{"id":3510,"date":"2011-12-19T17:13:50","date_gmt":"2011-12-19T16:13:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3510"},"modified":"2011-12-21T22:49:21","modified_gmt":"2011-12-21T21:49:21","slug":"la-fanciulla-del-west-das-madchen-aus-dem-goldenen-westen-stockholm-konigliche-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3510","title":{"rendered":"LA FANCIULLA DEL WEST (Das M\u00e4dchen aus dem goldenen Westen) &#8211; Stockholm, K\u00f6nigliche Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1858\u20131924), Oper in drei Akten, Libretto: Guelfo Civinni und Carlo Zangarini nach dem Drama von David Belasco, UA: 1910 New York<\/p>\n<p>Regie: Christof Loy, B\u00fchne\/Kost\u00fcm: Herbert Murauer, Licht: Bernd Pukrabek, Choreographie: Thomas Wilhelm<\/p>\n<p>Dirigent: Pier Giorgio Morandi, K\u00f6nigliche Hofkapelle, M\u00e4nnerchor der K\u00f6niglichen Oper, Einstudierung: Bo Wannefors<\/p>\n<p>Solisten: Nina Stemme (Minnie), John Lundgren (Jack Rance), Aleksandrs Antonenko (Dick Johnson\/Ramerrez), Niklas Bj\u00f6rling Rygert (Nick), Michael Schmidberger (Ashby), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 17. Dezember 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Stockholm-La-fanciulla.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3511\" title=\"Stockholm-La-fanciulla\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Stockholm-La-fanciulla.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Stockholm-La-fanciulla.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Stockholm-La-fanciulla-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Kalifornien zur Zeit des gro\u00dfen Goldrausches. Minnie unterh\u00e4lt in dieser rauhen Umgebung einen Saloon. Trotz ihrer unzivilisierten Kundschaft gelingt es ihr, ihre Integrit\u00e4t zu bewahren. Sie erteilt den Goldsuchern Bibelstunden und ist noch nie von einem Mann gek\u00fc\u00dft worden, obwohl alle f\u00fcr sie schw\u00e4rmen, darunter auch der Sheriff Jack Rance. Eines Tages taucht Dick Johnson auf. Er und Minnie verlieben sich ineinander. Ihre Liebe wird jedoch ersch\u00fcttert, als seine wirkliche Identit\u00e4t ans Licht kommt: Tats\u00e4chlich handelt es sich bei ihm um den ber\u00fcchtigten Banditen Ramerrez. Minnie gew\u00e4hrt ihm Unterschlupf bei sich zu Hause, als er bei einem Schu\u00dfwechsel verwundet wird. Jack Rance ist ihr jedoch auf die Schliche gekommen. Minnie schl\u00e4gt ihm vor, mit einer Partie Poker zu entscheiden, ob Ramerrez ihr geh\u00f6ren soll oder ob der Sheriff ihn an den Galgen bringt und sie besitzen soll. Sie gewinnt durch Betrug. Dennoch wird Ramerrez wenig sp\u00e4ter gefa\u00dft und seine Hinrichtung vorbereitet. Minnie wirft sich mit dem Revolver zwischen die aufgebrachte Menge und Ramerrez. Ihr gelingt es, die M\u00e4nner zu \u00fcberreden, ihn freizugeben und gemeinsam verlassen beide Kalifornien, um ein neues Leben zu beginnen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Szene ist sparsam ausgestattet. Nur die wichtigsten Requisiten sind vorhanden. Kost\u00fcme und Maskenbild sind ganz im Stil der Zeit des Goldrausches gehalten. Auch die Personenregie folgt der Vorlage bis ins Detail. Die einzige \u201eZugabe\u201c der Regie besteht in einer Filmsequenz, mit der die Oper anhebt. Unter den Kl\u00e4ngen des Vorspiels sieht man Minnie auf einem Pferd durch die W\u00fcste reiten bis sie schlie\u00dflich unter dem Beifall des Publikums mit zwei gez\u00fcckten Revolvern durch die Leinwand bricht. Au\u00dferdem werden einzelne Szenen per Schwarz-Wei\u00df-Kamera vergr\u00f6\u00dfert im B\u00fchnenhintergrund wiedergegeben. Ihre \u00c4sthetik erinnert an Charlie Chaplins Film <em>Gold Rush<\/em>. Die Choreographie ist individuell durchgearbeitet und l\u00e4\u00dft die M\u00e4nnerch\u00f6re klanglich optimal zur Entfaltung kommen.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das Orchester unter Pier Giorgio Morandi spielt zu Beginn der Oper etwas zu stark, so da\u00df der einleitende M\u00e4nnerchor wie auch die vielen Repliken der Nebenrollen kaum zu h\u00f6ren sind. Nach ein paar Minuten fanden aber sowohl S\u00e4nger als auch Instrumentalisten zur richtigen Balance. Der M\u00e4nnerchor pr\u00e4sentierte seine Partien routiniert mit homogenem, rundem Klang. Diese wenig gespielte Oper ist f\u00fcr die Solisten undankbar, denn es gibt \u2013 im Unterschied zu anderen Pucciniopern \u2013 keine bekannte Nummer, mit der sich das Publikum beeindrucken lie\u00dfe, und die orchestrale Begleitung ist durchweg recht massiv. Ein weiteres Problem ist der nicht wirklich \u00fcberzeugende Handlungsverlauf wie auch die Figuren, die man eigentlich \u2013 die Regie nimmt dies im Vorspann ironisierend auf \u2013 eher in einem klassischen Western als einer Oper vermuten w\u00fcrde. \u00dcber all diese Probleme haben die drei Hauptakteure hinwegzuhelfen. Und das gelang in fulminanter Weise. <strong>John Lundgren<\/strong> ist von seiner Ausstrahlung und Stimme her eine ideale Verk\u00f6rperung des unerbittlichen Sheriffs Jack Rance, was er insbesondere im zweiten Akt zeigen konnte. Schier unglaublich sind das Volumen und die Durchschlagskraft der Stimme von <strong>Aleksandrs Antonenko<\/strong> (Dick Johnson\/Ramerrez), der mit den typischen Mitteln eines italienischen Opertenors, beispielsweise dem schluchzenden Stimmansatz, aufwartete. Seine darstellerische Pr\u00e4senz auf der B\u00fchne l\u00e4\u00dft auf eine gro\u00dfe Karriere in der Zukunft hoffen. <strong>Nina Stemme<\/strong> in der Titelrolle war ihm in jeder Hinsicht ebenb\u00fcrtig. Eine kr\u00e4ftige, sicher gef\u00fchrte Stimme, die ohne Sch\u00e4rfe auch durch das st\u00e4rkste Orchestertutti hindurchzudringen vermag, gepaart mit einer souver\u00e4nen und flexiblen Darstellung.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Jubel f\u00fcr Inszenierung und Orchester, tosender Beifall f\u00fcr den Chor und die Nebenrollen, stehende Ovationen f\u00fcr die Hauptpartien \u2013 die Reaktion des Publikums bringt den Gesamteindruck, den diese Produktion hinterl\u00e4\u00dft, auf den Punkt. Sie geh\u00f6rt zum besten, was man derzeit in Stockholm sehen kann. Die Regie h\u00e4lt sich im Hintergrund und gibt den S\u00e4ngern genug Raum f\u00fcr ihre umwerfenden Leistungen. Jedem Opernliebhaber unbedingt und uneingeschr\u00e4nkt zu empfehlen!<\/p>\n<p>Dr. Martin Knust<\/p>\n<p>Bild: Alexander Kenney<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Nina Stemme (Minnie)<\/p>\n<p>Jubel f\u00fcr Inszenierung und Orchester, tosender Beifall f\u00fcr den Chor und die Nebenrollen, stehende Ovationen f\u00fcr die Hauptpartien \u2013 die Reaktion des Publikums bringt den Gesamteindruck, den diese Produktion hinterl\u00e4\u00dft, auf den Punkt. Sie geh\u00f6rt zum besten, was man derzeit in Stockholm sehen kann. Die Regie h\u00e4lt sich im Hintergrund und gibt den S\u00e4ngern genug Raum f\u00fcr ihre umwerfenden Leistungen. Jedem Opernliebhaber unbedingt und uneingeschr\u00e4nkt zu empfehlen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini (1858\u20131924), Oper in drei Akten, Libretto: Guelfo Civinni und Carlo Zangarini nach dem Drama von David Belasco, UA: 1910 New York Regie: Christof Loy, B\u00fchne\/Kost\u00fcm: Herbert Murauer, Licht: Bernd Pukrabek, Choreographie: Thomas Wilhelm Dirigent: Pier Giorgio Morandi,<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3510\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,96],"tags":[],"class_list":["post-3510","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-stockholm-konigliche-oper"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3510","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3510"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3510\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3514,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3510\/revisions\/3514"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3510"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3510"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3510"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}