{"id":3581,"date":"2012-01-24T20:48:57","date_gmt":"2012-01-24T19:48:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3581"},"modified":"2012-01-27T17:30:29","modified_gmt":"2012-01-27T16:30:29","slug":"die-meistersinger-von-nurnberg-zurich-opernhaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3581","title":{"rendered":"DIE MEISTERSINGER VON N\u00dcRNBERG &#8211; Z\u00fcrich, Opernhaus"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813-1883) Oper in 3 Aufz\u00fcgen, Libretto: Richard Wagner, UA: 21. Juni 1868 M\u00fcnchen, K\u00f6nigliches Hof- und Nationaltheater<\/p>\n<p>Regie: Harry Kupfer, B\u00fchne: Hans Schavernoch, Kost\u00fcme: Yan Tax, Licht: J\u00fcrgen Hoffmann<\/p>\n<p>Dirigent: Daniele Gatti, Orchester der Oper Z\u00fcrich, Chor der Oper Z\u00fcrich, Choreinstudierung: Ernst Raffelsberger<\/p>\n<p>Solisten: Juliane Banse (Eva), Wiebke Lehmkuhl (Magdalene), Michael Volle (Hans Sachs), Roberto Sacc\u00e0 (Walther von Stolzing), Matti Salminen (Veit Pogner), Martin Gantner (Sixtus Beckmesser), Peter Sonn (David), Kresimir Strazanac (Konrad Nachtigal), Martin Zysset (Kunz Vogelsang), Cheyne Davidson (Fritz Kothner) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 22. Januar 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/Z\u00fcrich-Meistersinger.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3582\" title=\"Z\u00fcrich-Meistersinger\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/Z\u00fcrich-Meistersinger.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"230\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/Z\u00fcrich-Meistersinger.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/Z\u00fcrich-Meistersinger-300x197.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt <\/strong><\/p>\n<p>Dem Gewinner des gro\u00dfen Wettsingens am Johannisfest verspricht der wohlhabende Goldschmied Pogner seine h\u00fcbsche Tochter Eva. Sie und der neu in N\u00fcrnberg zugezogene Ritter Walther von Stolzing verlieben sich. Stolzing nimmt am Wettstreit teil, da Pogner nur dem Sieger Eva zur Frau geben will. Walther kennt die Regeln des Meistergesanges nicht, einzig der Schuster Hans und sein Lehrling David helfen ihm dabei sie kennenzulernen. Das Probesingen besteht Stolzing nicht, wodurch er keine Zulassung zum Wettsingen der Meistersinger bekommt. Doch die G\u00fcte seines Gesanges \u00fcberragt den Meistergesang, obwohl er gegen die Regeln dessen verst\u00f6\u00dft. Beckmesser erhofft sich den Gewinn. In der letzten Nacht vor dem Johannisfest versteht Hans Sachs Beckmesser, den st\u00e4rksten Gegner Walthers, zu schw\u00e4chen. Zum Johannisfest darf Walther dennoch seinen Traum in seinem Gesang erz\u00e4hlen, womit er Eva gewinnt. Dar\u00fcber hinaus wird Walther in die Zunft der Meisters\u00e4nger festlich aufgenommen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung <\/strong><\/p>\n<p>Die Drehb\u00fchne tr\u00e4gt naturgetreu nachgebildete architektonische Bauten sowie teils mit feinen, durchsichtigen T\u00fcchern drapierte Bauger\u00fcste, welche anfangs einen Kirchenraum und sp\u00e4ter alle weiteren R\u00e4umlichkeiten darstellen. Im Hintergrund sieht man die Umrisse einer gro\u00dfen Stadt. Eine gr\u00fcne Wiese bildet den \u00dcbergang. Ein einige Meter hoher Fliederbaum in voller Bl\u00fcte bietet dem Liebespaar Unterschlupf in der Nacht vor dem Johannisfest. Die Kleidung ist zeitlos, jedoch mit manchen Elementen des ausgehenden achtzehnten Jahrhunderts, wie beispielsweise Hosentr\u00e4ger erg\u00e4nzt. Das B\u00fchnenlicht bringt naturgetreu Tag- und Nachtstimmungen.<\/p>\n<p>Schon am Anfang wird das Treffen in der Kirche von Eva und Magdalene am\u00fcsant gestaltet. Man kann nicht \u00fcbersehen, da\u00df beide Frauen verschiedene Tricks einzusetzen versuchen, um ihre Verehrer etwas l\u00e4nger sehen zu k\u00f6nnen. Zum Johannisfest gibt es heitere Stimmung mit einem bunt gekleidetem Chor sowie zahlreichen Statisten. Die Meisters\u00e4nger erscheinen in festlicher Robe. Eva tritt in einem glitzernden wei\u00dfen Kleid auf.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das Orchester der Oper spielte unter der Leitung von <strong>Daniele<\/strong> <strong>Gatti<\/strong> mit weitem, dynamisch weich gestaltetem romantischen Kolorit, teils sehr klar und teils recht gef\u00fchlvoll. Alle Eins\u00e4tze waren \u00fcberzeugend, auch der gewaltige <strong>Chor <\/strong>gl\u00e4nzte jedes Mal deutlich und in einer \u00fcberw\u00e4ltigenden Einheit. Nur einige Male kam der Gesamtklang in die Bereiche eines <em>Forte<\/em>, zu welchem die Klangwahrnehmung nicht mehr m\u00f6glich war. Sonst war das ersehnte <em>Belcanto<\/em> gut zu h\u00f6ren, wobei das Orchester die S\u00e4nger recht gut begleitete. Beste Artikulation im S\u00e4ngerensemble machte die \u00dcbertitel f\u00fcr die Soloauftritte nahezu \u00fcberfl\u00fcssig. Die Ensemblepartien klangen sehr ebenm\u00e4\u00dfig. Exemplarisch w\u00e4re das Quintett mit der ansprechenden Harfenbegleitung, geschm\u00fcckt von Koloraturen, von Juliane Banse (Eva) (3. Aufzug) zu nennen.<\/p>\n<p><strong>Martin<\/strong> <strong>Gantner<\/strong> (Sixtus Beckmesser) war schauspielerisch nicht zu \u00fcbertreffen. Seine Schmerzen oder seine aufdringliche Art meisterte er mit einer B\u00fchnenpr\u00e4senz, die begeisterte. Die anmutige<strong> Juliane<\/strong> <strong>Banse<\/strong> (Eva) hatte f\u00fcr ihre Rolle beste Voraussetzungen und erf\u00fcllte die hohen Erwartungen. Besonders zu erw\u00e4hnen ist hier ihr klarer Stimmklang.<strong> Michael<\/strong> <strong>Volle<\/strong> stand als Hans Sachs im Mittelpunkt und gab einen hilfsbereiten Charakter wider. Er sang durchsetzungsstark und angenehm. Mit <em>Wahn! Wahn!<\/em> zeigte er unter anderem ein sch\u00f6nes Legato und eine ausgezeichnete Differenziertheit seiner Stimmf\u00e4rbung: weich, scharf, zart, w\u00fctend, lieblich, in piano wie auch in forte (Anfang 3. Akt). Die charaktervolle Stimme des<strong> Roberto<\/strong> <strong>Sacc\u00e0<\/strong> (Walther von Stolzing) brillierte in <em>Morgendlich leuchtend in rosigen Schein<\/em> (3. Akt).<strong> Peter<\/strong> <strong>Sonn<\/strong> (David) zeigte seinen klangsch\u00f6nen Tenor und harmonierte gut mit dem wohltuenden Alt von<strong> Wiebke<\/strong> <strong>Lehmkuhl<\/strong> (Magdalene). <strong>Matti<\/strong> <strong>Salminen<\/strong> gab Veit Pogner eine g\u00fctige, v\u00e4terliche Erscheinung. Mit<strong> Andreas<\/strong> <strong>H\u00f6rl<\/strong> gab es einen gedrungen wirkenden und singenden Nachtw\u00e4chter.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p><em>Die Meistersinger<\/em> in dieser sehr nah an Wagner orientierten Darstellung begeisterte von Anfang an und erheiterte die Atmosph\u00e4re des ganzen Abends im Opernhaus, wobei der komische Aspekt des Werkes wunderbar zutage trat. Das Publikum w\u00fcrdigte die Mitwirkenden enthusiastisch, und am Ende der Vorstellung tobte es mit Applaus und Bravorufen. Besondere Aufmerksamkeit und Lob verdient diesmal das hervorragende Deb\u00fctdirigat des Dirigenten<strong> Daniele<\/strong> <strong>Gatti<\/strong>. Der Besuch ist unbedingt zu empfehlen schon wegen der bezaubernden B\u00fchne von <strong>Hans<\/strong> <strong>Schavernoch<\/strong> sowie der schauspielerischen und stimmlichen Leistung der Solisten.<\/p>\n<p>Ruta Akelyte Hermann<\/p>\n<p>Bild: Suzanne Schwiertz<\/p>\n<p>Das Bild zeigt Roberto Sacc\u00e0 (Walther von Stolzing) und Michael Volle (Hans Sachs)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner (1813-1883) Oper in 3 Aufz\u00fcgen, Libretto: Richard Wagner, UA: 21. 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