{"id":3515,"date":"2011-12-28T22:23:04","date_gmt":"2011-12-28T21:23:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3515"},"modified":"2011-12-29T22:25:55","modified_gmt":"2011-12-29T21:25:55","slug":"lucia-di-lammermoor-luzern-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3515","title":{"rendered":"LUCIA DI LAMMERMOOR &#8211; Luzern, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gaetano Donizetti, Dramma tragico in drei Akten, Libretto: Salvatore Cammarano nach <em>The Bride of Lammermoor<\/em> von Sir Walter Scott. UA: 26. September 1835 Neapel, Teatro San Carlo<\/p>\n<p>Regie: Susanne \u00d8gl\u00e6nd, Licht: G\u00e9rard Cleven, B\u00fchne: Werner Hutterli, Kost\u00fcme: Gunna Meyer<\/p>\n<p>Dirigent: James Gaffigan, Luzerner Sinfonieorchester, Chor und Extrachor des Luzerner Theaters, Choreinstudierung: Lev Vernik<\/p>\n<p>Solisten: Todd Boyce (Lord Enrico Ashton), Khori Dastoor (Lucia), Carlo Jung-Heyk Cho (Edgardo di Ravenswood), Utku Kuzuluk (Arturo Bucklaw) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 18. Dezember 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Luzern-Lucia.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3516\" title=\"Luzern-Lucia\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Luzern-Lucia.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Luzern-Lucia.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Luzern-Lucia-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Zwei schottische Adelsfamilien sind miteinander verfeindet und der Besitz der Ravenswood ist fast v\u00f6llig in den der Familie Lammermoor \u00fcbergegangen. Die Schwester des Lord Henry Ashton von Lammermoor verliebt sich in den letzten Erben von Ravenswood, Sir Edgardo. Trotz der Gefahr treffen sich Lucia und Edgardo t\u00e4glich. Vor Edgardos Abreise nach Frankreich tauschen sie die Ringe und schw\u00f6ren sich ewige Treue. Lucias Bruder beabsichtigt, sie mit dem wohlhabenden und politisch einflu\u00dfreichen Arturo Bucklaw zu verm\u00e4hlen. Es gelingt ihm, seinen Plan mit List sowie der Hilfe des Priesters Raimondo wie auch seines Freundes Normanno durchzusetzen. Doch seine ungl\u00fcckliche Schwester t\u00f6tet ihren Gatten Arturo noch w\u00e4hrend der Hochzeitsnacht. Dem Wahnsinn verfallen erlebt Lucia in ihrem Wachtraum die kirchliche Trauung mit ihrem geliebten Edgardo. Zu sp\u00e4t erf\u00e4hrt der sie noch liebende Edgardo von Lucias Tod. Durch Selbstmord \u201eeilt er ihr entgegen\u201c.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchne ist relativ klein und verl\u00e4uft in einigen hohen Stufen, die eine optische Perspektive bildet. F\u00fcr die Solisten bilden sie zugleich die Sitzm\u00f6glichkeiten oder eine imaginative r\u00e4umliche Trennung. Das schwarze B\u00fchnenbild verr\u00e4t schon vorab einiges von der Tragik der Geschichte. Die vielen schwarzen St\u00fchle repr\u00e4sentieren Waldb\u00e4ume der Waldszene. Mehrere Schichten durchscheinender Vorh\u00e4nge sind alle in Schwarz. Eine erstaunliche Wirkung einer Erscheinung entsteht durch ausreichende Deckkraft im Schatten dieser Vorh\u00e4nge, nachdem das Licht gezielt eine Person beleuchtet und wieder im Dunkeln verschwinden l\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p>Die Kost\u00fcme der S\u00e4nger sind in derselben Farbgebung. Lucia tr\u00e4gt lange schwarze Haare, ihre Kleiderfarbe variiert zwischen violetten Farbt\u00f6nen, dem Blau ihres Morgenmantels und strahlendem sowie blut\u00fcberlaufenes Wei\u00df. Erst zum Hochzeitsmahl gibt es einen \u00fcberschw\u00e4nglich romantischen Farbrausch auf dem Schauplatz: elegante Chordamen treten in bunten Roben auf, mit H\u00fcten und Haarschmuck. Das oft ziemlich helle Licht zaubert starke Kontraste.<\/p>\n<p>Ein langer Tisch steht zeitweise quer \u00fcber die ganze B\u00fchnenbreite. Darauf findet sich Lucia in ihre \u201eWahnsinnsszene\u201c. Das Licht \u00e4ndert die Farbe und strahlt blutrot. Dann gibt es noch mehr Nebel. Einige Male wird der Wind wirkungsvoll eingesetzt. Zum Abschlu\u00df zeichnet die Hauptdarstellerin <em>FINE<\/em> auf die hintere B\u00fchnenwand. Der entt\u00e4uschte Geliebte nimmt sich das Leben mithilfe von gleich zwei Pistolen per Kopfschu\u00df, anstatt sich zu erdolchen.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das Orchester spielte von Anfang an emotionsreich, erreichte jedoch hin und wieder erhebliche Lautst\u00e4rke. Die Harfe zauberte eine besondere Stimmung. Die S\u00e4nger sangen kraftvoll und blieben nahezu immer gut h\u00f6rbar. Vor allem der Chorklang gestaltete sich besonders angenehm. Die schauspielerisch versierte und anmutige <strong>Khori<\/strong> <strong>Dastoor<\/strong> (Lucia) \u00fcberzeugte mit ihrer starken B\u00fchnenpr\u00e4senz und meisterhafter Charakterdarstellung in <em>Regnava nel silenzio<\/em><em> \u2013 Im tiefen Schweigen lag die Nacht<\/em> (1. Akt). Und auch als sie die dem Wahnsinn verfallene Lucia darstellte<em> Il dolce suono \u2013 O s\u00fc\u00dfe T\u00f6ne<\/em> (3. Akt), war sie noch ausdrucksstark. Sie beherrschte das St\u00fcrzen in verschiedenen Variationen, t\u00e4nzelte und sang auf dem Hochzeitstisch, dabei konnte sie das Tischtuch wie ein Kleid um sich schlingen.<strong> <\/strong>Klangsch\u00f6n gestaltete sie gemeinsam mit Carlo Jung-Heyk Cho ihr Duett <em>Veranno a te sull&#8216; aura <\/em><em>\u2013 Es wird dir mein Gedenken<\/em> (1. Akt). Einen stolzen Adelsmann<strong> <\/strong>Edgardo<strong> <\/strong>repr\u00e4sentierte <strong>Carlo<\/strong> <strong>Jung-Heyk Cho. <\/strong>Sein<strong> <\/strong>makelloser<strong> <\/strong>Gesang mit farbreichen Koloraturen gewann das Wohlgefallen des Publikums. Der<strong> <\/strong>stimmsichere<strong> Utku<\/strong> <strong>Kuzuluk<\/strong> (Arturo) brillierte mit seiner durchsetzungskr\u00e4ftigen Stimme in der undankbaren Rolle des ungl\u00fccklichen Ehemannes.<strong> <\/strong>Der zart wirkende <strong>Todd<\/strong> <strong>Boyce <\/strong>(Ashton) konnte treffend einen b\u00f6sen Charakter des selbsts\u00fcchtigen Bruders verk\u00f6rpern, er sang und spielte den Ashton aussagekr\u00e4ftig. Der angenehm t\u00f6nende <strong>Patrick<\/strong> <strong>Zielke<\/strong> (Raimondo) hatte eine deutliche \u00c4hnlichkeit zu einem echten Priester. <strong>Caroline<\/strong> <strong>Vitale<\/strong> (Alisa) und <strong>Robert<\/strong> <strong>Maszl<\/strong> (Normanno) erg\u00e4nzten das starke Ensemble mit ihrer vortrefflichen Leistung.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Das begeisterte Publikum spendete w\u00e4hrend und auch nach der Auff\u00fchrung feurig seinen Beifall, und der Schlu\u00dfapplaus wollte nicht mehr enden. Das junge dynamische S\u00e4ngerensemble, wundersch\u00f6n gespielte Musik und sicher auch das schlichte B\u00fchnenbild, die \u00e4sthetischen Kost\u00fcme einbegriffen, konnten das Publikum hochgradig begeistern. Die gekonnt eingesetzten schauspielerischen Talente trugen freilich zum Erfolg des k\u00fcnstlerisch anspruchsvollen Abends bei. Besondere Beachtung und Bewunderung verdient hier der Chor unter der Direktion von Lev Vernik.<\/p>\n<p>Ruta Akelyte Hermann<\/p>\n<p>Bild: Toni Suter<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Utku Kuzuluk (Lord Arturo Bucklaw), Caroline Vitale (Alisa), Khori Dastoor (Lucia), Carlo Jung-Heyk Cho (Sir Edgardo di Ravenswood), Todd Boyce (Lord Enrico Ashton) v.l.n.r.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gaetano Donizetti, Dramma tragico in drei Akten, Libretto: Salvatore Cammarano nach The Bride of Lammermoor von Sir Walter Scott. UA: 26. 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