{"id":3469,"date":"2011-12-09T12:59:09","date_gmt":"2011-12-09T11:59:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3469"},"modified":"2011-12-09T13:10:40","modified_gmt":"2011-12-09T12:10:40","slug":"3469","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3469","title":{"rendered":"TURANDOT &#8211; M\u00fcnchen, Bayerische Staatsoper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Musik vervollst\u00e4ndigt von Franco Alfano, Dramma lirico in drei Akten, Libretto: Giuseppe Adami und Renato Simoni nach Carlo Gozzi; UA: 25. April 1926 Mailand, Teatro alla ScalaRegie: Carlos P<span style=\"color: #000000;\">edrissa, B\u00fchne: <\/span><span style=\"color: #000000;\">Roland Olbeter<\/span><span style=\"color: #000000;\">, Kost\u00fcme: <\/span><span style=\"color: #000000;\">Chu Uroz<\/span><span style=\"color: #000000;\">, Licht: <\/span><span style=\"color: #000000;\">Urs Sch\u00f6nebaum, Dramaturgie: Andrea Sch\u00f6nhofer, Rainer Karlitschek, Video: Franc Aleu<\/span><\/p>\n<p>Dirigent: Zubin Mehta, Bayerisches Staatsorchester, Chor und Extrachor der Bayerischen Staatsoper, Einstudierung: S\u00f6ren Eckhoff<\/p>\n<p>Solisten: <span style=\"color: #000000;\">Jennifer Wilson <\/span>(Turandot), Ulrich Re\u00df (Altoum), Alexander Tsymbalyuk (Timur), Marco Berti (Calaf), Ekaterina Scherbachenko (Li\u00f9), Fabio Previati (Ping), Kevin Conners (Pang), Emanuele D&#8217;Aguanno (Pong) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 7. Dezember 2011 (B-Premiere, 3.12.2011 Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/M\u00fcnchen-Turandot.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3470\" title=\"M\u00fcnchen-Turandot\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/M\u00fcnchen-Turandot.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"231\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/M\u00fcnchen-Turandot.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/M\u00fcnchen-Turandot-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Aus Rache f\u00fcr ihre Ahnin, die von Fremden entf\u00fchrt und vergewaltigt wurde, hat die chinesische Prinzessin Turandot ein grausames Gesetz erlassen: Nur wer drei R\u00e4tsel l\u00f6sen kann, darf sie heiraten, sonst erwartet ihn der Henker. Der mutige Prinz Calaf stellt sich der Herausforderung und besteht. Turandot verweigert ihm jedoch die Ehe, da sie sich gezwungen f\u00fchlt. Calaf stellt ihr nun selbst ein R\u00e4tsel: Bei dessen L\u00f6sung geht er freiwillig in den Tod. Zuletzt gelingt es ihm jedoch, sie von der Liebe zu \u00fcberzeugen und das jubelnde Volk feiert das neue Kaiserpaar<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Auff\u00fchrung gleicht einem temporeichen Kino-Spektakel: Zahlreiche Lichteffekte, ein spezieller Boden, auf dem mit Schlittschuhen gefahren werden kann, Trapezk\u00fcnstler, Videoeinspielungen und sogar 3D-Effekte \u2013 es gibt nichts, was es nicht gibt. Die katalanische Schauspieltruppe <em>La Fura dels Baus<\/em> verlegt die Handlung in ein modernes China, in dem sich Tradition und Moderne begegnen. Die Kost\u00fcme sind an sich klassisch, aber mit modernen Elementen versehen: die Kimonos des Chores sind in grellen Farben und mit Zeichen und Ornamenten bedruckt, die M\u00e4ntel der Mitglieder des Kaiserhauses (eingeschlossen die Minister) sind mit vielen kleinen Spiegeln bestickt. Das Zentrum des B\u00fchnenbildes ist eine gro\u00dfe Scheibe mit einem Loch in der Mitte, die in den Schn\u00fcrboden gezogen werden kann. Sie dient als eindrucksvolle Auftrittsm\u00f6glichkeit Turandots sowie als Leinwand f\u00fcr die 3D-Einspielungen. Die Produktion verzichtet auf das Finale von Franco Alfano und endet mit Puccinis letzter komponierter Note, also dem Lamento nach Li\u00f9s Tod. Diese ersticht sich hier nicht selbst, sondern l\u00e4\u00dft sich freiwillig pf\u00e4hlen.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Ein grandioses Staatsoperndeb\u00fct gibt die junge Sopranistin <strong>Ekaterina Scherbachenko<\/strong> (Li\u00f9). Schon in ihrer ersten Arie <em>Signore, ascolta<\/em> (1. Akt) zeigt sie gut ausgeglichene und sch\u00f6n verbundene Register sowie eine gro\u00dfe dynamische Bandbreite, die bis zu einem versierten Pianissimo reichte. Dabei besitzt ihre glockenklare Stimme dramatische Intensit\u00e4t und eine innige Ausdruckskraft. Einen weiteren musikalischen H\u00f6hepunkt stellt <strong>Marco Berti<\/strong> (Calaf) dar: Er verf\u00fcgt \u00fcber eine dunkle, warm timbrierte Stimme mit leichten kehligen Einf\u00e4rbungen. Seine St\u00e4rke ist eine gro\u00dfe Sicherheit in der H\u00f6he mit einer heroischen Brillanz, womit er besonders bei den Spitzent\u00f6nen von <em>Nessun dorma<\/em> (3. Akt) brilliert. Dagegen ist die tiefere Lage seiner Stimme manchmal etwas resonanzarm, so da\u00df er hin und wieder forcieren mu\u00df. <strong>Jennifer Wilso<\/strong>n (Turandot) bew\u00e4ltigt die herausfordernde Tessitura der Partie problemlos mit einem eher dunklen Timbre. Ihrer Auftrittsarie <em>In questa reggia<\/em> (2. Akt) fehlt es noch an gestalterischer Spannung, was sie jedoch im Laufe des Abends steigert. Zu erw\u00e4hnen ist au\u00dferdem <strong>Alexander Tsymbalyuk<\/strong>s Timur, den er mit einer klangvollen, sonoren Stimme und eindringlicher darstellerischer Leistung verk\u00f6rpert. Die drei Minister (<strong>Fabio Previati, Kevin Conners, Emanuele D\u2019Aguanno<\/strong>) bilden ein gut aufeinander eingespieltes und stimmlich harmonisierendes Trio, das Dynamik in die Handlung bingt. <strong>Ulrich Re\u00df<\/strong> (Altoum) ist mit seinem klaren, deutlichen Gesang eine solide Besetzung, auch wenn seine Stimme nicht ganz so tragend ist.<\/p>\n<p>Das <strong>Staatsorcheste<\/strong>r unter seinem ehemaligen Chef <strong>Zubin Metha<\/strong> pr\u00e4sentiert sich dynamisch vielschichtig und differenziert mit einem gro\u00dfen, bisweilen volumin\u00f6sen Klang, den Metha aber dem B\u00fchnengeschehen\u00a0 unterzuordnen versteht. Vor allem das Blech zeichnet sich durch eine ausgewogene Dynamik und einen warmen, strahlenden Ton aus. Somit fungiert das Orchester trotz gro\u00dfer Brillanz als aufmerksamer Begleiter der Solisten und des ausgezeichnet einstudierten Chores.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Carlus Padrissa zeigt ein Feuerwerk der B\u00fchnentechnik. Zu keiner Zeit langweilig fesselt das Team den Zuschauer mit seinem effektreichen Spektakel und zeigt eindrucksvolle Bilder. Es wird eine neue Dimension der Opernregie erschlossen, die zwar visuell teilweise fast zu \u00fcberladen, aber dennoch ein spannendes Erlebnis ist. Vervollkommnet wird es durch eine ausgezeichnete Leistung des Orchesters sowie der Solisten, von denen besonders Marco Berti und Ekaterina Scherbachenko vom Publikum gefeiert werden.<\/p>\n<p>Laura Knoll<\/p>\n<p>Bild: Wilfried H\u00f6sl<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Marco Berti (Calaf), Chor und Statisterie<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Musik vervollst\u00e4ndigt von Franco Alfano, Dramma lirico in drei Akten, Libretto: Giuseppe Adami und Renato Simoni nach Carlo Gozzi; UA: 25. 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