{"id":3485,"date":"2011-12-12T16:20:00","date_gmt":"2011-12-12T15:20:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3485"},"modified":"2011-12-13T16:23:10","modified_gmt":"2011-12-13T15:23:10","slug":"il-dissoluto-punito-o-sia-il-don-giovanni-sankt-petersburg-mariinki-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3485","title":{"rendered":"IL DISSOLUTO PUNITO, O SIA IL DON GIOVANNI &#8211; Sankt Petersburg, Mariinki Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von W.A. Mozart (1756-1791), Dramma giocoso in zwei Akten, Libretto: Lorenzo da Ponte, UA: 29. Oktober 1787 Prag, Gr\u00e4flich Nostitzsches National-Theater<\/p>\n<p>Regie: Johannes Schaaf, B\u00fchne: Ralph Koltai, Beleuchtung: Paul Pyant, Choreographie: Gali Abaidulov, Dramaturg: Wolfgang Willaschek<\/p>\n<p>Dirigent: Pavel Smelkov, Symphonie-Orchester und Chor des Mariinski Theaters, Choreinstudierung: Andrei Petrenko<\/p>\n<p>Solisten: Ildar Abdrazakov (Don Giovanni), Askar Abdrazakov (Leporello), Mikhail Kolelishvili (Commendatore), Mlada Khudolei (Donna Anna), Yevgeny Akimov (Don Octavio), Tatiana Pavlovskaya (Donna Elvira), Oxana Shilova (Zerlina), Yuri Vorobiew (Masetto)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 10. Dezember 2011<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Marinski-Don-Giovanni.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3486\" title=\"Marinski-Don-Giovanni\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Marinski-Don-Giovanni.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Marinski-Don-Giovanni.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Marinski-Don-Giovanni-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der Komtur, Donna Annas Vater; wird im Duell von Don Giovanni get\u00f6tet. Sein Diener, Leporello, berichtet Donna Elvira von den unz\u00e4hligen Erfolgen seines Herrn bei Frauen aller St\u00e4nde. Don Giovanni macht auf einer Bauernhochzeit der Braut Zerlina den Hof und l\u00e4dt alle zu einem Fest auf sein Schlo\u00df ein. Dort versucht er; Zerline zu verf\u00fchren. Doch Donna Elvira, Donna Anna und ihr Verlobter Don Octavio erkennen in ihm den M\u00f6rder des Komturs und klagen ihn an. Er flieht mit Leporello. Von allen verfolgt finden sie Zuflucht auf einem Friedhof. Dort wird Don Giovanni von der Steinstatue des Komturs zur Rede gestellt. Don Giovanni l\u00e4dt ihn leichtfertig zu Abendessen ein. Leporello zittert vor Angst. Donna Elvira macht einen letzten, vergeblichen Versuch, ihren ehemaligen Geliebten zu retten, als der Komtur eintritt und ihn in die H\u00f6lle verdammt.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Der B\u00fchnenbildner arbeitete mit einfachen modernen Mitteln, die sich nicht st\u00f6rend auf die Auff\u00fchrung auswirken. Das b\u00fchnenhohe Bild einer halbnakten, gepeinigten Frau als Leitmotiv und ein Wechselspiel viereckiger sich verschiebenden, verschieden beleuchteter Kulissen, ein paar B\u00e4nke und Tische, ein Kerzenleuchter, ein Friedhofskreuz. Die Kost\u00fcme mit wenigen Ausnahmen in schwarz und wei\u00df. Eine Beleuchtung ohne besondere Effekte. Eine sorgf\u00e4ltig durchdachte Chereographie. Einige merkw\u00fcrdige Regieeinf\u00e4lle fallen auf: die vielf\u00e4ltige Erdolchung des Komturs, als gelte es, Rasputin zu ermorden, die Aufwischfrau mit Lappen und Eimer, um die Blutspuren zu entfernen, das leichtbekleidete M\u00e4dchen, das auf der Tafel des Festmahl ausgestreckt liegt und schlie\u00dflich in der Schlu\u00dfszene der Butler, der nach der Verdammnis Don Giovannis den geschockten \u00dcberlebenden ein Tasse Tee anbietet.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Ildar Abdrazakov mit reichem, klangvollem Bariton war ein eindruckvoller Don Giovanni, nicht nur mitrei\u00dfend in der Champagnerarie <em>Finch\u2019han dal vino<\/em>, sondern auch lyrisch-zart in der Serenade <em>Deh vieni alla finestra<\/em>. Sein \u00e4lterer Bruder Askar Abdrazakov sang mit warmen, vollen Ba\u00df und spielte mit\u00a0 Witz und Galgenhumor den Leporello, wie in der Registerarie <em>Madamina! <\/em><em>Il catalogo \u00e8 questo. <\/em>Yevgeny Akimov<em> <\/em>mu\u00df wohl indisponiert gewesen sein, denn seine an diesem Abend d\u00fcnne, klanglose Stimme wurde seiner Rolle als Oktavian nicht gerecht. Tatiana Pavlovskaya spielte und sang Donna Elvira nicht resigniert leidend, sondern st\u00fcrmisch-leidenschaftlich, in einem erotischen, roten, enganliegenden Samtkleid und mit langen roten Haaren. Ihre volle reiche Stimme kommt durch eine selten sch\u00f6ne, tiefe, fast gutturalen Klangfarbe dem Alt n\u00e4her als dem Sopran. Mlada Khudolei als Donna Anna, in langem schwarzem Kleid, war ganz Racheg\u00f6ttin und Vestalin. Ihr Sopran enth\u00fcllte sich in seiner ganzen F\u00fclle in der sehr verhalten und nuanciert gesungenen Arie <em>Non me dir bell idol mio. <\/em>Ganz bezaubernd mit reiner Sopranstimme sang und spielte Oxana Shilova in kurzem wei\u00dfen Hochzeitskleid die kokette Zerlina \u2013 unwiderstehlich in der Arie <em>Batti, batti, o bel Masetto<\/em>, und stimmlich noch weiter entfaltet in ihrer zweiten gro\u00dfen Arie <em>Vedrai, carino. <\/em>Yuri Vorobiev war ein gef\u00e4lliger Masetto und Mikhail Kolelishvili ein w\u00fcrdiger Komtur. Dennoch h\u00e4tte man sich f\u00fcr diese letztere Rolle insgeheim vielleicht erhofft, einen jener fast \u00fcberirdisch klingenden, ganz tief orgelnden Ba\u00df zu h\u00f6ren, wie man sie aus der russisch-orthodoxen Liturgie kennt.<\/p>\n<p>Pavel Smelkov dirigierte das Mariinski Symphonie Orchester schwungvoll, wobei er auch die Bl\u00e4ser geb\u00fchrend zur Geltung kommen liess.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Eine sehr gelungene Auff\u00fchrung in einem ausverkauften Haus. Die Auff\u00fchrenden wurden mit viel Applaus bedacht.<\/p>\n<p>Alexander Jordis-Lohausen<\/p>\n<p>Bild: Valentin Baranovsky and Natasha Razina<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Oxana Shilova (Zerlina), Ildar Abdrazakov (Don Giovanni)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von W.A. Mozart (1756-1791), Dramma giocoso in zwei Akten, Libretto: Lorenzo da Ponte, UA: 29. 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