{"id":3606,"date":"2012-01-30T22:43:27","date_gmt":"2012-01-30T21:43:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3606"},"modified":"2012-01-31T22:53:08","modified_gmt":"2012-01-31T21:53:08","slug":"lohengrin-kiel-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3606","title":{"rendered":"LOHENGRIN &#8211; Kiel, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813\u20131883), Romantische Oper in drei Aufz\u00fcgen, Text vom Komponisten, UA: 28. August 1850 Weimar, Gro\u00dfherzogliches Hoftheater<\/p>\n<p>Regie: Georg K\u00f6hl, B\u00fchne: Norbert Ziermann, Kost\u00fcm: Claudia Spielmann, Dramaturgie: Cordula Engelbert<\/p>\n<p>Dirigent: Gerog Fritzsch, Philharmonisches Orchester Kiel, Chor: Barbara Kier, Chor und Extrachor<\/p>\n<p>Solisten: Sung-Kyu Park (Lohengrin), Katrin Adel (Elsa), J\u00f6rg Sabrowski (Friedrich v. Telramund), Alexandra Petersamer (Ortrud), Petros Magoulas (Heinrich der Vogler), Tmohiro Takada (Heerrufer), Michael M\u00fcller, Fred Hofmann, Kyung-Sik Woo, Ulrich Burdack (Vier Brabantische Edle)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 28. Januar 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/Kiel-Lohengrin.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3607\" title=\"Kiel-Lohengrin\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/Kiel-Lohengrin.gif\" alt=\"\" width=\"236\" height=\"350\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/Kiel-Lohengrin.gif 236w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/Kiel-Lohengrin-202x300.gif 202w\" sizes=\"auto, (max-width: 236px) 100vw, 236px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Friedrich beschuldigt Elsa vor Land und K\u00f6nig \u2013 angestiftet von seiner Frau Ortrud \u2013 des Brudermordes und fordert einen Kampf auf Leben und Tod. Nach zweimaligem Rufen erscheint in einem von einem Schwan gezogenen Boot der Ritter Lohengrin, der f\u00fcr Elsa k\u00e4mpft. Lohengrin gesteht Elsa seine Liebe und will sie zur Frau nehmen \u2013 jedoch unter der Bedingung, ihn niemals zu fragen, wer er sei und woher er k\u00e4me. Friedrich, dem Lohengrin das Leben geschenkt hat, wird verbannt. Ortrud schmeichelt sich bei Elsa ein, um ihr den Zweifel gegen\u00fcber Lohengrin ins Herz zu s\u00e4hen, man k\u00f6nne ja nicht wissen, ob er wirklich adelig sei. Sie stachelt ihren Mann an, den fremden Ritter der Zauberei zu beschuldigen. Nach der Hochzeit stellt Elsa Lohengrin die verbotene Frage, worauf sich dieser vor K\u00f6nig und Volk als Gralsritter zu erkennen gibt und verk\u00fcndet, er m\u00fcsse nun zur\u00fcck zur Gralsburg. Ortrud gesteht siegessicher, Elsas Bruder in den Schwan verwandelt zu haben, der Lohengrins Boot zieht, woraufhin Lohengrin diesen wiederum zur\u00fcckverwandelt. Lohengrin setzt Gottlieb (Elsas Bruder) als neuen Regenten ein und verl\u00e4\u00dft Brabant. Elsa stirbt.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>K\u00f6hl verlegt das Geschehen in eine politische Machtd\u00fcnkel-Welt, in der er Tradition, Krieg und Disziplin (Friedrich) mit Friede, Toleranz und Freiheit (Lohengrin) gegen\u00fcberstellt. Das B\u00fchnenbild erinnert an eine r\u00f6mische Senatshalle, \u00fcber der ein abstraktes Tableau schwebt. Hin und wieder f\u00e4hrt dieses hinunter um so neue R\u00e4ume zu erzeugen.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die Tenorpartien Richard Wagner geh\u00f6ren seit jeher zu den schwersten in der Literatur. Das liegt nicht nur an dem gro\u00dfen Stimmumfang, sondern auch besonders an den Phrasierungsb\u00f6gen, die mehrere Takte Spannung und einen langen Atem erfordern. An letzterem ist <strong>Sung-Kyu Park<\/strong> (Lohengrin) leider etwas zu oft gescheitert. Viele seiner Phrasen rissen zum Ende und\/oder in h\u00f6heren Lagen aus, und er verlor die Kontrolle \u00fcber seine sonst sehr angenehme Stimme. Im letzten Akt lief er zwar zu vorher nur zu erahnenden s\u00e4ngerischen H\u00f6chstleistungen auf und pr\u00e4sentierte die Gralserz\u00e4hlungen und das Liebesduett zumindest stimmlich \u00fcberzeugend. Szenisch wirkte Park wenig heroisch, ziemlich steif und oftmals ungewollt komisch \u2013 z.B. als er beim Liebesduett statt zu Else mehr zum Dirigenten sah. <strong>Katrin Adel<\/strong> (Elsa) lieferte eine deutlich solidere, wenn auch nicht herausragende Leistung ab. Ihr teilweise starkes Vibrato war sowohl st\u00f6rend als auch dem Werk v\u00f6llig unangemessen, aber sie konnte im Verlauf des Abends durch immer sicherere Phrasierung und Dynamik gl\u00e4nzen. W\u00e4hrend sie w\u00e4hrend des Frauenstreites vor dem M\u00fcnster im zweiten Akt ihrer \u201eGegnerin\u201c Alexandra Petersamer noch deutlich unterlag, \u00fcberzeugte sie im Liebesduett um dritten Akt. Das \u201eb\u00f6se Paar\u201c <strong>J\u00f6rg Sabrowski<\/strong> (Friedrich v. Telramund) und <strong>Alexandra Petersamer<\/strong> (Ortrud) hingegen konnten von Anfang bis Ende in ihren Rollen brillieren. Sabrowski ging zwar kurzfristig hinter dem gut besetzten Fortissimo des Orchesters unter, konnte den Rest der Oper jedoch durch sichere H\u00f6hen, starke tiefen, klare Phrasierung und Dynamik und \u00fcberzeugendes Spiel gl\u00e4nzen. Alexandra Petersamer war aber die wahre Prima Donna des Abends. Nicht nur, da\u00df sie scheinbar v\u00f6llig eins mit ihrer Rolle war, sondern sie meisterte alle musikalischen Schwierigkeiten, die die Partie innehat, mit Bravour. So triumphierte sie nicht nur im Streit vor dem M\u00fcnster \u2013 zumindest gesanglich \u2013 \u00fcber ihre Kontrahentin, sondern konnte bereits in ihrem Racheschwur (2. Akt) stark beeindrucken. Der <strong>Tomohiro Takada<\/strong> (Heerrufer), dem die Regie die abstruse Bedeutungsebene einer Art \u201ezweiten Lohengrin\u201c zugemessen hatte, konnte im Gegensatz zu seinem \u201eHerren\u201c <strong>Petros Magoulas<\/strong> (K\u00f6nig Heinrich) stimmlich durchg\u00e4ngig \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p>Das <strong>Orchester<\/strong> sowie der<strong> Chor<\/strong> waren das Glanzst\u00fcck des Abends. Feine Dynamik, starke B\u00f6gen, ausgewogene Stimmen-Balance, gutes szenisches Spiel.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Eine musikalisch gute Auff\u00fchrung. Gro\u00dfer Applaus.<\/p>\n<p>Maik Hoppe<\/p>\n<p>Bild: Olaf Struck<\/p>\n<p>Das Bild zeigt Katrin Adel (Elsa) und Alexandra Petrasamer (Ortrud)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner (1813\u20131883), Romantische Oper in drei Aufz\u00fcgen, Text vom Komponisten, UA: 28. 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