{"id":347,"date":"2008-06-28T15:40:28","date_gmt":"2008-06-28T13:40:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=347"},"modified":"2008-06-28T15:40:29","modified_gmt":"2008-06-28T13:40:29","slug":"dresden-semperoper-rigoletto","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=347","title":{"rendered":"Dresden, Semperoper &#8211; RIGOLETTO"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi; Oper in drei Akten von Francesco Maria Piave; U.A.: 11.M\u00e4rz 1851, Venedig<br \/>\nRegie: Nikolaus Lehnhoff, B\u00fchnenbild: Raimund Bauer, Kost\u00fcme: Bettina Walter<br \/>\nDirigent: Fabio Luisi, S\u00e4chsische Staatskapelle Dresden, Staatsopernchor<br \/>\nSolisten: Juan Diego Fl\u00f3rez (Herzog von Mantua), Zeljko Lucic (Rigoletto), Diana Damrau (Gilda), Markus Marquardt (Graf von Monterone), Markus Butter (Graf von Ceprano), Kyung-Hae Kang (Gr\u00e4fin Ceprano), Matthias Henneberg (Marullo), Oliver Ringelhahn (Borsa), Georg Zeppenfeld (Sparafucile), Christa Mayer (Maddalena), Angela Liebold (Giovanna), Dominik Licht (Gerichtsdiener), Lin Lin Fan (Page).<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 21. Juni 2008 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"dresden-rigoletto.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/06\/dresden-rigoletto.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"dresden-rigoletto.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/06\/dresden-rigoletto.jpg\" \/><\/a>Im Palast des Herzogs findet ein Maskenball statt. Die Orgie ist in vollem Gang, der Herzog stellt der Gr\u00e4fin Ceprano nach, weswegen Rigoletto den Grafen verspottet, worauf dieser sich an Rigoletto r\u00e4chen will. Graf Monterone verflucht den Herzog wegen der Entehrung seiner Tochter und Rigoletto wegen des Spottes, den dieser \u00fcber ihn aussch\u00fcttet.<br \/>\nRigoletto kehrt nach Hause zu seiner Tochter Gilda zur\u00fcck, die er vor seiner Umwelt streng verborgen h\u00e4lt. Gilda verliebt sich in den Herzog, der sich trotzdem in Rigolettos Haus eingeschlichen hat. Kaum ist der Herzog gegangen, dringen die H\u00f6flinge, die von der Existenz Gildas erfahren haben, ein und entf\u00fchren Gilda. Dies geschieht in Anwesenheit Rigolettos, dem eine andere Entf\u00fchrung vorgegaukelt wird.<br \/>\nRigoletto eilt in den Palast und stellt mit Entsetzen fest, da\u00df Gilda schon in den F\u00e4ngen des Herzogs ist. Gilda kehrt zwar zu Rigoletto zur\u00fcck, h\u00e4lt aber an ihrer Liebe zum Herzog fest. Beim Verlassen des Palastes schw\u00f6rt Rigoletto Rache.<br \/>\nRigoletto hat Sparafucile als M\u00f6rder des Herzogs gedungen und zwingt Gilda mitanzusehen, wie der Herzog ein neues Liebesabenteuer mit Maddalena beginnt. Rogoletto dr\u00e4ngt Gilda dazu, nach Verona zu fliehen. Sie kehrt jedoch zur\u00fcck und h\u00f6rt, wie Maddalena Sparafucile \u00fcberzeugt, statt des Herzogs einen Fremden zu t\u00f6ten. Gilda opfert sich f\u00fcr den Herzog, ihre Leiche steckt in dem Sack den Sparafucile Rigoletto \u00fcbergibt. Als Rigoletto dies erkennt bricht er zusammen.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nEigentlich hat der ehemalige Wieland-Wagner-Assistent Nikolaus Lehnhoff den Rigoletto sehr plakativ ins Bild gesetzt. Er verl\u00e4\u00dft sich eher auf den Gesamteindruck des B\u00fchnenbildes und der Kost\u00fcme als auf eine schl\u00fcssige Personenf\u00fchrung. Deswegen wirken einige szenische L\u00f6sungen eher absurd, z.B. wenn der Herzog sich in Gildas Zimmer zuerst hinter der T\u00fcr und dann \u201efast unsichtbar\u201c hinter dem Bett versteckt.<br \/>\nDie Oper wird als ein dunkles, voller Symbolik steckendes Werk interpretiert. Der Palast des Herzogs ist ein marmorschwarzer Keller, geeignet f\u00fcr Orgien und Folterungen zugleich. Auf dem Maskenball (maskiert als V\u00f6gel oder Reptilien) vertreiben sich die Hofschranzen und der Herzog sehr \u00e4sthetisch und steril die Zeit, w\u00e4hrend sie barbusige Damen umkreisen.<br \/>\nDas zweite Bild zeigt Rigolettos privates \u201eGef\u00e4ngnis\u201c, gestaltet als violett ausgeleuchtetes Luftschlo\u00df: In Gildas nur mit einem Kinderbett m\u00f6blierten M\u00e4dchenzimmer mit Sternen an der Wand, nimmt das Unheil seinen Lauf. W\u00e4hrend des Duetts Gildas mit dem Herzog verwandelt sich dieser Raum in ein sterndurchflutetes Universum f\u00fcr zwei Liebende, um nach der Entf\u00fchrung Gildas zum K\u00e4fig f\u00fcr Rigoletto zu werden: Das Gitter schlie\u00dft sich zu sp\u00e4t.<br \/>\nZur\u00fcckgehrt in den Palast l\u00e4\u00dft die Hofgesellschaft die Masken fallen, es sind alle Teufel.<br \/>\nAuch die Absteige im letzten Bild ist ein abstraktes Konstrukt: Ein Raum im Raum ohne T\u00fcr, daf\u00fcr mit einem Bett abgehoben im Hintergrund f\u00fcr den Herzog. So m\u00fcssen alle anstelle an eine T\u00fcr heftig an die Wand klopfen, um unter Umgehung der Wand ins Innere zu gelangen.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger<\/strong><br \/>\nMusikalisch und s\u00e4ngerisch ist hier von einer sehr guten, geschlossenen Ensemble-Leistung zu sprechen. Am st\u00e4rksten umjubelt wurde der Hauptdarsteller<strong> Zeljko Lucic<\/strong> als Rigoletto: Es ist seine Paraderolle! Die Arie des Rigoletto im 2. Akt ist auch stimmlich das Portr\u00e4t eines Menschen, der langsam der Wut der Rache, also dem Wahnsinn verf\u00e4llt. Nicht minder umjubelt wurde <strong>Diana Damrau <\/strong>als Gilda, die keine W\u00fcnsche hinsichtlich H\u00f6hen, Leuchtkraft oder glockenreinem Klang offen gelassen hat. Der beste Herzog unserer Tage ist wahrscheinlich <strong>Juan Diego Fl\u00f3rez<\/strong>, den man bestens von seinen Konzerten oder Aufnahmen kennt, auch wenn er nicht unbedingt seinen besten Abend hatte.<br \/>\nEin gro\u00dfes Plus des Abends ist die gro\u00dfartige Besetzung auch in den kleinen Rollen. Besonders zu erw\u00e4hnen ist <strong>Georg Zeppenfeld<\/strong>, dessen wagner-erprobter Ba\u00df viel d\u00e4monische Wucht und sch\u00f6ne Tiefe hat. <strong>Christa Mayer<\/strong> konnte dagegen als Maddalena nicht \u00fcberzeugen und ging im Terzett unter.<br \/>\nWenn ein Italiener eine italienische Oper dirigiert, und es sich handelt obendrein noch um den uns sehr bekannten Italiener Dresdens <strong>Fabio Luisi<\/strong> handelt, dann ist der Erfolg eigentlich nicht aufzuhalten. Das Gef\u00fchl f\u00fcr die vielen italienischen Momente in der Oper, f\u00fcr Amore und Dramatik, das liegt Luisi im Blut. Er f\u00fchrte die <strong>Staatskapelle Dresden<\/strong> zu einem wahrlich italienischen Opernabend.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDieser au\u00dfergew\u00f6hnliche Abend wurde auf Arte \u00fcbertragen. Es bleibt zu hoffen, da\u00df diese Produktion auch auf CD und DVD erscheint. Als Referenzaufnahme geh\u00f6rte sie in jedes Archiv.<br \/>\nLanger st\u00fcrmischer Applaus f\u00fcr S\u00e4nger und das Regieteam. Endlich ein Abend ohne Buhs!<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<br \/>\nBild: Matthias Creutziger<br \/>\nDas Bild zeigt Diana Damrau (Gilda), Juan Diego Fl\u00f3rez (Der Herzog von Mantua).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi; Oper in drei Akten von Francesco Maria Piave; U.A.: 11.M\u00e4rz 1851, Venedig Regie: Nikolaus Lehnhoff, B\u00fchnenbild: Raimund Bauer, Kost\u00fcme: Bettina Walter Dirigent: Fabio Luisi, S\u00e4chsische Staatskapelle Dresden, Staatsopernchor Solisten: Juan Diego Fl\u00f3rez (Herzog von Mantua), Zeljko Lucic<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=347\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21],"tags":[],"class_list":["post-347","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-dresden-semperoper"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/347","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=347"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/347\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=347"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=347"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=347"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}