{"id":3629,"date":"2012-02-07T10:39:32","date_gmt":"2012-02-07T09:39:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3629"},"modified":"2012-02-07T10:39:32","modified_gmt":"2012-02-07T09:39:32","slug":"un-ballo-in-maschera-%e2%80%93-ein-maskenball-aachen-stadttheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3629","title":{"rendered":"UN BALLO IN MASCHERA \u2013 EIN MASKENBALL &#8211; Aachen, Stadttheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Oper in drei Akten, Libretto: Antonio Somma, UA: 17. Februar 1859 Rom, Teatro Apollo<\/p>\n<p>Regie: Michael Schmitz-Aufterbeck, B\u00fchne: Oliver Brendel, Kost\u00fcme: Sandra M\u00fcnchow<\/p>\n<p>Dirigent: P\u00e9ter Hal\u00e1sz, Sinfonieorchester, Opernchor, Extrachor, Kinderchor, Choreinstudierung: Andreas Klippert<\/p>\n<p>Solisten: Yikun Chung (K\u00f6nig Gustav), Tito You (Graf Anckarstr\u00f6m), Irina Popova (Amelia), Sanja Radisic (Ulrica Arvidsson), Jelena Rakic (Oscar), Vasilios Manis (Christiano), Pawel Lawreszuk (Graf Horn), Il-Hoon Kim (Graf Ribbing)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 5. Februar 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Aachen-Un-Ballo.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3630\" title=\"Aachen-Un-Ballo\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Aachen-Un-Ballo.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Aachen-Un-Ballo.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Aachen-Un-Ballo-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>K\u00f6nig Gustav von Schweden liebt Amelia, die Frau seines engsten Freundes Graf Anckarstr\u00f6m. Hinter seinem R\u00fccken planen Graf Horn und Graf Ribbing ein Komplott, das ihn st\u00fcrzen soll. Die Wahrsagerin Ulrica prophezeit Gustavs Tod durch einen Freund. Gustav glaubt dieser Prophezeiung nicht. Aber sie erf\u00fcllt sich, als Graf Anckarstr\u00f6m durch einen ungl\u00fccklichen Zufall von Amelias und Gustavs Liebe erf\u00e4hrt. Er schlie\u00dft sich dem Komplott der Verschw\u00f6rer an und verwundet Gustav w\u00e4hrend des Maskenballs t\u00f6dlich. Im Sterben beschw\u00f6rt Gustav, da\u00df seine Liebe zu Amelia rein platonischer Natur sei und spricht Anckarstr\u00f6m von seiner Schuld frei.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Generalintendant Michael Schmitz-Aufterbeck nimmt die Fassung, die auf das Libretto von Scribe zur\u00fcckgeht, der das Attentat auf den schwedischen K\u00f6nig am 16. M\u00e4rz 1792 beschreibt. Sie wurde von Verdi nicht autorisiert.<\/p>\n<p>Die B\u00fchne zeigt einen leeren Raum und wird von l\u00e4nglichen Holzw\u00e4nden eingerahmt. Diese st\u00fcrzen zusammen als der K\u00f6nig im Finale stirbt. Die Kost\u00fcme sind dem Rokokostil nachempfunden: die m\u00e4nnliche Hofgesellschaft tr\u00e4gt Kniehosen, spitzenbesetzte Hemden und wei\u00dfe Per\u00fccken, K\u00f6nig Gustav ist ganz in wei\u00df gekleidet. Nach dem ersten Akt tritt der K\u00f6nig inkognito auf: ohne Per\u00fccke und im schwarzen Anzug mit Frack. Die Wahrsagerin Ulrica tr\u00e4gt eine Satincorsage, ihr Oberk\u00f6rper ist mit Totenk\u00f6pfen t\u00e4towiert. Lichteffekte verwandeln das Einheitsb\u00fchnenbild in unterschiedliche Schaupl\u00e4tze und dramatisieren die Szenen zus\u00e4tzlich. Der Friedhof wird durch dunkelblaues Licht gekennzeichnet, der Maskenball erstrahlt in Rott\u00f6nen sowohl durch Licht als auch durch die Kost\u00fcme.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die Ouvert\u00fcre dirigiert <strong>P\u00e9ter Hal\u00e1sz<\/strong> temperamentvoll, was ihr einen sehr dramatischen Klang verleiht. Allerdings kann Hal\u00e1sz das Orchester nach der Ouvert\u00fcre nicht genug zur\u00fccknehmen. Besonders die Bl\u00e4ser spielen zu laut und \u00fcbert\u00f6nen oft den Gesang. <strong>Yikun Chung<\/strong> (K\u00f6nig Gustav) singt die Rolle des K\u00f6nigs mit seinem hell-gepr\u00e4gten Tenor sehr schmetternd und volumin\u00f6s, die hohen T\u00f6ne bringt er mit sehr viel Kraft. W\u00e4hrend des Duetts <em>Oh qual soave brivido<\/em> \u2013 <em>Oh welch s\u00fc\u00dfer Schauder <\/em>nimmt er sich aber auch zur\u00fcck und singt die Partien sehr weiche (<em>mezzavoce).<\/em> <strong>Irina Popova<\/strong> (Amelia) klingt in den H\u00f6hen sehr metallisch mit viel Vibrato. Als sie in der Arie <em>Ma d\u2019allrido stello divulsa <\/em>\u2013 <em>Wenn das Kraut wie ihr Wort mir verk\u00fcndet<\/em> im zweiten Akt Gott um Erbarmen bittet, haucht sie das zweigestrichene A mit <em>sotto voce<\/em> sehr sanft an und zeigt dabei eine andere Facette ihrer Stimme. <strong>Tito You<\/strong> (Graf Anckarstr\u00f6m) besitzt eine gro\u00dfe stimmliche Differenzierung. Besonders in der Arie <em>Eri tu que macchiavi quell\u2019anima \u2013 Du warst\u2019s, der das Herz mir entwendet<\/em> macht er mit seinem hellen Bariton Wut und Trauer deutlich. Akzentuierter Gesang in den H\u00f6hen wechselt sich mit Legato-Partien in den Tiefen ab, so da\u00df sein Vortrag gro\u00dfe Dynamik entwickelt. Eine stimmliche Abwechslung ist <strong>Jelena Rakics<\/strong> (Oscar) lyrischer Sopran. Die \u00dcberg\u00e4nge zwischen hohen und tiefen T\u00f6nen sowie Triller gelingen ihr durch zarte Intonation und ebenso das An- und Abschwellen ihrer Stimme (<em>messa di voce<\/em>). <strong>Il-Hoon Kims<\/strong> (Graf Ribbing) dunkelgef\u00e4rbter Ba\u00dfbariton hat einen schweren, hallenden Charakter und erg\u00e4nzt sich mit <strong>Pawel Lawreszuks<\/strong> (Graf Horn) hellem und rauchigen Bariton. Das Verschw\u00f6rerpaar erzeugt mit seinen Stimmen knurrende und r\u00e4uspernde Ger\u00e4usche, die ihren Spott kennzeichnen. Ebenfalls erw\u00e4hnt sei <strong>Sanja Radisics <\/strong>Partie als Ulrica, mit der sie ihr Debut in Aachen gibt. Ihr Mezzosopran zeigt sehr viele Nuancen: in der Tiefe klingt er sehr profund, in der H\u00f6he warm und volumin\u00f6s, dabei l\u00e4\u00dft sie ihre Stimme nach oben dramatisch anschwellen. In den mehrstimmigen Teilen erklingen S\u00e4ngerensemble und <strong>Chor<\/strong> sehr kraftvoll und nuanciert.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Neben dem sehr einfachen B\u00fchnenbild die k\u00f6nnen nur die Kost\u00fcme die Stimmung des 18. Jahrhunderts hervorrufen. Daf\u00fcr kann die musikalische Darbietung um so mehr \u00fcberzeugen \u2013 abgesehen von der Lautst\u00e4rke des Orchesters. Das S\u00e4ngerensemble ist hervorragend aufeinander abgestimmt. Das Publikum applaudiert besonders laut f\u00fcr Yikun Chung, Jelena Rakic und Sanja Radisic.<\/p>\n<p>Melanie Joannidis<\/p>\n<p>Bild: Carl Brunn<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Jelena Rakic (Oscar), Yikun Chung (K\u00f6nig Gustav) und\u00a0 Hans Schaapkens (ein Richter)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Oper in drei Akten, Libretto: Antonio Somma, UA: 17. 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