{"id":3649,"date":"2012-01-29T19:55:56","date_gmt":"2012-01-29T18:55:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3649"},"modified":"2012-02-21T19:57:46","modified_gmt":"2012-02-21T18:57:46","slug":"la-traviata-nurnberg-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3649","title":{"rendered":"LA TRAVIATA &#8211; N\u00fcrnberg, Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Melodramma in drei Akten, Libretto: Francesco Maria Piave, UA:1853 Venedig<\/p>\n<p>Regie: Peter Konwitschny, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Johannes Leiacker<\/p>\n<p>Dirigent: Markus Bosch, Staatsphilharmonie N\u00fcrnberg, Choreinstudierung: Tarmo Vaask<\/p>\n<p>Solisten: Hrachuhi Bassenz (Violetta Val\u00e9ry), Leila Pfister (Flora Bervoix), Eleonora Vacchi (Annina), Fulvio Oberto (Alfredo Germont), Jochen Kupfer (Giorgio Germont), Philip Carmichael (Gastone, Vicomte de Letori\u00e8res), Yong Jae Moon (Baron Douphol), Vladislav Solodyagin (Doktor Grenvil) u. a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 28. Januar 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Nuernberg-Traviata.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3650\" title=\"Nuernberg-Traviata\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Nuernberg-Traviata.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Nuernberg-Traviata.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Nuernberg-Traviata-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Auf einem Fest lernen sich die Kurtisane Violetta Val\u00e9ry und Alfredo Germont kennen. Beide verlieben sich und ziehen hinaus aufs Land. Da erscheint Alfredos Vater. Ohne Alfredos Wissen dr\u00e4ngt er Violetta seinen Sohn zu verlassen, um seine Familie nicht in Verruf zu bringen. Violetta verl\u00e4\u00dft Alfredo mittels eines Abschiedsbriefes. Auf dem Fest von Violettas Freundin Flora begegnen sich Alfredo und Violetta, die zu Baron Douphol zur\u00fcckgekehrt ist. Alfredo beleidigt Violetta und wirft ihr eine Geldb\u00f6rse vor die F\u00fc\u00dfe. Sp\u00e4ter eilt Alfredo zur der an Schwindsucht erkrankten Geliebten, da ihm sein Vater den Grund ihrer scheinbaren Abwendung erkl\u00e4rte. Doch beiden bleiben nur wenige Momente bevor sie stirbt.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Der Vorhang \u00f6ffnet sich und gibt den Blick frei auf eine leere B\u00fchne, nur wenige Requisiten (z.B. ein Stuhl) werden den Abend \u00fcber auftauchen. In mehreren Reihen sind Theatervorh\u00e4nge aufgeh\u00e4ngt, sie fokussieren den Blick auf das Geschehen oder erm\u00f6glichen Auf- und Abtritte. So stirbt Violetta stehend, als sie in die schwarze Dunkelheit hinter dem letzten Vorhang strebt, das Nichts nimmt sie gn\u00e4dig auf. Schwindsucht ist \u2013 trotz mehrmaligem Husten \u2013 nicht im Spiel.<\/p>\n<p>Bei den Herren und Damen der Gesellschaft dominiert die aktuelle gehobene Gesellschaftskleidung, Alfredo hingegen ist, auf einem B\u00fccherstapel sitzend, als wuschelk\u00f6pfiger Nerd mit Cordhose und kariertem Hemd dargestellt. Vater Germont tr\u00e4gt einen Trenchcoat, darunter einen Anzug. Seine minderj\u00e4hrige Tochter in englischer Schulkleidung ist ihm egal \u2013 er schl\u00e4gt sie: Ihm geht es nur um sein gesellschaftliches Prestige. Violetta tr\u00e4gt zun\u00e4chst zeitlos klassische Abendgarderobe, im zweiten Akt einen Hausanzug mit rot-kariertem Hemd und am Schlu\u00df ein schwarzes Kleid mit roter Per\u00fccke. Sie ist die einzige, die menschliche Z\u00fcge zeigt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Der neue N\u00fcrnberger GMD <strong>Marcus Bosch<\/strong> kann hier beweisen, da\u00df er auch im italienischen Drama zu Hause ist. Er hat das Gesp\u00fcr f\u00fcr den filigranen italienischen Klang, weniger f\u00fcr den Mitleid erzeugenden zarten Schmelz, f\u00fcr bei <em>La Traviata<\/em> so gesch\u00e4tzt wird. Gro\u00dfe Emotionen kommen dabei nicht auf, aber Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die gro\u00dfen dramatischen Momente, wenn die hartherzigen, sich nicht verstehenden Charaktere auf die leidende Violetta einpr\u00fcgeln. <strong>Hrachuhi Bassenz<\/strong> ist diese ideale Violetta mit schwerem und eloquentem Koloratursopran, auch wenn sie in h\u00f6heren Lagen zum Tremolieren neigt. Daf\u00fcr hat sie das richtige Verh\u00e4ltnis zwischen Kraft und Stimmvolumen gefunden. Keine Probleme hinsichtlich Volumen und Strahlkraft hat <strong>Fulvio Oberto<\/strong> als Alfredo, denn schon das <em>Trinklied<\/em> gestaltet er mit spielerischer Leichtigkeit und seiner weich timbrierten, hohen, tenoral ausgelegten Stimme. Eine unerbittliche und hartherzige Rollengestaltung bietet <strong>Jochen Kupfer<\/strong> als Giorgio Germont. Mit seiner auch in den Tiefen immer makellos vollt\u00f6nenden Baritonstimme gelingt ihm eine beispielhafte Interpretation. Ein solides Ensemble komplettiert die Besetzung, wobei <strong>Leila Pfister<\/strong> als Flora am wenigsten \u00fcberzeugt. Der Chor erreicht die in N\u00fcrnberg gewohnte dramatische Pr\u00e4zision, auch wenn ihm wichtige Auftritte vorenthalten werden, wie die <em>Karnevalsphantasie<\/em> des dritten Aktes.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Peter Konwitschny hat sorgf\u00e4ltig gearbeitet und kommt mit wenigen Requisiten aus er lieferte eine interessante Charakterstudie der drei Hauptdarsteller. Violetta ist allerdings die einzige, die menschliche Z\u00fcge zeigt. Um die dramatische Wirkung des Leidens Violettas zu verst\u00e4rken, wird eine pausenlose Fassung gespielt, die noch dazu um etwa 15 Minuten gek\u00fcrzt wurde \u2013 haupts\u00e4chlich die Chorauftritte im zweiten und dritten Akt sind weggefallen. Lang anhaltender Jubel f\u00fcr alle Akteure, auch f\u00fcr Peter Konwitschny ist der Dank des Publikums f\u00fcr eine insgesamt \u00fcberzeugende, aber unvollst\u00e4ndige Produktion, auf \u00e4u\u00dferst hohem musikalischem Niveau.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Ludwig Olah<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Der Tanz vor dem Vorhang um La Traviata (mit Chor)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Melodramma in drei Akten, Libretto: Francesco Maria Piave, UA:1853 Venedig Regie: Peter Konwitschny, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Johannes Leiacker Dirigent: Markus Bosch, Staatsphilharmonie N\u00fcrnberg, Choreinstudierung: Tarmo Vaask Solisten: Hrachuhi Bassenz (Violetta Val\u00e9ry), Leila Pfister (Flora Bervoix), Eleonora Vacchi (Annina),<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3649\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7,1],"tags":[],"class_list":["post-3649","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nurnberg-staatstheater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3649","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3649"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3649\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3652,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3649\/revisions\/3652"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3649"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3649"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3649"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}