{"id":349,"date":"2008-07-02T11:55:19","date_gmt":"2008-07-02T09:55:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=349"},"modified":"2008-07-04T10:28:35","modified_gmt":"2008-07-04T08:28:35","slug":"staatstheater-nurnberg-eugen-onegin","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=349","title":{"rendered":"Staatstheater N\u00fcrnberg &#8211; EUGEN ONEGIN"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von  Peter  Tschaikowsky (1840-1893); Lyrische Szenen in drei Aufz\u00fcgen (7 Bildern); Text von Konstantin  S. Schilowsky und Peter Tschaikowsky nach dem Versroman von Alexander Puschkin; UA: 29. M\u00e4rz 1879 in Moskau<br \/>\nRegie: Helen Malkowsky, B\u00fchnenbild: Harald Thor  und Kost\u00fcme: Tanja Hofmann<br \/>\nDirigent: Guido Johannes Rumstadt, N\u00fcrnbger Philharmoniker  und Chor des Staatstheaters N\u00fcrnberg<br \/>\nSolisten: Lien Haegeman (Larina, Gutsbesitzerin), Anne L\u00fcnenb\u00fcrger (Tatjana, Tochter von Larina), Tara Venditti (Olga, Tochter von Larina), Teresa Erbe (Filipjewna, Amme), Jochen Kupfer (Eugen Onegin), Carsten S\u00fc\u00df (Lenski), Stephan Klemm (F\u00fcrst Gremin), Hans-J\u00f6rg Weinschenk (Triquet, ein Franzose)<br \/>\nBesuchte Vorstellung: 28. Juni 2008 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"nuernberg-eugen-onegin.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/07\/nuernberg-eugen-onegin.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"nuernberg-eugen-onegin.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/07\/nuernberg-eugen-onegin.jpg\" \/><\/a>Die jugendlich-naive Tatjana verliebt sich in den gro\u00dfst\u00e4dtischen Intellektuellen Onegin und gesteht ihm ihre Zuneigung in einem Brief, doch er weist sie k\u00fchl ab. Der eifers\u00fcchtige Dichter Lenski glaubt sich, als Onegin ihm auf einem Fest dessen Freundin Olga ausspannt, von seinem besten Freund Onegin provoziert und fordert ihn zum Duell, bei dem Lenski stirbt.<br \/>\nOnegin trifft nach Jahren des ruhelosen Umherreisens erneut auf Tatjana. Sie ist mittlerweile mit dem alten F\u00fcrsten Gremin verheiratet und zu einer Dame der Gesellschaft geworden. Onegins pl\u00f6tzlich f\u00fcr sie entflammende Gef\u00fchle kann sie nicht erwidern.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDas St\u00fcck k\u00f6nnte in dieser auf die singenden Menschendarsteller ausgerichteten Auff\u00fchrung auch \u201eTatjana\u201c hei\u00dfen. Schon die lyrischen Stellen lohnen den Besuch dieser Auff\u00fchrung, die die ungl\u00fcckliche Geschichte der beiden Paare und der zwei alten Frauen pointiert, doch ohne \u00dcbertreibungen bringt.<br \/>\nDie Regie hat die Unterstr\u00f6mungen der Musik und des Textes genau studiert und erlag doch nicht der Versuchung gewaltsamer \u00dcberinterpretationen und simpler Schuldzuweisungen. <strong>Helen Malkowsky<\/strong> bettet die Geschichte in einen symbolistischen Rahmen, der von poetischer Zartheit zu statuarischen Chorbildern (etwa mit einem schwarzgekleideten Trauerchor) reicht. Dabei verweist die sch\u00f6ne Ausstattung eher auf das 19. Jahrhundert. Zwischendurch erlebt man albtraumhafte Sequenzen zur Polonaise, die das vervielfachte \u201eblutige Gespenst\u201c Lenskis, den kleinen Onegin und eine Onegin-Puppe sinnreich ins psychologisch abgr\u00fcndige wie unl\u00f6sbare Spiel bringen. Am Ende gibt es f\u00fcr Tatjana und Onegin keine \u201eErl\u00f6sung\u201c, sondern nur noch eine gewaltsame \u201eL\u00f6sung\u201c: der Mann erw\u00fcrgt die Frau, die es geschehen l\u00e4\u00dft, weil sie zwischen Pflicht und Liebe bereits zerrissen wurde. Starker Beifall!!<br \/>\n<strong>S\u00e4nger<\/strong><br \/>\nN\u00fcrnberg besitzt ausgezeichnete S\u00e4nger: <strong>Anne L\u00fcnenb\u00fcrger<\/strong> (Tatjana), auch wenn ihre Stimme nicht ganz ausreicht, um den letzten Rang optimal zu erreichen, was sie durch ihre sensible Darstellungskunst wett macht. Onegin hat in <strong>Jochen Kupfer<\/strong> einen idealtypischen, gut aussehenden wie pr\u00e4gnant singenden Vertreter gefunden. <strong>Carsten S\u00fc\u00df<\/strong> ist ein lyrischer Lenski, dem im Streit der dramatische Ton doch nicht fehlt. <strong>Tara Vendetti<\/strong> ist eine Olga, die als Tatjanas \u201ekleine Schwester\u201c die Trag\u00f6die eines verpfuschten Lebens begreifbar macht. F\u00fcr die gar nicht tattergreisige Kindfrau erh\u00e4lt Teresa Erbe einen Sonderapplaus, und <strong>Stephan Klemm<\/strong> singt einen erstrangigen Gremin. Auch der wunderbare <strong>Chor<\/strong> und die <strong>N\u00fcrnberger Philharmoniker<\/strong> agieren unter <strong>Guido Johannes Rumstadt<\/strong> \u00e4u\u00dferst subtil.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nWir erlebten Tschaikowskys \u201eEugen Onegin\u201c in einer psychologisch dichten, bewegenden und werkgerechten Inszenierung. Starker, langer Beifall f\u00fcr alle.<br \/>\nDr. Frank Piontek<br \/>\nBild: Marion B\u00fchrle<br \/>\nDas Bild zeigt:  Das Paar Anne L\u00fcnenb\u00fcrger (Tatjana) und Jochen Kupfer (Eugen Onegin),<br \/>\nTara Venditti (Olga) und Carsten S\u00fc\u00df (Lenski), von rechts<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Peter Tschaikowsky (1840-1893); Lyrische Szenen in drei Aufz\u00fcgen (7 Bildern); Text von Konstantin S. Schilowsky und Peter Tschaikowsky nach dem Versroman von Alexander Puschkin; UA: 29. M\u00e4rz 1879 in Moskau Regie: Helen Malkowsky, B\u00fchnenbild: Harald Thor und Kost\u00fcme: Tanja<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=349\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-349","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nurnberg-staatstheater"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/349","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=349"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/349\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=349"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=349"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=349"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}