{"id":3540,"date":"2012-01-15T14:39:49","date_gmt":"2012-01-15T13:39:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3540"},"modified":"2012-01-15T14:39:49","modified_gmt":"2012-01-15T13:39:49","slug":"la-vida-breve-cavalleria-rusticana-lubeck-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3540","title":{"rendered":"LA VIDA BREVE \/ CAVALLERIA RUSTICANA &#8211; L\u00fcbeck, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><strong><em>La Vida Breve<\/em><\/strong><\/p>\n<p>von Manuel de Falla (1876-1946), Drama Lirico in zwei Akten und vier Bildern, Libretto: Carlos Fern\u00e1ndez-Shaw, UA: 1. April 1913 Nizza, Casino Municipal<\/p>\n<p><strong><em>Cavalleria Rusticana<\/em><\/strong><\/p>\n<p>von Pietro Mascagni (1863-1945), Melodramma in einem Aufzug, Libretto: Giovanni Targioni-Tozetti und Guido Mensaci nach Giovanni Verga, UA: 17. Mai 1890 Rom, Teatro Consatanzi<\/p>\n<p>Regie: Rosetta Cucchi, B\u00fchne: Tiziano Santi, Kost\u00fcm: Claudia Pernigotti, Licht: Falk Hampel, Dramaturgie: Dr. Richard Erkens, Choreographie: Martina W\u00fcst<\/p>\n<p>Dirigent: Roman Borgli-Sacher, Philharmonisches Orchester der Hansestadt L\u00fcbeck und Chor und Extrachor<\/p>\n<p>Solisten: Ausrine Stundyte (Salud\/Santuzza), Veronika Waldner (Die Gro\u00dfmutter\/Mamma Lucia), Dimitry Golovnin (Paco\/Turiddu), Gerad Quinn (Onkel Sarvaor\/Alfio) Wioletta Hebrowska (Carmela\/Erste Verk\u00e4uferin\/Lola) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 13. Januar 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/L\u00fcbeck-Vida-Cavalleria.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3541\" title=\"L\u00fcbeck-Vida-Cavalleria\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/L\u00fcbeck-Vida-Cavalleria.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"224\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/L\u00fcbeck-Vida-Cavalleria.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/L\u00fcbeck-Vida-Cavalleria-300x192.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>In <em>La Vida Breve<\/em> steht die junge Salud im Mittelpunkt, die im \u201eAlbaic\u00edn\u201c, einem \u00e4rmlichen Vorort von Granada, auf ihren besser situierten Liebsten Paco wartet. Dieser verspricht ihr ewige Treue, heiratet jedoch nur einige Tage sp\u00e4ter eine Frau seines Standes. Salud, ihre Gro\u00dfmutter und ihr Onkel st\u00fcrmen die Hochzeit. W\u00e4hrend der Onkel auf Rache Sinnt, klagt Salud, die sich vorher versucht hat, selbst das Leben zu nehmen, ihren Geliebten der Untreue an und bitten ihn, sie zu t\u00f6ten, was dieser verweigert. Sie stirbt in einem letzten Aufbegehren an ihren Verletzungen.<\/p>\n<p>In <em>Cavalleria Rusticana<\/em> entspinnt sich eine \u00e4hnliche Geschichte um das Paar Santuzza-Turiddu. Turiddu verbringt die Nacht mit seiner ehemaligen geliebten Lola, die mittlerweile mit dem Fuhrmann Alfio verheiratet ist. Santuzza erf\u00e4hrt von der Untreue und konfrontiert Turiddu mit den Vorw\u00fcrfen, welcher sie daraufhin verl\u00e4\u00dft. Santuzza verr\u00e4t Turiddu an Alfio, welcher diesen zum Duell fordert. Santuzza und Lucia, Turiddus Mutter, bleiben zur\u00fcck und man h\u00f6rt aus der Ferne, da\u00df Turiddu gefallen sei. Mit dem ber\u00fchmt gewordenen \u201everistischen Schrei\u201c der Santuzza f\u00e4llt der Vorhang.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die beiden in <em>La Vida Breve<\/em> gegen\u00fcbergestellten Sozialen schichten spiegeln sich in dem B\u00fchnenbild wieder: zun\u00e4chst finden wir uns in einem heruntergekommenen, von Kriminalit\u00e4t, Armut und gegenseitiger Abh\u00e4ngigkeit dominierten, hinterhofartigen Milieu wieder. Die Bewohner ringen ums \u00dcberleben und schlie\u00dfen die Augen vor der herrschenden Gewalt. Als Gegenpol wird die Hochzeit des Paco in einen nobel ausgestatteten Festsaal mit teuren Kleidern, Flamenco-T\u00e4nzern und livreetierten Dienern gefeiert.<\/p>\n<p>Die Handlung der Cavalleria versetzt uns in ein sizilianisches Salzarbeiter-Dorf, dessen Mittelpunkt ein Salzstock bildet. In ihm wird nicht nur gearbeitet, sondern auch die Ostermesser gehalten. Kost\u00fcm, Ausstattung und Regie folgen den Idealen des Verismo und ziehen bewu\u00dft gestreute inszenatorische Feinheiten einer verkopften, schwer lesbaren Inszenierung vor<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die Wahl, den Verismo-Klassiker <em>Cavalleria Rusticana<\/em> nun mal nicht mit Leoncavallos <em>Bajazzo<\/em> ,sondern mit dem eher unbekannten <em>Vida Breve<\/em> zu kombinieren, wird wohl nur durch die Wahl von <strong>Ausrine Stundyte<\/strong> (Salud\/Sanuzza) als \u201ePrima Donna\u201c dieses Operndoppels \u00fcbertroffen. Zwar hatte sie \u2013 wie das gesamte Ensemble \u2013 einige Startschwierigkeiten, jedoch lief sie schnell zu wahrer Gr\u00f6\u00dfe auf. Stimmlich wie darstellerisch gl\u00e4nzte sie durch Nat\u00fcrlichkeit und starke Emotionalit\u00e4t. Sie legte stets ihr gesamtes Gef\u00fchl in ihre Stimme, was jede Szene eine gro\u00dfe Relevanz und Intimit\u00e4t vermittelte und sie ohne auslandende Gestik oder \u00fcbertriebenes Spiel stets in den Mittelpunkt der B\u00fchne r\u00fcckte. Anf\u00e4nglich ri\u00df ihr jedoch die Stimme das ein oder andere Mal aus, was wohl durch ihre starke emotionale Verbindung zum Gesungenen zu erkl\u00e4ren ist. <strong>Dimitry Golovnin<\/strong> (Paco\/Turiddu) zeigte erst im zweiten Teil des Abends sein ganzes K\u00f6nnen und brillierte neben seiner Geliebten in herzerweichenden Duetten, transportierte glaubhafte Verzweiflung in sicherer Todesn\u00e4he und steckte Chor und Zuschauer mit \u00fcberspr\u00fchender Sangesfreude in seinem Trinklied an. In der einen oder anderen Szene schien ihn diese Durchl\u00e4ssigkeit leider zu verlassen, und er wirkte gesanglich neben der so authentischen Ausrine Stundyte sehr gek\u00fcnstelt und verkrampft. Eine Solide Leistung brachte <strong>Veronika Waldner<\/strong> (Gro\u00dfmutter\/Lucia) als Mutterfigur in beiden St\u00fccken, wobei\u00a0 ihr rezitativische Passagen scheinbar besser lagen als ariose. Als \u2013 im wahrsten Sinne des Wortes \u2013 profunder Gegenpol fungierte der \u00fcberzeugende, stimmgewaltige Ba\u00dfbariton <strong>Gerad Quinn <\/strong>(Onkel Sarvaor\/Alfio). Trotz nur kleiner Rollen begeisterte auch <strong>Wioletta Hebrowska<\/strong> das Publikum. Mit ihrem lyrischen, sehr gesanglichen Sopran, ihren scharf und kantig gearbeiteten Rezitativen konnte sie die \u201everdorbene\u201c Lola authentisch vermitteln. Im Allgemeinen schien das Ensemble mit der spanischen Sprache des <em>Vida Breve<\/em> einige Schwierigkeiten zu haben, was sie aber mit einer durch starke emotionale Bindung zum Gesungenen gezeigtes Textverst\u00e4ndnis kompensieren konnten.<\/p>\n<p>Das <strong>Philharmonische Orchester<\/strong> L\u00fcbeck unter ihrem Dirigenten <strong>Roman Brogil-Sacher <\/strong>leistete Unglaubliches. Sie musizierten konsequent mit gro\u00dfer Spielfreude, zeigten filigran gearbeitete Dynamik und Ausdrucksst\u00e4rke von der \u00dcberspr\u00fchenden Lebensfreude der <em>Dansas Espa\u00f1olas<\/em> oder des Trinkliedes bis zur ergreifenden Dramatik der Todesszenen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Das Publikum \u00a0belohnte die hervorragende s\u00e4ngerische und musikalische Darbietung des Abends mit \u00fcberschwenglichem Schlu\u00df- und vielmaligem Szenenapplaus. Gerechtfertigt, denn das gesamte Ensemble konnte durch gro\u00dfe Authentizit\u00e4t und Emotionalit\u00e4t der in anderen Opernh\u00e4usern etwas eingestaubten <em>Cavalleria<\/em> und dem fast vergessenen <em>Vida Breve<\/em> Leben, Wirklichkeitsn\u00e4he und starke Gef\u00fchle eingebe.<\/p>\n<p>Maik Hoppe<\/p>\n<p>Bild: Theater L\u00fcbeck\/Oliver Fantitsch<\/p>\n<p>Das Bild zeigt:\u00a0 Ausrine Stundyte als Salud<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>La Vida Breve von Manuel de Falla (1876-1946), Drama Lirico in zwei Akten und vier Bildern, Libretto: Carlos Fern\u00e1ndez-Shaw, UA: 1. 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