{"id":3653,"date":"2012-02-18T20:51:48","date_gmt":"2012-02-18T19:51:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3653"},"modified":"2012-12-14T15:12:36","modified_gmt":"2012-12-14T14:12:36","slug":"don-pasquale-paris-theatre-des-champs-elysees","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3653","title":{"rendered":"DON PASQUALE &#8211; Paris, Th\u00e9\u00e2tre des Champs \u00c9lys\u00e9es"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Geatano Donizetti (1797-1848), Opera buffa in drei Akten, Libretto: Giovanni Rufini und Geatano Donizetti, UA: 3. Januar 1843 Paris, Th\u00e9\u00e2tre Italien<\/p>\n<p>Regie: Denis Podalyd\u00e8s, B\u00fchne: Eric Ruf, Kost\u00fcme: Christian Lacroix, Dramaturgie: Emmanuel Bourdieu, Choreographie: C\u00e9cile Bon, Licht: St\u00e9phanie Daniel<\/p>\n<p>Dirigent: Enrique Mazzola, Orchestre National de France, Chor von Radio France, Choreinstudierung: Nathalie Steinberg<\/p>\n<p>Solisten: Alessandro Corbelli (Don Pasquale), D\u00e9sir\u00e9e Rancatore (Norina), Gabriele Viviani (Dr. Malatesta), Francesco Demuro (Ernesto), Richard Tronc (Der Notar)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 15. Februar 2012<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Paris-Don-Pasquale.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3663\" title=\"Paris-Don-Pasquale\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Paris-Don-Pasquale.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"223\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Paris-Don-Pasquale.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Paris-Don-Pasquale-300x191.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Als Ernesto darauf besteht, nicht die von seinem Onkel Don Pasquale ausgew\u00e4hlte reiche Braut, sondern seine arme Freundin zu heiraten, enterbt und verst\u00f6\u00dft ihn sein Onkel und erkl\u00e4rt ihm gleichzeitig, da\u00df er selbst noch einmal zu heiraten gedenkt. Dr. Malatesta l\u00e4\u00dft sich auf ein Doppelspiel ein, einerseits stellt er seinem Freund Don Pasquales ein bezauberndes, unschuldiges, junges M\u00e4dchen als Braut in Aussicht, andererseits w\u00e4hlt er im Einvernehmen mit Ernesto und Norina, letztere als Braut f\u00fcr diese Scheinehe aus. Norina spielt blendend erst das unerfahrene M\u00e4dchen aus der Klosterschule und, sobald die Heiratsurkunde unterschrieben ist, den \u00fcblen Hausdrachen. Und sie spielt ihre Rolle so gut, da\u00df der ahnungslose Don Pasquale, v\u00f6llig entwaffnet, die schlimmsten Erniedrigungen, ja sogar eine heftige Ohrfeige hinnehmen mu\u00df. Dem Selbstmord nahe, l\u00e4\u00dft er schlie\u00dflich Dr. Malatesta freie Hand, ihn von seiner Meg\u00e4re zu befreien. Dr. Malatesta verheiratet kurzerhand Norina mir Ernesto und stellt ihnen auf Don Pasquales Kosten eine anst\u00e4ndige Jahresrente aus. Don Pasquale, v\u00f6llig ersch\u00f6pft und verwirrt, stimmt allem zu und sieht ein, da\u00df in seinem Alter die jugendliche Liebe ein Ende haben mu\u00df.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Der franz\u00f6sische Schauspieler und Regisseur Denis Podalyd\u00e8s und sein Team haben die Handlung mit viel Geschick und Witz ins Arbeitermilieu und auf eine Vorstadt-Stra\u00dfe der 1950iger Jahre verlegt. Fast die ganze Handlung l\u00e4uft ab mit einen alten Citro\u00ebn Lieferwagen im Zentrum der B\u00fchne, dessen hintere Plattform sich, auf drei Seiten aufklappbar, jeweils in Verkaufsstand, B\u00fcro, E\u00dfzimmer oder Schlafzimmer verwandelt. Don Pasquale ist ein kleiner Unternehmer, der mit seinen drei Arbeitern Beleuchtungsk\u00f6rper herstellt und verkauft. Sie sind entsprechend gekleidet: er in Hose, Hemds\u00e4rmeln und roter Weste, die \u00fcbrigen in Arbeitsoveralls. Doch sobald Don Pasquale auf Freiersf\u00fc\u00dfen steht, tritt er in grauen Anzug mit orangefarbener Glitzerweste auf. Norina mit schwarzer Glitzerbluse, Bluejeans und hohen roten St\u00f6ckelschuhen, dar\u00fcber ein Trenchcoat, sp\u00e4ter mit rotem Rock und Bluse. Als Braut von wei\u00dfen Spitzen verh\u00fcllt, wird sie dem Br\u00e4utigam in einem Schrankkoffer zugef\u00fchrt. Ernesto bleibt bis zum Schlu\u00df unauff\u00e4llig in Pullover und Hose, Dr. Malatesta als Hauptdrahtzieher in schwarzem Anzug, und w\u00e4hrend besonders arglistigen Szenen mit roten Mephistoh\u00f6rnchen auf den Kopf. Der Trompeter, der im zweiten Akt Ernestos Arie begleitet, spielt auf der B\u00fchne gegen einen Pfosten gelehnt, wie ein Stra\u00dfenmusikant.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Alessandro Corbelli singt und spielt mit warmer Baritonstimme und unwiderstehlicher Komik und Tragik den verliebten, eitlen, egoistischen und letztlich pathetischen Don Paquale. D\u00e9sir\u00e9e Rancatore mit kraftvollem, wandelbarem Sopran als kokette Norina l\u00e4\u00dft ihm durch ihre \u00fcberlegenen R\u00e4nke keinerlei Chancen. Beider S\u00e4nger- plus Kom\u00f6diantenk\u00f6nnen erg\u00f6tzt besonders im Duett <em>Signorina, in tanta fretta <\/em>\u2013 <em>mein Fr\u00e4ulein, in gro\u00dfer Eile<\/em>, dem H\u00f6hepunkt ihrer Auseinandersetzungen. Francesco Demuros helles Timbre (er ist erst vor wenigen Jahren vom sardinischen Volksgesang zur Oper \u00fcbergewechselt) kommt in der schon sehr romantischen Serenade <em>Com\u2019\u00e8 gentil \u2013 wie lieblich ist <\/em>sowie im anschlie\u00dfenden Duett mit Norina <em>Tornami a dir que m\u2019ami <\/em>(3. Akt 6. Szene) besonders sch\u00f6n zum Ausdruck. Last, but not least, Gabrielle Viviani, Obermeister der Kabale, gibt gleich zu Beginn der Oper, stimmlich und schaupielerisch in Duett mit seinem \u201eKunden und Freund\u201c Don Pasquale <em>\u00c8 permesso<\/em> \u2013 ist\u2019s erlaubt (1.Akt, 2. Szene) den Ton an. Sei noch erw\u00e4hnt Richarch Tronc als williger Pseudo-Notar und ein kr\u00e4ftiger Chor. In dieser sich \u00fcberst\u00fcrzenden Raserei<em> <\/em>gelingt es Enrique Mazzola <em>con brio<\/em> Solisten, Chor und Orchester zusammenzuhalten.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Als Verdi 1842 in Mailand mit <em>Nabucco<\/em> und Wagner 1843 in Dresden mit dem <em>fliegenden Holl\u00e4nder<\/em> schon neue Opernstile ank\u00fcnden, bringt Donizetti noch im selben Jahr 1843, beauftragt vom Th\u00e9\u00e2tre Italien, mit <em>Don Pasquale<\/em> die letzte buffa Oper auf die B\u00fchne. Sie ist zu einem anhaltend weltweiten Erfolg geworden, doch ist mit ihr die jahrhundertelange Tradition der italienischen <em>Opera buffa<\/em> endg\u00fcltig zu Ende gegangen.<\/p>\n<p>Das Th\u00e9\u00e2tre des Champs-\u00c9lys\u00e9es hat uns dieses letzte Glanzst\u00fcck der Rossini-Bellini-Donizetti-\u00c4ra in einer fast ausschlie\u00dflich italienischen Besetzung wiederbeschert. Das Ergebnis ist eine einheitlich hervorragende <em>ensemble<\/em> Darbietung auf sehr hohen musikalischem und \u2013 bei einer buffa Oper nicht zu vergessen \u2013 schauspielerischem Niveau. Es ist eine wohldurchdachte Inszenierung, voll witziger Einf\u00e4lle, in welche die schwungvolle, ausgelassen-heitere bis psychologisch grausame Handlung glaubw\u00fcrdig eingebettet ist. Es gab viel Applaus.<\/p>\n<p>Alexander Jordis-Lohausen<\/p>\n<p>Bild: Vincent Pontet\/WikiSpectacle<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Francesco Demuro (Ernesto), Desiree Rancatore (Norina), Alessandro Corbelli (Don Pasquale) und Gabriele Viviani (Dr. Malatesta) v.l.n.r.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Geatano Donizetti (1797-1848), Opera buffa in drei Akten, Libretto: Giovanni Rufini und Geatano Donizetti, UA: 3. 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