{"id":3619,"date":"2012-01-28T19:19:11","date_gmt":"2012-01-28T18:19:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3619"},"modified":"2012-02-04T19:22:30","modified_gmt":"2012-02-04T18:22:30","slug":"die-csardasfurstin-meiningen-sudthuringisches-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3619","title":{"rendered":"DIE CS\u00c1RD\u00c1SF\u00dcRSTIN &#8211; Meiningen, S\u00fcdth\u00fcringisches Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Emmerich K\u00e1lm\u00e1n (1882\u20131953), Operette in drei Akten von Leo Stein und Bela Jenbach, UA:17. November 1915, Wien, Johann Strau\u00df Theater<\/p>\n<p>Regie: Rudolf Frey, Kost\u00fcme: Elke Gattinger, Choreographie: Andris Plucis<\/p>\n<p>Dirigent: Elisa Gogou, Meininger Hofkapelle, Chor und Ballett des Meininger Theaters\/Landestheaters Eisenach, Choreinstudierung: Sierd Quarre<\/p>\n<p>Solisten: Ernst Volker Schwarz (F\u00fcrst), Uta M\u00fcller (F\u00fcrstin), Rodrigo Porras Garulo (Edwin Ronald), Maria Rosendorfsky (Komtesse Stasi), Francis Bouyer (Graf Boni), Camila Ribero-Souza (Sylva Varescu), Steffen K\u00f6llner (Eugen Rhonsdorff), Stan Meus (Feri Bacsi), Lars Kretzer (Notar), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 27. Januar 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Meiningen-Csardasfuerstin.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3620\" title=\"Meiningen-Csardasfuerstin\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Meiningen-Csardasfuerstin.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Meiningen-Csardasfuerstin.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Meiningen-Csardasfuerstin-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Budapest 1913. Die Chansonette Sylva Varescu bereitet sich auf eine Gastspielreise nach Amerika vor und verabschiedet sich von ihren Freunden und auch von Edwin, einem Wiener F\u00fcrstensohn. Dieser will sie von der Reise abhalten und heiraten \u2013 gegen den Willen seiner Eltern. Denn sie hatten bereits die Verlobung mit Komtesse Stasi arrangiert. Graf Boni informiert Sylva \u00fcber diese Verlobung. Daraufhin reist sie erz\u00fcrnt ab.<\/p>\n<p>In Wien wird die Verlobung von Edwin und Stasi gefeiert als Sylva mit Boni erscheint, der sie als seine Frau ausgibt. Als diese ihre wahre Identit\u00e4t enth\u00fcllt, gibt es einen Skandal. In einem Wiener Hotel erkennt Feri-Bacsi in der F\u00fcrstin seine Jugendliebe wieder, eine Provinzprimadonna. Die Eltern geben daraufhin den Widerstand auf und willigen in die Ehe zwischen Edwin und Sylva sowie Boni und Stasi ein.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Ein relativ einfacher Einheitsb\u00fchnenraum, begrenzt von einer verschiebbaren runden Hinterwand, die, nach vorne gefahren, die B\u00fchne dem Blick des Publikums verschlie\u00dft. Im ersten Akt schaffen aufgestapelte Bar-Tische den Eindruck einer Feier nach Vorstellungsende. Das Ballett-Ensemble entspringt einem zeitlosen Sado-Maso-Reitpeitschen-Nachtlokal, die G\u00e4ste sind im klassischen Frack, die Zaung\u00e4ste, die zum Fenster hereinblicken, sind Clowns im dunklen Milit\u00e4rmantel gekleidet. Im zweiten Akt bietet ein gro\u00dfer Speisetisch nebst zahllosen Bediensteten Platz f\u00fcr die Verlobungsgesellschaft in klassischer Abendgarderobe bzw. schwarzer Uniform, die durch den Skandal zwischen den beiden Liebespaaren gesprengt wird. Im dritten Akt sehen wir eine Holzb\u00fchne auf der B\u00fchne (mit Vorhang an einer W\u00e4scheleine und einem Telefon ohne Anschlu\u00df). Die Schauspieler und ein Eisb\u00e4r (als running gag) sitzen am Rand und warten auf ihren Auftritt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Dirigent<strong> Elisa Gogou <\/strong>hat zwar das Gesp\u00fcr f\u00fcr den filigranen ungarischen Klang, f\u00fcr den Mitleid erzeugenden zarten Schmelz, aber das ungarische Feuer der Gef\u00fchle will sich im Orchestergraben nicht ausbreiten. So hat man manchmal das Gef\u00fchl, in einer Revue zu sitzen, zumal sich einzelne Titel wie <em>Ich kauf mir die Welt <\/em>mehrmals wiederholen. Trotzdem gelingt eine gute geschlossene Ensemble-Leistung, auch wenn allgemein die Wortverst\u00e4ndlichkeit und manche Intonation angemahnt werden mu\u00df. So kann <strong>Camila Ribero-Souza<\/strong> auch stimmlich untermalen, da\u00df sie die Hauptdarstellerin ist, da sie mit lyrischem Feuer, strahlend heller H\u00f6he und sehr gut fundierter Tiefe die Rolle der Sylva Varescu sehr dominant gestaltet. Manchmal leider mit viel Tremolo. Gl\u00e4nzend aufgelegt ist <strong>Rodrigo Porras Garulo <\/strong>(Edwin Ronald), ein s\u00fcdl\u00e4ndischer Tenor mit gro\u00dfer Strahlkraft und besonders hohem Stehverm\u00f6gen, der mit <em>Ganz ohne Weiber geht<\/em> <em>die Chose <\/em>nicht die Hitze eines ungarischen Liebhabers hat. In dieser Inszenierung hat <strong>Francis Bouyer<\/strong> als Graf Boni eher eine Nebenrolle. Er war auch stimmlich sehr zur\u00fcckhaltend. ebenso die erwachsen gewordene Komte\u00df Stasi <strong>Maria Rosendorfsky<\/strong> \u2013 mit glockenklarer Kinderstimme und genauer, etwas zu leiser Intonation. Fast zu einer Sprechrolle degradiert die Rolle des Feri Bacsi durch <strong>Stan Meus<\/strong>. Daf\u00fcr haben <strong>Ernst Volker Schwarz<\/strong> als Leopold Maria und <strong>Uta M\u00fcller<\/strong> als Anhilte kleine Sprechgesangseinlagen erhalten. Dem <strong>Chor <\/strong>gelingt trotz meist statischer Positionierung am Rande des Geschehens eine solide und einheitliche Leistung.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Dadurch, da\u00df der musikalische Ablauf der einzelnen Nummern umgestellt wird, neue Dialoge eingef\u00fcgt werden \u2013 darunter sogar ein Zitat von Joseph Roth aus<em> Die Kapuzinergruft<\/em>, die Rolle der Stasi abgewandelt wird, da sie von vornherein auf Edwin verzichtet, reduziert sich die Handlung auf einen Kampf von Boni und Edwin um Sylva. Es entf\u00e4llt der melancholische Abgesang auf die Donaumonarchie, Leopold Maria und Anhilte sind nur normale Eltern, die ihren Sohn verheiraten wollen. Das ist zwar im zweiten Akt spannend umgesetzt, die anderen Akte jedoch wirken r\u00e4tselhaft und so verliert der Abend dabei jedweden Humor \u2013 als Faschingsst\u00fcck ist die Produktion wohl nicht gedacht. Das Publikum reagierte zun\u00e4chst nachdenklich, feierte die Protagonisten aber am Schlu\u00df mit uneingeschr\u00e4nktem Jubel.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: foto-ed<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Sylva (Camila Ribero-Souza), Edwin (Rodrigo Porras Garulo) und Ernst Volker Schwarz (F\u00fcrst)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Emmerich K\u00e1lm\u00e1n (1882\u20131953), Operette in drei Akten von Leo Stein und Bela Jenbach, UA:17. 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