{"id":355,"date":"2008-07-30T22:09:34","date_gmt":"2008-07-30T20:09:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=355"},"modified":"2008-07-30T22:09:34","modified_gmt":"2008-07-30T20:09:34","slug":"london-covent-garden-royal-opera-house-la-boheme","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=355","title":{"rendered":"London, Covent Garden &#8211; Royal Opera House, LA BOH\u00c8ME"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini, Oper in vier Akten, Libretto: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica nach einem Roman von Henri Murger.<br \/>\nU.A.: 1. Februar 1896, Turin.<br \/>\nRegie: John Copley, B\u00fchnenbild Julia Trevelyan Oman, Licht: William Bundy<br \/>\nDirigent: Christian Badea, Orchester und Chor des Royal Opera House, Chorleitung: Renato Belsadonna<br \/>\nSolisten: Roberto Aronica (Rodolfo), Cristina Gallardo Domas (Mim\u00ec), Franco Vassallo (Marcello), Roderick Williams (Schaunard), Matthew Rose (Colline), Nicole Cabell (Musetta), Jeremy White (Beno\u00eet), Donald Maxwell (Alcindoro) Alan Duffield (Parpignol), u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 15. Juli 2008 (Premiere der Londoner Inszenierung: 6.2.1974, Wiederaufnahme 13. Juli 2008)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"30708-london-la-boheme.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/07\/30708-london-la-boheme.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"30708-london-la-boheme.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/07\/30708-london-la-boheme.jpg\" \/><\/a>Ein Dichter, ein Maler, ein Musiker und ein Philosoph leben in einer \u00e4rmlichen Pariser Mansardenwohnung. Das Geld ist knapp und der Dichter Rodolfo bietet sein neuestes Theaterst\u00fcck zum verfeuern an, um an diesem Weihnachtsabend wenigstens ein paar Augenblicke W\u00e4rme genie\u00dfen zu k\u00f6nnen. Da kommt der Musiker Schaunard mit seinem frisch erworbenen Honorar heim und bringt k\u00f6rbeweise guten Wein, Essen und Brennholz mit. Die vier entledigen sich des \u00fcberraschend aufgetauchten Vermieters Beno\u00eet ohne die geforderte Miete zu zahlen und beschlie\u00dfen, den Weihnachtsabend im Restaurant zu verbringen. W\u00e4hrend die anderen drei losziehen bleibt Rodolfo zur\u00fcck, um noch ein Gedicht zu schreiben. Mim\u00ec, Rodolfos kranke Nachbarin, klopft und bittet ihn ihre erloschene Kerze neu anzuz\u00fcnden. Ein Windzug l\u00f6scht beide Kerzen, die beiden verlieben sich und folgen gemeinsam den Freunden ins Quartier Latin.<br \/>\nRodolfo stellt Mim\u00ec seinen vier Freunden vor. W\u00e4hrend sie im Caf\u00e9 Momus essen, erscheint Musetta, die ehemalige Geliebte des Malers Marcello. Sie kommt in Begleitung von ihrem \u00e4lteren, aber reichen Freund Alcindoro, den sie st\u00e4ndig qu\u00e4lt, da er ihr \u00fcberdr\u00fcssig ist. Unter dem Vorwand, ihr Schuhe besorgen zu m\u00fcssen, schickt sie Alcindoro fort und verliebt sich erneut in Marcello. Gemeinsam mit den anderen fliehen die beiden und hinterlassen dem alten Herrn die beiden unbezahlten Rechnungen.<br \/>\nEinige Zeit sp\u00e4ter kommt Mim\u00ec zu der Grenzstation Enfer, wo Marcello und Musetta in einem Gasthof wohnen. Sie bittet Marcello um Rat f\u00fcr ihre Problembeziehung zu Rodolfo. Da erscheint Rodolfo und Mim\u00ec versteckt sich hinter einem Baum. Rodolfo erkl\u00e4rt seinem Freund Marcello den wahren Grund f\u00fcr die zerbrechenden Beziehung: Mim\u00ec ist schwer krank. Aber er liebe Mim\u00ec, f\u00fchle sich jedoch schuldig da ihm die Mittel fehlten, Mim\u00ec ad\u00e4quat versorgen zu k\u00f6nnen Mim\u00ec \u00e8 tanto malata. Mim\u00ec die heimlich zugeh\u00f6rt hat, tritt aus ihrem Versteck hervor und bezeugt Rodolfo weinend ihre Liebe und ihre Trennung.<br \/>\nDie beiden Freunde Marcello und Rodolfo sind wieder in ihrer Mansardenwohnung und versuchen sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren um Ihre jeweiligen Geliebten zu vergessen. Schaunard und Colline kommen mit Brot und Heringen heim, \u00fcberschwenglich gefeiert von allen vieren. Das Fest endet j\u00e4h als Musetta mit der sterbenden Mim\u00ec herein kommt, die Rodolfo noch einmal vor ihrem Tod sehen will. Marcello zieht mit Musettas Ohrringen los, um Arznei und einen Doktor zu holen. Rodolfo und Mim\u00ec vers\u00f6hnen sich. Die anderen kehren mit Arznei und dem von Mim\u00ec so sehnlich gew\u00fcnschten Muff zur\u00fcck. Mim\u00ec stirbt jedoch w\u00e4hrend der Zubereitung der Arznei.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\n<strong>John Copleys<\/strong> vierunddrei\u00dfig Jahre alte Inszenierung ist ein Klassiker, aber keinesfalls langweilig. Liebevoll und mit vielen Details inszeniert, bilden B\u00fchne und Geschichte eine Einheit. Eine \u00fcppige zweite Szene mit K\u00fcchenaktivit\u00e4t und dar\u00fcber Poolbilliardspiel im Caf\u00e9 Momus, daneben ein Stra\u00dfenverkauf mit allen Unsinnigkeiten wie auch heute noch im Quartier Latin, boten dem Auge ein abwechslungsreiches aber nie \u00fcberanstrengendes Gewusel.<br \/>\nDie Interpretation ist oft ernst, \u00fcberraschend h\u00e4ufig heiter, aber stets passend. So wirkt Alcindoro mit den beiden Rechnungen von links und dem offenbar nicht mehr erw\u00fcnschten H\u00fcndchen Musettas von rechts wahrhaft \u00fcberrumpelt \u2013 wie ein begossener Pudel.<br \/>\nEin fast gleichm\u00e4\u00dfig hohes Niveau wurde auch von der S\u00e4ngerschar geboten, abfallend allenfalls bei einigen kleineren Rollen wie <strong>Donald Maxwe<\/strong><strong>ll<\/strong> (Alcidoro) und<strong> Jeremy White <\/strong>(Beno\u00eet), die beide jedoch ihren an diesem Abend etwas schw\u00e4chelnden Ba\u00df mit exzellenter Schauspielerei und viel Witz wettmachten. <strong>Cristina Gallardo Domas<\/strong> \u00fcberzeugte als sch\u00f6ne und kr\u00e4nkelnde Mim\u00ec mit einem wundersch\u00f6nen, klaren und kraftvollen Sopran. Ein knieverletzter <strong>Roberto Aronica<\/strong> hinkte sehr \u00fcberzeugend als Rodolfo mit Kr\u00fcckstock \u00fcber die B\u00fchne und gab dem St\u00fcck eine ungeahnte Authentizit\u00e4t, die kein Regieeinfall h\u00e4tte besser machen k\u00f6nnen. Sein klarer, nie gepre\u00dfter Tenor war einf\u00fchlreich gef\u00fchrt. <strong>Nicole Cabell<\/strong> (Musetta) \u00fcberzeugte schon durch ihre raumeinnehmende und freche B\u00fchnenpr\u00e4senz, stimmlich der Musetta angemessen, jedoch wenig \u00fcberraschend.<br \/>\nInsgesamt dirigierte <strong>Christian Badea<\/strong> das pr\u00e4zise spielende Orchester des Royal Opera Houses sehr einf\u00fchlsam. Ein gro\u00dfer Abend!<\/p>\n<p>Dr. Dominik Zenner\t\t\t\t\tBild: Catherine Ashmore<br \/>\nDas Bild zeigt eine Szene im 2. Akt: Musetta in Orange (oben) darunter (rechts) der Tisch mit Mimi und den Freunde (von l nach r: Marcello, Rodolfo, Mimi, Schaunart und Colline), links daneben der Tisch mit Alcindoro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini, Oper in vier Akten, Libretto: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica nach einem Roman von Henri Murger. U.A.: 1. Februar 1896, Turin. 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