{"id":3610,"date":"2012-01-31T22:55:14","date_gmt":"2012-01-31T21:55:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3610"},"modified":"2012-01-31T22:55:14","modified_gmt":"2012-01-31T21:55:14","slug":"lakme-bonn-opernhaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3610","title":{"rendered":"LAKM\u00c9 &#8211; Bonn, Opernhaus"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von L\u00e9o Delibes (1836-181891), Oper in drei Akten, Libretto: Pierre Edmon Julien Gondinet und Philippe-\u00c9mile-Fran\u00e7ois Gille, UA: 14. April 1883 Paris, Op\u00e9ra-Comique (Salle Favart)<\/p>\n<p>Regie: Paul-Emile Foury, B\u00fchne: Beno\u00eet Dugardy, Kost\u00fcme: Giovanna Fiorentini, Licht: Max Karbe<\/p>\n<p>Dirigent: Stefan Blunier, Beethoven Orchester Bonn, Chor des Theaters Bonn, Einstudierung: Sibylle Wagner<\/p>\n<p>Solisten: Miriam Clark (Lakm\u00e9), Alexandru Badea (G\u00e9rald),\u00a0 Giorgos Kanaris (Fr\u00e9d\u00e9ric), Renatus M\u00e9sz\u00e1r (Nilakantha),\u00a0 Kathrin Leidig (Mallika) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 29. Januar 2012 (Premiere) \u2013 Koproduktion mit dem Op\u00e9ra-Th\u00e9\u00e2tre de Metz M\u00e9tropole<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/Bonn-Lakme.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3611\" title=\"Bonn-Lakme\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/Bonn-Lakme.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/Bonn-Lakme.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/Bonn-Lakme-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Lakm\u00e9 wohnt mit ihrem Vater, dem Brahmanen-Priester Nilakantha, in einem heiligen Lotoshain. Mit Fremden darf sie nicht reden. Begreiflicherweise sind Lakm\u00e9 und ihre Dienerin Mallika verwirrt, als sie pl\u00f6tzlich in ihrem Garten den englischen Offizieren G\u00e9rald und Fr\u00e9d\u00e9ric begegnen. G\u00e9rald verliebt sich sofort in die sch\u00f6ne Lakm\u00e9 und gesteht ihr seine Liebe. Als der Vater zur\u00fcckkehrt, verraten gepfl\u00fcckte Blumen den verbotenen Besuch und der Priester droht mit Rache. Er zwingt Lakm\u00e9 auf dem Markt als Tempels\u00e4ngerin den Frevler anzulocken, um ihn zu t\u00f6ten. G\u00e9rald wird verletzt, aber er \u00a0\u00fcberlebt und wird von Lakm\u00e9 im Wald heimlich gesundgepflegt. Sein Freund Fr\u00e9d\u00e9ric erinnert ihn schlie\u00dflich an seine Soldatenpflicht. Sie l\u00e4\u00dft G\u00e9rald vom heiligen Quellwasser trinken. Als ihr Vater die beiden entdeckt und erneut Rache schw\u00f6rt, ist G\u00e9rald f\u00fcr ihn durch den heiligen Trunk unantastbar geworden. Dennoch hatte Lakm\u00e9 bemerkt, da\u00df der Geliebte sich von ihr abwendet hat. In ihrem Kummer verzehrt sie eine giftige Bl\u00fcte. Der Schlu\u00dfgesang des Priesters verk\u00fcndet, da\u00df Lakm\u00e9 ins Paradies eingehen wird.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Bereits in der Ouvert\u00fcre versetzt L\u00e9o Delibes seine Zuh\u00f6rer in eine orientalische Klangwelt. Wenn sich dann der Vorhang hebt, wird der Blick frei auf einen hell durchfluteten Raum, der von Anfang bis Ende die Szenerie bestimmt. Stellw\u00e4nde sind von geometrischen orientalischen Mustern durchwirkt und verleihen der Handlung entsprechendes indisches Kolorit. Szenenwechsel gestalten sich alleine durch geschickte Lichtregie und Umstellung der B\u00fchnenelemente. Die Damen tragen Saris, die Herren sind mit Turban und H\u00fcten exotisch ausstaffiert. Die Engl\u00e4nderinnen sind im Stil des 19. Jahrhunderts gekleidet, die Soldaten tragen wei\u00dfe Uniform. Drei Tempelt\u00e4nzerinnen (2. Akt) sorgen au\u00dferdem f\u00fcr orientalisches Flair. Die Kulisse kommt ganz ohne Pflanzen aus und gibt doch die Illusion eines Gartens, in dem Lakm\u00e9 und Mallika bei ihrem Duett von denselben Stellw\u00e4nden getrennt sind, die sp\u00e4ter w\u00e4hrend der ber\u00fchmten \u201eGl\u00f6ckchen-Arie\u201c als Hintergrund des Marktplatzes dienen. Dann fungieren sie als Wald, in dem die Brahmanen-Tochter den englischen Soldaten pflegt. Das besungene Quellwasser und der Lotoshain sind nicht zu sehen, auch vergiftet sich Lakm\u00e9 am Ende nicht, sondern gibt nur ihren Willen zum Opfertod in Gegenwart des Vaters bekannt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Miriam Clark<\/strong> als Lakm\u00e9 verzauberte mit ihrer eher feinsinnigen stimmlichen Zur\u00fcckhaltung genauso wie mit ihrer charmanten Ausstrahlung. Ihr Sopran verf\u00fcgt \u00fcber den gew\u00fcnschten, f\u00fcr die schwierige Partie erforderlichen Ambitus, blieb aber \u00fcber weite Strecken sehr leise und mitunter in den Koloraturen wenig differenziert, leider auch nicht immer ganz intonationsrein. Die <em>Gl\u00f6ckchen-Arie<\/em> erklang sehr zart. Hinrei\u00dfend gelangen die Piano-Stellen, was besonders gut zur Geltung kam im Duett (1. Akt) mit <strong>Kathrin Leidig<\/strong> als Mallika. Alexandru Badea als ihr maskuliner Widerpart G\u00e9rald war gesanglich eine Entt\u00e4uschung, daf\u00fcr \u00fcberzeugte Renatus M\u00e9sz\u00e1r als Nilakantha umso mehr. <strong>Alexandru Badea<\/strong> (G\u00e9rald) suchte mit m\u00e4\u00dfigem Erfolg das vokale Extrem, zwang seinen nicht unbedingt schlechten Tenor mit Kraft in die h\u00f6heren Lagen, hatte daf\u00fcr in den tieferen wenig zuzusetzen. Gro\u00dfartig klang dagegen der Ba\u00df von <strong>Renatus M\u00e9sz\u00e1r<\/strong> (Nilakantha), eine tiefausgelotete \u00a0Stimme, dazu sicher gef\u00fchrt. Der <strong>Chor<\/strong> sang seine Partien sehr gut. Die Nebenrollen waren stimmlich eher unauff\u00e4llig besetzt. Das Beethovenorchester kam mit der diffizilen Partitur weitgehend gut zurecht; besonders im 3. Akt f\u00fchlten sich die Musiker h\u00f6rbar wohl. Im Detail d\u00fcrfen einige Abstriche nicht unerw\u00e4hnt bleiben: Etwa das kaum h\u00f6rbare Glockenspiel \u2013 ausgerechnet in der <em>Gl\u00f6ckchen-Arie<\/em> &#8211; oder die nicht gerade rein intonierten Pikkolofl\u00f6ten. Mitunter fehlte die dynamische Abstimmung des Orchesters mit den S\u00e4ngern.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die mit wenigen Kulissen auskommende, um wirkungsvolle Kost\u00fcme angereicherte Inszenierung verleiht der leider viel zu selten gespielten Oper das n\u00f6tige exotische Flair. Das Fehlen handlungsbedingter Turbulenz auf der B\u00fchne wird durch das vornehme exotische Kolorit aufgewogen. Das Beethoven Orchester unter Stefan Blunier gestaltete sch\u00f6ne instrumentale Momente, h\u00e4tte jedoch den Details der Partitur manchmal mehr Aufmerksamkeit widmen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Felicitas Zink<\/p>\n<p>Bild: Lilian Szokody<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Renatus M\u00e9sz\u00e1r als Nilakantha, der Vater von Lakm\u00e9 (Miriam Clark)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von L\u00e9o Delibes (1836-181891), Oper in drei Akten, Libretto: Pierre Edmon Julien Gondinet und Philippe-\u00c9mile-Fran\u00e7ois Gille, UA: 14. 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