{"id":3519,"date":"2011-12-11T22:25:53","date_gmt":"2011-12-11T21:25:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3519"},"modified":"2011-12-30T22:27:51","modified_gmt":"2011-12-30T21:27:51","slug":"palestrina-zurich-opernhaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3519","title":{"rendered":"PALESTRINA &#8211; Z\u00fcrich, Opernhaus"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Hans Pfitzner (1869-1949) Musikalische Legende in drei Akten, Libretto vom Komponisten, UA: 12. Juni 1917 M\u00fcnchen, Prinzregententheater<\/p>\n<p>Regie: Jens-Daniel Herzog, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Mathis Neidhardt, Licht: J\u00fcrgen Hoffmann<\/p>\n<p>Dirigent: Ingo Metzmacher, Orchester und Chor der Oper Z\u00fcrich, Choreinstudierung: Ernst Raffelsberger<\/p>\n<p>Solisten: Roberto Sacc\u00e0 (Palestrina), Alfred Muff (Papst Pius IV.\/Kardinal Christoph Madruscht), Valeriy Murga (Kardinal von Lothringen) Martin Gantner (Giovanni Morone), Rudolf Schasching (Bernardo Novagerio), Thomas Jesatko (Carlo Borromeo), Michael Laurenz (Abdisu), Boguslaw Bidzinski (Theophilus), Kre\u0161imir Stra\u017eanac (Anton Brus von M\u00fcglitz), Oliver Widmer (Graf Luna), Martina Jankov\u00e1 (Ighino, sein Sohn), Judith Schmid (Silla, sein Sch\u00fcler) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 10. Dezember 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Z\u00fcrich-Palestrina.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3520\" title=\"Z\u00fcrich-Palestrina\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Z\u00fcrich-Palestrina.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Z\u00fcrich-Palestrina.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Z\u00fcrich-Palestrina-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt <\/strong><\/p>\n<p>Der Komponist Roms Palestrina ist wegen seiner Heirat mit Lukrezia in Ungunst gefallen und kann seit ihrem Tod nicht mehr komponieren. W\u00e4hrend sein Sch\u00fcler Silla und Sohn Ighino \u00fcber den neuartigen Florentiner Musikstil diskutieren, werden sie vom Kardinal Borromeo \u00fcberf\u00fchrt. Der Kardinal tadelt Palestrina f\u00fcr den nachl\u00e4ssigen Umgang mit der Jugend und beauftragt den Komponisten, eine neue Messe nach den Anforderungen des Papstes zu schreiben. Palestrina verweigert den Auftrag zur Komposition und wird daf\u00fcr ins Gef\u00e4ngnis geworfen. Jedoch gelingt Palestrina die bestellte Messe in nur einer Nacht niederzuschreiben, nachdem er die inspirierenden Erscheinungen der ihm vorangegangenen Komponisten, vieler Engel sowie seiner verstorbenen Frau Lukrezia hat. Im Tridentiner Konzil treffen sich die Oberh\u00e4upter der r\u00f6mischen Kirche. Sie verhandeln \u00fcber die Musik, die Mehrstimmigkeit in der Messe zu verbieten. Ighino \u00fcberreicht Kardinal Borromeo die Messe seines Vaters, welche Palestrina aus dem Gef\u00e4ngnis rettet. Ighino eilt hinaus auf die Stra\u00dfe um den Erfolg Palestrinas zu feiern: der Papst bedankt sich pers\u00f6nlich bei Palestrina f\u00fcr diese Messe. Borromeo bittet den Meister um Entschuldigung. Palestrina bleibt bei seinem Werk alleine zur\u00fcck.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung <\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchne ist schlicht eingerichtet: ein schwarzer Fl\u00fcgel, darin eine Pistole und ein alter Sessel. Hinter einer braunen Schiebewand sieht man ein altmodisches Wohnzimmer mit abgenutzten M\u00f6beln. Die Erscheinungen der Meister tragen die gleiche Kleidung wie Palestrina (graue Hose, wei\u00dfes Hemd mit Krawatte sowie eine Strickjacke) und haben sein Aussehen mit der gleichen Frisur und der Brille; jeder h\u00e4lt vor sich ein Komponistenportrait, unter anderen sind Schubert, Beethoven oder Mendelssohn klar erkennbar. Lucrezia erscheint im knielangen grauglitzernden Hochzeitsgewand. Ighino bleibt stets in Schwarz zur\u00fcckhaltend, Silla dagegen spielt in einer blauen Jeans und Karo-Hemd, einen Energydrink genie\u00dfend.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter bildet Palestrinas Wohnzimmer den ersten Teil der Drehb\u00fchne. Im zweiten Teil bekommt man die Geistlichen nach der Dusche, im WC und bei der Rasur zu sehen. Im dritten Bereich ist die K\u00fcche Palestrinas.<\/p>\n<p>Der dritte Akt findet, wie zu Beginn, im Musikzimmer des Komponisten statt. Palestrinas S\u00e4nger sind bunt gekleidet. Im prunkvollen Kost\u00fcm und ohne S\u00e4nfte tritt der Papst zu Fu\u00df ein. Der zur\u00fcckhaltende Ighino zieht hier die F\u00e4den: dem Papst h\u00e4lt er ein Plakat mit seinem Text entgegen. Nach der Rede steckt Ighino ihm gro\u00dfe Geldmengen zu. Zum Schlu\u00df holt der alleingelassene Komponist die Pistole aus dem Fl\u00fcgel und nimmt sich per Kopfschu\u00df das Leben.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester <\/strong><\/p>\n<p>Mit h\u00f6chster Musikalit\u00e4t f\u00fchrte der Dirigent <strong>Ingo Metzmacher<\/strong> das Orchester der Oper Z\u00fcrich. Das ganze S\u00e4ngerensemble konnte sich in sehr gutem Licht mit den umfangreichen Auftritten pr\u00e4sentieren. Die \u00dcbertitel waren wegen der \u00fcberzeugenden Aussprache kaum n\u00f6tig. Nur einige Darsteller werden hier namentlich erw\u00e4hnt. Viele hatten zwei verschiedene Eins\u00e4tze auszuf\u00fchren. <strong>Martina<\/strong> <strong>Jankov\u00e1 <\/strong>(Ighino) brillierte in jeder Aktion mit ihrer klaren und beweglichen Stimme. <strong>Judith<\/strong> <strong>Schmid<\/strong> (Silla) zeigte einen z\u00fcgellosen, eher jugendlichen Sch\u00fcler. Die angenehme Stimme des <strong>Alfred<\/strong> <strong>Muff<\/strong> konnte man zuerst in der Rolle des Kardinal Madruscht, dann als Papst Pius IV. erleben. Mit <strong>Rudolf<\/strong> <strong>Schasching <\/strong>als Novagerio, welcher auch mit dem Essen im Mund deutlich artikuliert,<strong> Michael<\/strong> <strong>Laurenz<\/strong> als Rollstuhlfahrer Abdisu,<strong> Oliver<\/strong> <strong>Widmer<\/strong> als Graf und mit <strong>Thomas<\/strong> <strong>Jesatko,<\/strong> einem unbehaglichen Borromeo, gab es einzigartig illustrierte Charaktere.<strong> Martin<\/strong> <strong>Gantner<\/strong> war bewandert, den \u00f6den Morone darzustellen. Attraktiv spielten <strong>Martin<\/strong> <strong>Zysset<\/strong> (Bischof von Budoja) und<strong> Kre\u0161imir Stra<\/strong><strong>\u017e<\/strong><strong>anac<\/strong> (Brus), <strong>Reinhard<\/strong> <strong>Mayr<\/strong> (Severolus) zauberte charmant ein sch\u00f6nes Legato. Herausragend meisterte<strong> Roberto<\/strong> <strong>Sacc\u00e0<\/strong> (Palestrina) die breit ausgedehnte Heldenpartie.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Unklar blieb, weshalb Palestrina sich das Leben nehmen mu\u00df. Musikalisch wie auch schauspielerisch erhielt der zeitlich umfangreiche Abend viel Lob des Publikums.<\/p>\n<p>Ruta Akelyte Hermann<\/p>\n<p>Bild: Suzanne Schwiertz<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Alfred Muff (Papst Pius IV.), Roberto Sacc\u00e0 (Palestrina), Martina Jankov\u00e1 (Ighino) v.l.n.r.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Hans Pfitzner (1869-1949) Musikalische Legende in drei Akten, Libretto vom Komponisten, UA: 12. 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