{"id":3532,"date":"2012-01-12T20:22:23","date_gmt":"2012-01-12T19:22:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3532"},"modified":"2012-01-12T20:56:04","modified_gmt":"2012-01-12T19:56:04","slug":"manon-paris-opera-national","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3532","title":{"rendered":"MANON &#8211; Paris, Op\u00e9ra Bastille"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Jules Massenet (1842-1912), Op\u00e9ra comique in 5 Akten Libretto: Henri Meilhac und Philippe Gille nach der Novelle <em>Manon <\/em>von Abb\u00e9 Pr\u00e9vost, UA: 19. Januar 1884 Paris, Op\u00e9ra-Comique, Salle Favart<\/p>\n<p>Regie: Coline Serreau, B\u00fchne: Jean-Marc Stehl\u00e9 und Antoine Fontaine , Kost\u00fcme: Elsa Pavanel<\/p>\n<p>Dirigent: Evelino Pid\u00f2, Orchester und Chor der Op\u00e9ra national, Choreinstudierung: Patrick Marie Aubert<\/p>\n<p>Solisten: Natalie Dessay (Manon), Giuseppe Filianoti (Le Chevalier des Grieux), Franck Ferrari (Lescaut), Paul Gay (Le Comte des Grieux), Luca Lombardo (Guillot de Morfontaine), Andr\u00e9 Heyboer (Monsieur De Br\u00e9tigny), Olivia Doray (Poussette), Carol Garcia (Javotte), Alisa Kolosova (Rosette) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 10. Januar 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/Opp_Manon.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3533\" title=\"Opp_Manon\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/Opp_Manon.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"231\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/Opp_Manon.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/Opp_Manon-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt <\/strong><\/p>\n<p>Auf dem Weg ins Kloster trifft Manon in Amiens zuf\u00e4llig Des Grieux. Beide sind auf der Stelle ineinander verliebt. Sie fliehen nach Paris und beziehen eine gemeinsame Wohnung. Wegen Geldmangels gibt Manon dem Dr\u00e4ngen des reichen Br\u00e9tigny nach. Er und ihr Vetter Lescaut hatten Des Grieux\u2018 Vater informiert, der seinen Sohn entf\u00fchrt. Danach lebt Manon mit Br\u00e9tigny zusammen. Auf einem Pariser Stadtfest wird sie Zeuge eines Gespr\u00e4chs zwischen Des Grieux\u2018 Vater und Br\u00e9tigny. Dabei erf\u00e4hrt sie, da\u00df Des Grieux Priester werden will. Sie eilt nach St. Sulpice, und es gelingt ihr Des Grieux wiederzugewinnen. Doch das aufwendige Leben beider veranla\u00dft Manon, Des Grieux zum Kartenspiel zu dr\u00e4ngen. Als er gegen Guillot gewinnt, klagt dieser ihn des Falschspielens an. Manon und er werden verhaftet. Des Grieux\u2018 Vater erreicht die Befreiung seines Sohns, doch Manon wird nach Amerika verbannt. Auf dem Transport nach Le Havre kann Des Grieux sie von den Mitgefangenen trennen. Aber die ersch\u00f6pfte Manon stirbt in seinen Armen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Wie im Libretto angegeben, erleben wir sechs Szenenbilder: einen Hof mit hoher Balustrade, von der eine breit geschwungene Treppe in den Hof herabf\u00fchrt, in dem die Postkutsche \u2013 hier ein Omnibus \u2013 ankommt. Danach sehen wir Manon und Des Grieux in ihrem kleinen Zimmer, das als \u201ePuppenh\u00e4uschen\u201c inmitten der weitr\u00e4umigen B\u00fchne steht. Das Stadtfest ereignet sich in einer riesigen Halle, die, \u00e4hnlich dem nahen Grand Palais, glas\u00fcberdacht ist. Der Schmuck besteht aus gro\u00dfen Blumenarrangements und hohen Palmen. Massive S\u00e4ulen und hohe gotische Fenster pr\u00e4gen die Kirchenszene von St. Sulpice. Der Spielsalon zeigt einen gro\u00dfen Saal mit Balustrade und nach links herabkommender Treppe. Eine Holzbr\u00fccke spannt sich \u00fcber einen Flu\u00df in einer ansonsten kargen Landschaft. Aus dunklen Wolken f\u00e4llt Schnee.<\/p>\n<p>Vom Barock bis zu kettenbewehrten Punks spannte Kost\u00fcmbildnerin <strong>Elsa Pavanel<\/strong> den Bogen. An die Belle Epoque erinnerte der Dandy-Anzug von Des Grieux zu Anfang.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Sehr flott beginnt das Orchester unter <strong>Evelino Pid\u00f2s<\/strong> Stabf\u00fchrung. Diese Lebhaftigkeit des Orchesters pr\u00e4gt den gesamten Abend. Leider w\u00e4re gr\u00f6\u00dfere Zur\u00fcckhaltung in der Lautst\u00e4rke ab und an von Vorteil gewesen. Doch den Zuschauern gefiel es, so da\u00df sie den Dirigenten mit Bravo nach den Pausen begr\u00fc\u00dften. Die drei &#8222;Grisetten\u201d <strong>Olivia Doray<\/strong> (Poussette), <strong>Carol Garcia<\/strong> (Javotte), <strong>Alisa Kolosova<\/strong> (Rosette) zeigen sich h\u00f6chst elegant, ihre Stimmen mischen sich gut und ihre koketten Ges\u00e4nge beleben sehr. <strong>Franck Ferrari<\/strong> (Lescaut) in seiner l\u00e4cherlichen Punkuniform mit hochaufragendem Strahlenkranz auf dem Kopf, ausger\u00fcstet mit kehligem Bariton verschleiert mit permanentem Vibrato leider auch die Intonation bei seiner Arie <em>Rosalinde<\/em>. Eine von Figur und Stimme hervorragende Darstellung zeigt <strong>Paul Gay<\/strong> (Le Comte des Grieux) mit klangvollem Ba\u00df-Bariton, besonders eindrucksvoll in St. Sulpice, wo er keineswegs in seiner Vaterrolle gegen den gro\u00dfartigen Giuseppe Filianoti \u00a0unterliegt. <strong>Natalie Dessay<\/strong> (Manon) beginnt mit klarer, lyrischer Stimme in <em>Je suis encore tout \u00e9tourdie \u2013 ich bin noch ganz benommen. <\/em>Ihr bl\u00fchender Sopran kommt gut zur Geltung bei <em>Voyons Manon \u2013 schick dich darein, Manon, <\/em>worin sie<em> <\/em>gro\u00dfe Empfindsamkeit zeigt. Ganz bezaubernd ist sie in: <em>Adieu, notre petite table \u2013 Abschied von unserem kleinen Tisch<\/em>. Ihr Partner <strong>Giuseppe Filianoti<\/strong> (Le Chevalier des Grieux) ist am Premierenabend in Stimmf\u00fchrung, lyrischem Timbre und Intonationsgenauigkeit \u00fcberw\u00e4ltigend. Seine Antwort auf <em>Notre petite table<\/em> ist die Traumerz\u00e4hlung: <em>En fermant les yeux \u2013 ich schlo\u00df die Augen<\/em>. Hier brachte er zu den in sanften Terzen einhergehenden Begleitung der ged\u00e4mpften Streicher eine Klangsch\u00f6nheit zustande, die ihresgleichen sucht. Nirgendwo forciert er seine Stimme. Diesen sehr franz\u00f6sisch vornehmen Gesang zeigt er auch beim ersten Treffen mit Manon. Dabei \u00fcberragt er fast alle heutigen S\u00e4nger, die leider nicht dies Zur\u00fcckhaltung zeigen und nach Puccini-Art forcieren.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Ein hinsichtlich der Musik vom Publikum mit frenetischem Applaus quittierter Abend, der sein negatives Pendant in dem ohrenbet\u00e4ubenden Buh beim Erscheinen des Regieteams hatte.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Op\u00e9ra national de Paris\/Charles Duprat<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Natalie Dessay als Manon (Bildmitte im wei\u00dfen Kleid) und \u00a0Miteisende (Chor)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Jules Massenet (1842-1912), Op\u00e9ra comique in 5 Akten Libretto: Henri Meilhac und Philippe Gille nach der Novelle Manon von Abb\u00e9 Pr\u00e9vost, UA: 19. 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