{"id":3501,"date":"2011-12-18T17:31:30","date_gmt":"2011-12-18T16:31:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3501"},"modified":"2011-12-19T17:35:10","modified_gmt":"2011-12-19T16:35:10","slug":"die-zauberflote-paris-theatre-des-champs-elysees","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3501","title":{"rendered":"DIE ZAUBERFL\u00d6TE &#8211; Paris, Th\u00e9\u00e2tre des Champs \u00c9lys\u00e9es"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von W.A. Mozart (1756-1791), Singspiel in zwei Akten, Musik, Libretto: Emmanuel Schikaneder, UA: 30. September 1791 Wien, Theater an der Wieden<\/p>\n<p>Regie\/B\u00fchne\/Video: William Kentridge, Kost\u00fcme: Greta Goiris, Licht: Jennifer Tipton, Video: Scott Bolman,.<\/p>\n<p>Dirigent: Jean-Christophe Spinosi, Ensemble Matheus, Chor des Th\u00e9\u00e2tre des Champs-Elys\u00e9es\u00a0 und der M\u00e2itrise de Radio France, Choreinstudierung: Gildas Pungier und Sofi Jeannin<\/p>\n<p>Solisten: Topi Lehtipuu (Tamino), Sandrine Piau (Pamina), Markus Werba (Papageno), Emmanuelle de Negri (Papagena), Jeannette Vecchione (K\u00f6nigin der Nacht), Claire Debono (Erste Dame), Juliette Mars (Zweite Dame), Elodie M\u00e9chain (Dritte Dame), Ain Anger (Sarastro), Steven Cole (Monostatos), Renaud Delaigue, Alexander Swan (Priester), Robert Gleadow (Sprecher), Basile Buffin, Gabriel Colin, Ambroise Divaret (Drei Knaben)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 16. Dezember 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Paris-Tch-Zauberfl\u00f6te.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3502\" title=\"Paris-Tch-Zauberfl\u00f6te\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Paris-Tch-Zauberfl\u00f6te.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Paris-Tch-Zauberfl\u00f6te.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Paris-Tch-Zauberfl\u00f6te-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Tamino wird von der K\u00f6nigin der Nacht ausgeschickt, in Begleitung des Vogelf\u00e4ngers Papageno ihre Tochter Pamina aus den H\u00e4nden des Sarastros zu befreien. Doch im Tempelbezirk Sarastros erkennt Tamino, da\u00df hier nur Tugend gelehrt wird und l\u00e4\u00dft sich bekehren. Um so mehr als Tamino und Pamina in Liebe zueinander entbrannt sind und Tamino hofft, auf diese Weise Pamina zu gewinnen. Die K\u00f6nigin der Nacht ist w\u00fctend und will Pamina dazu verleiten Sarastro zu t\u00f6ten. Der Sklave Monostatos, der sie belauscht hat, will sie erpressen. Doch sie vertraut sich Sarastro an. Tamino und der weniger begeisterte Papageno unterwerfen sich den Pr\u00fcfungen im Tempel, um Erleuchtung zu erfahren. Nach bestandenen Pr\u00fcfungen wird Tamino Pamina zugef\u00fchrt. Papageno hat zwar keine Erleuchtung erfahren, doch die G\u00f6tter gestehen ihm dennoch die versprochene Papagena zu.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Diese musikalisch sehr gute <em>Zauberfl\u00f6te<\/em> f\u00e4llt jedoch besonders durch ihren Rahmen auf. Dem s\u00fcdafrikanischem Regisseur und Szenograph William Kentridge und seinem Team ist eine moderne Inszenierung gelungen, die Phantasie, Sch\u00f6nheit und Witz vereint. Gegen den Hintergrund von schwarz-wei\u00dfen Kulissen von Felsen, Tempeln oder tropischer Landschaft in der Art der Stiche des 19. Jahrhunderts, projiziert oder spielt er Videos in stetiger Bewegung, in denen wei\u00df auf schwarz eine Zauberwelt lebendig wird. Leuchtende Zeichen, Kreise, Spiralen, astrologische Berechnungen, Planeten, die ihre Bahn ziehen. Oder ein stern\u00fcbers\u00e4tes Himmensgew\u00f6lbe um die K\u00f6nigin der Nacht. Dann wieder kurze Schattenpantomimen, welche die Handlung unterstreichen. Oder architektonische Skizzen, oder gro\u00dfe Tempelhallen, in die man virtuell eindringt. Auch witzige Einf\u00e4lle wie das Nashorn, das zum Klang der Zauberfl\u00f6te tanzt und purzelt. Und \u00fcberall flatternde V\u00f6gel.<\/p>\n<p>Eingeh\u00fcllt in diese bewegliche K\u00fchle, strikt schwarz-wei\u00dfe Lichtwelt bewegt sich auf der B\u00fchne eine Gesellschaft aus der Kolonialzeit um 1900, Damen in farbigen Kost\u00fcmen <em>\u00e0 la<\/em> <em>belle \u00e9poque<\/em>, manchmal mit weiten, bunten H\u00fcten<em>,<\/em> Herren im Anzug oder Gehrock oder, wie Tamino, in Tropenanzug mit Stiefeln und Tropenhelm.<\/p>\n<p>Ein musikalisches Licht- und Dunkeltheater, dem man sich nicht entziehen kann, und in das man unwillk\u00fcrlich hineingesogen wird.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Sandrine Piau und Topi Lehtipuu sind stimmlich und szenisch ein sch\u00f6nes Paar. Sandrine Piau mit weicher lyrischer Stimmf\u00fchrung besonders bewegend in der gro\u00dfen Verzweiflungsarie in 2. Akt\u00a0 <em>Ach, ich f\u00fchl\u2019s. <\/em>Markus Werba mit klangvoll beweglicher Baritonstimme und schaupielerisch ganz in alter Wiener Tradition, ein h\u00f6chst vergn\u00fcglicher Papageno. Jeannette Vecchione hat keine gewaltige Stimme, aber sie singt die Koleraturen der K\u00f6nigin der Nacht mit makelloser Karheit und Reinheit. Besonders erschreckend in ihrer Rachearie <em>Der H\u00f6lle Rache kocht in meinem Herzen. <\/em>Umso beruhigender wirkt danach der tiefe warme Ba\u00df Ain Angers in Sarastros <em>In diesen heil\u2019gen Hallen kennt man die Rache nicht. <\/em>Claude Debono, Juliette Mars und Elodie Mechaine als fr\u00f6hliche Drei Damen. Emmanuelle de Negri erfreulich als Papagena. Renaud Delaigue, Alexander Swan und Robert Gleadow als Priester und Sprecher, Steven Cole als hinterlistiger Monostatos, und schlie\u00dflich drei Kinderstimmen als die Drei Knaben. Von den ersten drei Solisten abgesehen, taten sich einige, trotz gro\u00dfer Bem\u00fchungen, etwas schwer mit der deutschen Diktion. Aber es ist nicht einfach im Ausland, ein flie\u00dfend deutschsprechendes Ensemble zusammenzustellen.<\/p>\n<p>Jean-Christophe Spinosi dirigiert die Solisten, das Ensemble Matheus, den Chor des Th\u00e9\u00e2tre des Champs \u00c9lys\u00e9es und der Ma\u00eetrise de Radio France mit viel Energie. Man h\u00e4tte gerne an manchen Stellen etwas mehr lyrisches<em> legato <\/em>und weniger betonte Akzentuierung, um nicht zu sagen <em>staccato<\/em> gehabt, wie in <em>Bei M\u00e4nner, welche Liebe f\u00fchlen<\/em>.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Zahlreich sind die Inszenierungen der <em>Zauberfl\u00f6te<\/em>, an denen bekannte K\u00fcnstler mitgewirkt haben. Es begann schon mit Friedrich Schinkel 1816 in Berlin, doch in den letzten 60 Jahren \u00fcberbieten sich ber\u00fchmte K\u00fcnstler geradezu\u00a0 als B\u00fchnenmaler f\u00fcr diese Oper: 1955 Kokoschka bei den Salzburger Festspielen, 1967 Marc Chagall in New York, 1978 David Hockney in Glyndebourne und 1996 Ernst Fuchs in Wien. Hier entstand, vielleicht zum ersten Mal, eine hervorragende k\u00fcnstlerische Darbietung mit hi-tech Mitteln, die wohl als solche auch in die Annalen eingehen wird.<\/p>\n<p>Die musikalische, wie auch diese innovative szenographische Leistung wurden an diesem Premierenabend begeistert begr\u00fc\u00dft.<\/p>\n<p>Alexander Jordis-Lohausen<\/p>\n<p>Bild: Alvaro Ya\u00f1ez<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Markus Werba (Papageno), Claire Debono (Erste Dame), Topi Lehtipuu (Tamino), Elodie M\u00e9chain (Dritte Dame), Juliette Mars (Zweite Dame) v.l.n.r.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von W.A. 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