{"id":353,"date":"2008-07-30T21:44:23","date_gmt":"2008-07-30T19:44:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=353"},"modified":"2008-07-30T22:12:03","modified_gmt":"2008-07-30T20:12:03","slug":"halle-handelfestspiele-konzerthalle-ulrichskirche-samson","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=353","title":{"rendered":"Halle H\u00e4ndelfestspiele, Konzerthalle Ulrichskirche, SAMSON"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von G. F. H\u00e4ndel, Oratorium in drei Akten (Fassung nach der Erstauff\u00fchrung): U.A. 1743<br \/>\nLibretto: Newburgh Hamilton nach Samson Agonistes (1671) von John Milton<br \/>\nDirigent: Nicholas McGegan, Festspiel Orchester G\u00f6ttingen (auf historischen Instrumenten), NDR-Chor<br \/>\nEinstudierung: Ralf Popken<br \/>\nSolisten: Thomas Cooley, Tenor (Samson)<br \/>\nSophie Daneman, Sopran (Dalila), Franziska Gottwald, Alt (Micah), William Berger, Ba\u00df (Manoa), Wolf Matthias Friedrich, Ba\u00df (Harapha), Michael Slattery, Tenor (philistine man, israelitish man), Sophie Daneman (philistine woman, israelitish women)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 8. Juni 2008<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\nDem Oratorium wird die biblische Geschichte von Samsons Liebe zur verr\u00e4terischen Dalila zugrunde. (Buch der Richter 16,23-31). Dalila entlockt Samson das Geheimnis seiner St\u00e4rke, so da\u00df ihre Soldaten ihn \u00fcberw\u00e4ltigen k\u00f6nnen. Samson ist nun Gefangener der Philister, die ihn blenden. Gott gegen\u00fcber f\u00fchlt er sich schuldig. Da kommt der Philister Harapha zu Samson und verspottet dessen Gott und fordert Samson zum Zweikampf. Samson besiegt aber den Philister. Manoa will parallel dazu seinen Sohn befreien. W\u00e4hrend die Philister feiern, bringt ein Bote die Nachricht nicht nur von deren Vernichtung des Tempels und der Festgesellschaft, sondern auch von Samsons Tod. Mit einer mehrteiligen Totenklage wird Samsons Tod betrauert. Doch sein Vater ruft am Ende des Oratoriums zu deren Ende auf. Da Samson heldenhaft gestorben ist, hat er ewigen Ruhm verdient, worauf die Israeliten einen gro\u00dfen Jubelchor zum Lob ihres Gottes anstimmen.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDiese Auff\u00fchrung war in mehrfacher Hinsicht ein ganz besonderes Musikereignis.<br \/>\nZum ersten Mal wurde bei den diesj\u00e4hrigen H\u00e4ndelfestspielen die Urauff\u00fchrung des Oratoriums von 1743 wiederholt mit den K\u00fcrzungen, die H\u00e4ndel selbst f\u00fcr die folgenden Wiederaufnahmen vornahm. Ein besonderer Reiz dieses Oratoriums besteht darin, da\u00df H\u00e4ndel sich vom Da-Capo-Schema l\u00f6ste und Ch\u00f6re an die Stelle der Wiederholung treten.<br \/>\nEr komponierte Samson kurz nach der Vollendung des Messias. Das Oratorium wurde zu einem seiner beliebtesten Werke, u.a. aufgrund der emotionalen Musik der Ch\u00f6re. F\u00fcr die Premiere des Samson stand H\u00e4ndel ein erstklassiges S\u00e4ngerensemble zur Verf\u00fcgung. Genau das alles konnte der Zuh\u00f6rer in der Konzerthalle der Ulrichskirche in Halle auch finden. Der NDR-Chor sang, teilweise in M\u00e4nner- und Frauenchor getrennt, h\u00f6chst einf\u00fchlsam im Ausdruck der dramatischen Tragik, in der Lautst\u00e4rke deutlich differenzierend und als H\u00f6hepunkt klangvoller Klageges\u00e4nge den \u00e4u\u00dferst ergreifenden Schlu\u00dfchor. Trotz vieler Chorstellen ist Samson jedoch kein eigentliches Chordrama, Arien und Rezitative stehen im Vordergrund. <strong>Nicholas McGegan<\/strong> schaffte es mit freundlicher Gelassenheit zu dirigieren und das Festspielorchester G\u00f6ttingen, mit dem er seit zwei Jahren arbeitet, war f\u00fcr die dreieinhalbst\u00fcndige Auff\u00fchrung stets pr\u00e4sent und konzentriert. Alle Instrumentengruppen konnten die die Stimmung charakterisierenden Effekte des Oratoriums, wie zum Beispiel den Schall der Engelsch\u00f6re, den dahingaloppierenden Donner, den sich entfesselnden Groll des Sturms, das Anhalten des Atems vor Schreck \u00fcber die Todesbotschaft Samsons eindrucksvoll verdeutlichen.<br \/>\nAllen Solisten gelang es gleicherma\u00dfen gut und ganz entsprechend H\u00e4ndels Vorstellung, den Charakteren des musikalischen Dramas Leben zu verleihen. Sie gestalteten perfekte \u00dcberg\u00e4nge zu den Chorst\u00fccken. <strong>Thomas Cooley<\/strong> (Samson) sang mit gut abgesetztem Fortissimo und Pianissimo eindrucksvoll klagend und <strong>Sophie Daneman<\/strong> \u2013 als Dalila mit einer Boa um den Hals zur Kennzeichnung ihrer verf\u00fchrerischen Weiblichkeit &#8211;  mit einem reinintonierten Sopran, intensivem Piano und leichter H\u00f6he.<br \/>\n<strong>Franziska Gottwald<\/strong> hat einen Alt mit au\u00dfergew\u00f6hnlich klangvoll-dunkler Tiefe. Damit verk\u00f6rperte sie Micah als klugen und reflektierenden Ratgeber Samsons.<br \/>\n<strong>William Berger<\/strong> verlieh Manoa mit seinem voll klingenden Ba\u00df glaubw\u00fcrdig sorgenvolle Vaterliebe. Trauervoller H\u00f6hepunkt dazu war die emotionsgeladene Interpretation der Arie im 3. Akt <em>how willing my paternal love \u2013 wie willig tr\u00e4gt mein Vaterherz<\/em>, die einen geradezu verzaubern konnte. Diese Arie fehlt in den gek\u00fcrzten Auff\u00fchrungen des Oratoriums.<br \/>\n<strong>Wolf Matthias Friedrich<\/strong> sang die prahlenden Koloraturen des Harapha leicht, wunderbar deutlich, und zeigte nicht nur musikalisch, sondern auch mimisch, da\u00df der Philister nicht wirklich gef\u00e4hrlich sein konnte, indem er \u00fcber seine Lesebrille hinweg ins Publikum l\u00e4chelte.<br \/>\nDas Publikum dankte allen in  gro\u00dfer Begeisterung  mit nicht enden wollenden Beifallsst\u00fcrmen.<br \/>\nCarola\u00a0 Jakubowski<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von G. F. 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