokodil, King Kong mit weitge\u00f6ffnetem Maul und fletschenden Z\u00e4hne oder eine Riesenspinne, eine Tarantel u.a. gezeigt. Auf diese st\u00fcrzen sich Alessandro und seine drei Krieger in schwarzen R\u00fcstungen mit heruntergelassenem Visier und zerfetzen dabei die Papierleinwand. Alessandros Favoritinnen, Rossane erscheint in einem wei\u00dfen Kleid, Lisaura in einem toga\u00e4hnlichen Gewand. Diese Kleidung der beiden \u00e4ndert sich einige Male im Verlauf der Oper, bis Rossane am Ende ihre Arien im schwarzen, schulterfreien Abendkleid singt. Die B\u00fchne bleibt f\u00fcr die L\u00e4nge der Oper, \u00fcber vier Stunden, unver\u00e4ndert, allenfalls \u00e4ndert sich der Fu\u00dfboden, der einmal einen Bretterrost und zum Opernende einen roten, teppich\u00e4hnlichen Belag aufweist. Manchmal wird auch eine Seitenwand hereingefahren, die die B\u00fchne ein wenig unterteilt. F\u00fcr den gesamten zweiten Akt bleibt der Gazevorhang herabgelassen, auf den denn Ornamente projiziert werden, die einige Male die Figuren dahinter verschwinden lassen.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die Deutschen H\u00e4ndel-Solisten legen unter <strong>Michael Form<\/strong> ein energiegeladenes Musizieren hin. Die h\u00e4ufigen, \u00e4u\u00dferst langsamen Tempi sind dem Ablauf leider nicht sehr zutr\u00e4glich, ja, sie lassen einem die Zeit ziemlich lang erscheinen. Auch verlangt die Koordination mit den Solisten manchmal gr\u00f6\u00dfere Sorgfalt. Einzelne Solisten, wie der Blockfl\u00f6tist oder die Fl\u00f6tistin, machen einen ausgezeichneten Eindruck sowohl in der Dynamik, als auch in der gro\u00dfen Genauigkeit ihres Spiels. Alessandros \u00a0Widersacher <strong>Andrew Finden<\/strong> (Clito), <strong>Sebastian Kohlhepp<\/strong> (Leonato), <strong>Rebecca Raffell<\/strong> (Cleone) zeigen in ihrem Gesang viel Musikalit\u00e4t, was noch durch ihre Tanzschritte unterstrichen wird, die beim Publikum ab und zu Heiterkeit aufkommen lassen. Sie lockern das auf lange Strecken schwerfl\u00fcssige Spiel angenehm auf.<\/p>\n<p><strong>Lawrence Zazzo<\/strong> (Alessandro) hat zu Anfang keinen so guten Start: In <em>Tra le stragi \u2013 inmitten des Gemetzels<\/em> sind die ber\u00fchmten Trillerketten nicht klar und deutlich auszumachen, was dem heruntergelassenen Gesichtsvisier geschuldet ist. Ebenso reicht ihm manchmal der Atem nicht, um z.B. die Stelle bei den Worten: <em>s\u2018immortalano ghli eroi \u2013 sich die Unsterblichkeit des Helden erringen<\/em> die langen Passagen von Trillern und schnellen Noten ohne Zwischenatmen hinzulegen. Hat er sich beim Stechen mit seiner Lanze auf die Papierleinwand verausgabt? Denn im weiteren Opernverlauf werden die Akkuratesse seiner Koloraturen, insbesondere seine Triller, bei untadeliger Intonation, immer besser. <strong>Martin Oros<\/strong> Stimme als Tassile ist geschmeidig und hat viel Seele. Die Koloraturen sind gut austariert, doch leider ist die Artikulation sehr verschliffen. Auffallend virtuos und ausgewogen l\u00e4\u00dft sich <strong>Raffaella Milanesi<\/strong> (Lisaura) in ihrer Arie: <em>S\u00ec, m\u2019\u00e8 caro imitar quel bel fiore \u2013 ja ich liebe es, jene Blume nachzuahmen<\/em> (3. Akt) h\u00f6ren. Die begleitende Blockfl\u00f6te ist dabei so dynamisch und rhythmisch genau, da\u00df sie beinahe der S\u00e4ngerin den Rang abl\u00e4uft. Von Anfang an f\u00fcllt <strong>Yetzabel Arias Fernandez<\/strong> (Rossane) ihre Rolle mit gro\u00dfem Elan und intensiver Gestaltung aus, obwohl gerade bei ihr die mangelnde Personenf\u00fchrung von <strong>Alexander Fahima,<\/strong> eines Meistersch\u00fclers der Regisseur-Kaderschmiede der Hamburger Musikhochschule, besonders ins Auge f\u00e4llt. Ihre Atemtechnik, ihre Intonationsgenauigkeit, der Wohllaut ihres Soprans und ihre Koloraturtechnik l\u00e4\u00dft nichts zu w\u00fcnschen \u00fcbrig. Den Vogel schie\u00dft sie ab mit <em>Brilla nell\u2019alma \u2013 in der Seele <\/em>(3. Akt)<em>. <\/em>Hier stimmt alles, die Artikulation und sogar die Begleitung des Orchesters, das mal nicht \u2013 wie sonst oft \u2013 die Gesangsstimme \u00fcberlagert.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Viel Applaus f\u00fcr die S\u00e4nger und Buhs gegen\u00fcber der Regie. Viereinhalb Stunden in ein viereckiges Zimmer zu starren ist nun nicht sehr unterhaltend, sondern eher ziemlich erm\u00fcdend.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Markus Kaesler<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Lawrence Zazzo (Alessandro)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685-1759), Dramma per musica in drei Akten, Libretto: Paolo Rolli, UA: 5. 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