{"id":3481,"date":"2011-12-12T22:28:46","date_gmt":"2011-12-12T21:28:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3481"},"modified":"2011-12-12T22:28:46","modified_gmt":"2011-12-12T21:28:46","slug":"der-ferne-klang-bonn-opernhaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3481","title":{"rendered":"DER FERNE KLANG &#8211; Bonn, Opernhaus"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Franz Schreker (1878-1934), Oper in drei Aufz\u00fcgen, Libretto vom Komponisten, UA: 18. August 1912 Frankfurt am Main, Opernhaus<\/p>\n<p>Regie: Klaus Weise, B\u00fchne: Martin Kukulies, Kost\u00fcme: Dorothea Wimmer, Licht: Thomas Roscher<\/p>\n<p>Dirigent: Will Humburg, Beethoven Orchester, Chor und Extrachor, Choreinstudierung: Sibylle Wagner<\/p>\n<p>Solisten: Michael Putsch\/Mathias Schulz (Fritz, ein junger K\u00fcnstler), Ingeborg Greiner (Grete Graumann), Renatus M\u00e9z\u00e1r (Dr. Vigelius\/Graf), Frank van Hove (Rudolf\/Baron), Giorgos Kanaris (Der Schauspieler), Egbert Herold (der alte Graumann), Suzanne McLeod (seine Frau), I. Anjara Bartz (altes Weib) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 11. Dezember 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Bonn-Ferner-Klang.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3482\" title=\"Bonn-Ferner-Klang\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Bonn-Ferner-Klang.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Bonn-Ferner-Klang.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Bonn-Ferner-Klang-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die Handlung spielt in Deutschland und Venedig um das Jahr 1900. Der junge Komponist Fritz verl\u00e4\u00dft seine Geliebte Grete, um in der Fremde den &#8222;fernen Klang&#8220; zu finden, der sein k\u00fcnstlerisches Schaffen pr\u00e4gen soll. Gretes Vater verspielt seine Tochter an einen Wirt. Um der Verbindung zu entgehen, flieht Grete bei Nacht und Nebel. Sie denkt an Selbstmord, ger\u00e4t aber dann in die F\u00e4nge einer alten Kupplerin. Als Greta avanciert sie zur gefragten Kurtisane. Auf einem Fest in Venedig weist sie ihren gr\u00e4flichen Verehrer ab, da er sie zu sehr an ihren einstigen Geliebten Fritz erinnert. Auf der rauschenden Feier trifft sie dann tats\u00e4chlich auf den immer noch k\u00fcnstlerisch unerf\u00fcllten Fritz, der sie angewidert stehen l\u00e4\u00dft, als er ihre Profession erkennt. Etliche Jahre sp\u00e4ter erlebt der inzwischen todkranke Fritz die Premiere seiner Oper <em>Die Harfe<\/em>. Die Oper f\u00e4llt durch. Erst als Fritz Grete ein letztes Mal begegnet, begreift er, da\u00df ihrer beider Liebe eng mit seinem k\u00fcnstlerischen Schaffen verbunden ist, denn nur in Gretes N\u00e4he h\u00f6rt er den ersehnten &#8222;fernen Klang&#8220;; doch nun ist es zu sp\u00e4t. Er stirbt in ihren Armen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchne ist durch Stellw\u00e4nde begrenzt, die zun\u00e4chst die Wohnung der Graumanns, im dritten Akt das Komponisten-Zimmer von Fritz andeuten. Sp\u00e4ter weichen die W\u00e4nde zur\u00fcck und vergr\u00f6\u00dfern den Raum. Am Ende des ersten Akts schl\u00e4ft die Wirtstochter Grete unter dem Schattenri\u00df eines \u00fcppigen Baums ein, um dann, von der Kupplerin entdeckt, als zuk\u00fcnftige Kurtisane vor einer riesigen silbrigen Muschel ihrer neuen Identit\u00e4t entgegenzugehen. Die Regie fand stimmige und sehr gut ausgeleuchtete Bilder f\u00fcr die Entwicklung der Protagonisten. Tr\u00e4gt Grete anfangs Blumenrock und Strickjacke, ist sie im Verlauf mit Nerzstola und Glitzerkleid zu sehen, um am Ende als &#8222;gefallenes M\u00e4dchen&#8220; wieder in gedeckten Farben ihren Fritz zu finden, der nun, sichtlich gealtert, in ihren Armen stirbt. Einzige Konstante ist Gretes Schaukel, die in allen drei Akten vorkommt als Symbol ihrer ungebrochenen Liebe zu Fritz. Mit der Ausstaffierung des Wirts als &#8222;Joker&#8220;, dem aus dem Film bekannten Spieler und Erzfeind von Batman, gelang eine treffende Charakterisierung der Sph\u00e4re des B\u00f6sen in dieser Oper. Au\u00dferdem verstand man es als Hinweis auf das Genre der Film-Musik, das 1912, zur Entstehungszeit dieser Oper zwar noch nicht existierte, von Franz Schreker jedoch in der illustrierenden Ausarbeitung seiner Partitur und dem Einsatz von Simultankl\u00e4ngen (Orchester und B\u00fchnenmusiker musizieren gleichzeitig) vorweg genommen wurde.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Allen voran mu\u00df das Beethovenorchester unter dem sehr pr\u00e4zise dirigierenden <strong>Will Humburg<\/strong> lobend erw\u00e4hnt werden. Humburg hielt nicht nur die vielen Mitwirkenden, Orchester, Solisten, in sich geteilte Ch\u00f6re und zwei Kapellen auf der B\u00fchne mit sicherer Hand zusammen, sondern leuchtete die mit vielen Details ausgestattete Partitur solide aus. <strong>Mathias Schulz<\/strong> rettete als Einspringer die Premiere f\u00fcr den indisponierten <strong>Michael Putsch <\/strong>(Fritz), der seinen Part nur mimisch darstellte, w\u00e4hrend die Stimme von Mathias Schulz vorne am B\u00fchnenrand das Gesangliche regelte, was famos funktionierte. Er hatte bereits in Augsburg diese Partie gesungen und war dementsprechend bestens pr\u00e4pariert. <strong>Ingeborg Greiner<\/strong> war eine fabelhafte Grete: Sie \u00fcberzeugte mit klug gef\u00fchrter Stimme in der differenziert komponierten Partie und sp\u00fcrte dem emotionalen Ausdrucksgehalt ihrer Rolle gr\u00fcndlich nach. Mit profundem Ba\u00df und leichter Stimmf\u00fchrung nahm <strong>Renatus M\u00e9z\u00e1r<\/strong> als Vigelius und Graf ein. Als Wirt und Baron fungierte <strong>Frank van Hove <\/strong>mit seinem in allen Registern klangsch\u00f6nen, ebenfalls sehr wendigen Ba\u00df. <strong>Giorgos Kanaris<\/strong> f\u00fcllte die Partie des Schauspielers mit Belcanto-Charme aus. Die kleineren Rollen waren mit schauspielerisch begabten S\u00e4ngern und ordentlichen Stimmen besetzt.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Musikalisch eine durchweg gelungene, zumal selten zu h\u00f6rende Auff\u00fchrung. Die S\u00e4nger, allen voran Ingeborg Greiner, sind den suggestiven Klangvorstellung des Komponisten bereitwillig gefolgt. Besonderes Augenmerk lag auf dem Dirigenten Will Humburg, der die zahlreichen Mitwirkenden klar durch die vielschichtige Partitur f\u00fchrte. <strong>Klaus Weise<\/strong> hatte die letztlich im Inneren der Personen stattfindende dramatische Entwicklung in wirkungsvolle Bilder, etwa den riesigen Baum, die silberne Muschel, und nicht zuletzt die Schaukel \u00fcbersetzt.<\/p>\n<p>Felicitas Zink<\/p>\n<p>Bild: Thilo Beu<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Ingeborg Greiner als gefeierte \u00a0Kurtisane Greta, umringt vom Ensemble, Chor und Statisten<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Franz Schreker (1878-1934), Oper in drei Aufz\u00fcgen, Libretto vom Komponisten, UA: 18. 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