{"id":3637,"date":"2012-02-13T20:46:57","date_gmt":"2012-02-13T19:46:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3637"},"modified":"2012-02-13T20:46:57","modified_gmt":"2012-02-13T19:46:57","slug":"otello-ossia-il-moro-di-venezia-%e2%80%93-otello-oder-der-mohr-von-venedig-zurich-opernhaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3637","title":{"rendered":"OTELLO OSSIA IL MORO DI VENEZIA \u2013 OTELLO ODER DER MOHR VON VENEDIG &#8211; Z\u00fcrich, Opernhaus"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gioachino Rossini (1792-1868), Dramma per musica in drei Akten,. Libretto: Maria Berio di Salza nach William Shapespeares <em>Othello<\/em><\/p>\n<p>UA: 4. Dezember 1816 Neapel, Teatro del Fondo<\/p>\n<p>Regie: Moshe Leiser und Patrice Caurier, B\u00fchne: Christian Fenouillat, Kost\u00fcme: Agostino Cavalca, Licht: Hans-Rudolf Kunz und Christophe Forey<\/p>\n<p>Dirigent: Muhai Tang, Orchester <em>Orchestra La Scintilla<\/em> und Chor und Zusatzchor, Choreinstudierung: J\u00fcrg H\u00e4mmerli<\/p>\n<p>Solisten: John Osborn (Otello), Cecilia Bartoli (Desdemona), Peter K\u00e1lm\u00e1n (Elmiro), Javier Camarena (Rodrigo\/Lucio), Edgardo Rocha (Jago), Liliana Nikiteanu (Emilia), Nicola Pamio (Doge), Ilker Arcay\u00fcrek (Gondoliero)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 10. Februar 2012 (Premiere, <em>Otello<\/em> erstmals in Z\u00fcrich aufgef\u00fchrt)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Zuerich-Otello-ossia.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3638\" title=\"Zuerich-Otello-ossia\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Zuerich-Otello-ossia.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Zuerich-Otello-ossia.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Zuerich-Otello-ossia-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt <\/strong><\/p>\n<p>Die Handlung spielt im sechzehnten Jahrhunderts. Dem venezianischen Feldherrn Otello gelingt es, die Seeschlacht in Zypern gegen die T\u00fcrken zu gewinnen. Otello ist mit der adligen Venezianerin Desdemona heimlich verheiratet. Doch ihr Vater Elmiro f\u00e4ngt die Briefe Otellos ab, denn er will Desdemona mit dem Sohn des Dogen Rodrigo verm\u00e4hlen, wogegen sie sich wehrt. Otello trifft ein und bekennt offen, Desdemona zu lieben. Hierauf kommt es zu einer Auseinandersetzung mit Rodrigo. Otello verlangt von seinem Vertrauten Jago Beweise hinsichtlich der Untreue seiner Frau. Jago \u00fcberreicht ihm einen an ihn gerichteten Brief Desdemonas, sagt ihm allerdings, er sei von Rodrigo. Auch der Vater Elmiro sieht sich in seiner Ehre verletzt und weist seine Tochter von sich. H\u00f6llische Eifersucht flammt bei Otello auf, so da\u00df er die schlafende Desdemona aufsucht und sie ersticht. Kurze Zeit sp\u00e4ter Otello erkennt seinen Irrtum und nimmt sich das Leben.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung <\/strong><\/p>\n<p>Die venezianische jedoch eher zeitlose Stimmung ist sofort durch einige stilechte Einrichtungsgegenst\u00e4nde hergestellt. Ein besonderes Schmuckst\u00fcck stellt ein sehr gro\u00dfer Glasleuchter dar, der \u00fcber der Mitte der B\u00fchne schwebt und den Raum optisch erweitert. Wie aus einem alten Gem\u00e4lde heraus entflohen tritt der alte Doge in seiner historischen Robe mit der klassischen Kopfbedeckung auf. Eine weitere Augenweide sind die bunten Kleider und anmutigen Masken der venezianischen Gesellschaft.<\/p>\n<p>Genau eingepa\u00dft bewegt sich das Appartement Otellos vom Hintergrund her und schlie\u00dft an die Kante des Orchestergrabens auf. Das chaotische Gemach (alte M\u00f6beln, ein Ventilator an der niedrigen Decke und gr\u00fcne W\u00e4nde) des dunkelh\u00e4utigen Otello steht in einem deutlichen Kontrast zum vorangehenden B\u00fchnenbild und dem in Venedig geordneten Lebensstil.<\/p>\n<p>Das Schlafzimmer des Elmiro zeigt ein mit kostbar schimmerndem Gewebe bedecktes Bett. Ein besonderes Bild entsteht, als Desdemona unter die Decke schl\u00fcpft und darin einschl\u00e4ft.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Unter der hinrei\u00dfenden Leitung von <strong>Muhai<\/strong> <strong>Tang<\/strong> spielte das <em>Orchestra La Scintilla<\/em> auf historischen Instrumenten die S\u00e4nger untermalend und so begleitend, da\u00df man den Gesang sehr deutlich wahrnehmen konnte. Exakte und pr\u00e4zise Eins\u00e4tze, weiche und gleichwohl dynamisch lebendige Linienf\u00fchrung pr\u00e4gte die Instrumentalmusik. Die klargesungenen und kraftvollen Chorpassagen waren der Chorleitung von <strong>J\u00fcrg<\/strong> <strong>H\u00e4mmerli <\/strong>zu verdanken.<\/p>\n<p>Das S\u00e4ngerensemble deb\u00fctierte in ihren Rollen mit der Ausnahme des <strong>John<\/strong> <strong>Osborn<\/strong>, welcher die Rolle des Otello mitrei\u00dfend echt, angenehm weich und mit Leichtigkeit im Klang meisterte. \u00dcberzeugende Ausstrahlung brachte <strong>Cecilia Bartoli <\/strong>(Desdemona) auf die B\u00fchne. Sie war stets authentisch mit ihren schwingend ausgestalteten Koloraturen. Die flexible, kr\u00e4ftige, bestens intonierende und artikulierte Stimme des temperamentvollen <strong>Javier<\/strong> <strong>Camarena<\/strong> (Rodrigo) wuchs immer mehr im Verlaufe des Abends und baute kr\u00e4ftig am Ger\u00fcst der dramatischen Spannung mit. Etwas klangliche Sch\u00e4rfe empfand man bei <strong>Edgardo Rocha <\/strong>(Jago). W\u00e4hrend <strong>Ilker Arcay\u00fcrek<\/strong> (Gondoliero) seine kantabele Passage sang, schrieb Desdemona<strong> <\/strong>zitternd<strong> <\/strong>die Worte seines Liedes an die Wand. <strong>Nicola<\/strong> <strong>Pamio<\/strong> (Doge) gab das Bild eines alten und in Ehren ergrauten Dogen, der seinen kurzen, jedoch wirkungsvollen Auftritt vorz\u00fcglich meisterte. <strong>Peter K\u00e1lm\u00e1n<\/strong> (Elmiro) gab seiner Vaterrolle eine entsprechend leidenschaftliche Strenge. <strong>Liliana<\/strong> <strong>Nikiteanu<\/strong> verk\u00f6rperte mit ihrer tragenden tiefen Stimme eine liebliche Emilia und brachte das sanfte Fundament gut zustande, welches in Duetten besonders gut zur Geltung kam. Die kunstvoll auskomponierten Ensembles bildeten die musikalischen H\u00f6hepunkte des Abends, indem sie als kostbar funkelnde und bezaubernde Klangteppiche im Raum schwangen, als die S\u00e4nger jeweils den eigenen Stimmcharakter unverkennbar darbietend, mit den in einander greifenden und ausgezeichneten Koloraturen durchwoben.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Beifall des Publikums begleitete w\u00e4rmstens viele der Solopartien. Nach dem dritten Akt wollte der Applaus nicht mehr enden; bei dieser au\u00dfergew\u00f6hnlich starken Besetzung des Abends war dies auch nicht verwunderlich. Ein erstklassiges Klangerlebnis mit k\u00fcnstlerischem H\u00f6chstanspruch war in jeder Hinsicht garantiert.<\/p>\n<p>Ruta Akelyte Hermann<\/p>\n<p>Bild: Hans J\u00f6rg Michel<\/p>\n<p>Das Bild zeigt John Osborn (Otello) und Cecilia Bartoli (sterbende Desdemona)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gioachino Rossini (1792-1868), Dramma per musica in drei Akten,. 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