{"id":3456,"date":"2011-12-04T22:56:09","date_gmt":"2011-12-04T21:56:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3456"},"modified":"2013-12-03T17:32:34","modified_gmt":"2013-12-03T16:32:34","slug":"die-csardasfurstin-coburg-landestheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3456","title":{"rendered":"DIE CS\u00c1RD\u00c1SF\u00dcRSTIN &#8211; Coburg, Landestheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Emmerich K\u00e1lm\u00e1n (1882-1953), Operette in drei Akten von Leo Stein und Bela Jenbach, UA:1915, Wien.<\/p>\n<p>Regie: Volker Vogel, Kost\u00fcme: Dietrich von Grebner<\/p>\n<p>Dirigent: Peter Tilling, Philharmonisches Orchester, Chor und Ballett des Landestheaters Coburg, Choreinstudierung: Stefan Meier<\/p>\n<p>Solisten: Wolfgang M\u00fchlenbeck (F\u00fcrst), Claudia Sch\u00e4fer (F\u00fcrstin), Roman Payer (Edwin Ronald), Marie Smolka (Komtesse Stasi), Karsten M\u00fcnster (Graf Boni), Betsy Horne (Sylva Varescu), Steffen Westphal (Eugen Rhonsdorff), Michael Lion (Feri Bacsi), Adelbert Ross (Notar), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 3. Dezember 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Coburg-Csardas.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3457\" title=\"Coburg-Csardas\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Coburg-Csardas.gif\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Coburg-Csardas.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Coburg-Csardas-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Edwin von und zu Lippert-Weylersheim liebt die Variet\u00e9 S\u00e4ngerin Sylva Varescu und l\u00e4\u00dft den Ehevertrag mit ihr aufsetzen. Doch haben seine Eltern ohne Edwins Wissen heimlich bereits eine Verbindung mit der Komtesse Stasi arrangiert. Als Sylva die Verlobungsanzeige sieht, taucht sie verkleidet bei den Lippert-Weylersheims mit Edwins adligem Freund Boni als dessen Frau auf, um sich zu r\u00e4chen. Boni verliebt sich in Stasi, und\u00a0Edwin m\u00f6chte die geschiedene Sylva, nun ja, eine Gr\u00e4fin, nach wie vor heiraten. Damit ist wiederum Sylva nicht einverstanden, denn sie m\u00f6chte als Variet\u00e9-S\u00e4ngerin, nicht als Gr\u00e4fin, ernst genommen werden. Nach kom\u00f6dientypischem Hin und Her kommt es jedoch schlie\u00dflich zum gl\u00fccklichen Ende.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>In dieser Produktion erm\u00f6glicht die Drehb\u00fchne mit Hubpodien einen raschen Perspektivwechsel. Ein quadratischer S\u00e4ulen-Kubus im Rotlicht, mit Firlefanz und Operettenplakaten der zwanziger Jahre stellt die B\u00fchne des Orpheums dar. Die weiblichen Besucher dieses Nachtlokals tragen die Kleider der zwanziger Jahre, die Herren schwarzen Frack. Die beiden Liebespaare und Feri Bacsi sind ebenso nach der Mode der zwanziger Jahre gekleidet. Oberleutnant Rohnsdorff tr\u00e4gt einen roten Ledermantel \u00fcber brauner Uniform. Mittels Kronleuchter und einer Trennwand verwandelt sich der Kubus in ein leicht heruntergekommenes f\u00fcrstliches Palais. Hier spielt eine \u00fcberalterte Gesellschaft mit Sch\u00e4rpe, Kummerbund und Diadem Ball bei Hofe. So gekleidet trifft die Hofgesellschaft auf dem Wiener Hauptbahnhof ein, der Kubus besteht nun aus Stahls\u00e4ulen, Bahnhofsuhr und Schildern. Im Gegensatz zur Hofgesellschaft wirkt Sylva in ihrem Hosenanzug als eine Referenz an den Blauen Engel der Marlene Dietrich.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Bemerkenswert ist es, da\u00df man ohne G\u00e4ste auskommt. <strong>Peter Tilling<\/strong> hat das Gesp\u00fcr f\u00fcr den filigranen ungarischen Klang, f\u00fcr den Mitleid erzeugenden zarten Schmelz und das Feuer der\u00a0 Gef\u00fchle im Orchestergraben. Die eigentliche Hauptrolle ob seines energischen Auftretens hat <strong>Karsten M\u00fcnster<\/strong> als Graf Boni. Er ist ein dynamischer Spieltenor, der hinsichtlich Klangvolumen bis an seine Grenzen geht, sein ungarischer Dialekt beschr\u00e4nkt sich haupts\u00e4chlich auf seine gesprochenen Dialoge. Seine Gegenspielerin Sylva ist <strong>Betsy Horn<\/strong>, eine Paraderolle f\u00fcr diesen Sopran: Ausdruckstark in den dramatischen Momenten, lyrisch verhalten mit technischem Glanz \u2013 leider besonders in den dramatischen Momenten wortunverst\u00e4ndlich. Die jugendliche Naive, Komte\u00df Stasi, ist <strong>Marie Smolka<\/strong> &#8211; mit bezauberndem hellem Timbre und genauer, aber etwas leiser Intonation. Gl\u00e4nzend aufgelegt ist <strong>Roman Payer<\/strong>, der mit Edwins <em>Ganz ohne Weiber geht<\/em> <em>die Chose nicht<\/em> nicht nur Weiberherzen gewinnt, sondern auch hohe T\u00f6ne aus einer sch\u00f6nen Mittellage heraus mit spielerischer Leichtigkeit trifft. <strong>Michael Lion<\/strong>, der in allen Belangen \u00fcberzeugende Haus-Ba\u00df, findet in der Rolle des Feri Bacsi mit tiefer sonorer und raumf\u00fcllend wohlklingender Stimme die passenden Mittel. Dem Chor und dem Ballett gelingt es, die hohen Anforderungen an synchroner Bewegung und Gesang zu vereinen. Die Unterschiede zwischen Chor und Ballett sind hierbei flie\u00dfend: Wer tanzt und wer singt?<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Offensichtlich befinden wir uns in den wilden Zwanzigern, der Jugendstil ist einer kubistischen N\u00fcchternheit des Bauhauses gewichen, die Donaumonarchie untergegangen, das Personal im senil schwerh\u00f6rigen Rentenalter. Weshalb die beiden jugendlichen Liebespaare sich dem Druck dieser Gesellschaft aussetzen und weshalb der dritte Akt statt im Hotel mit Gesellschaftsr\u00e4umen auf einem Bahnhof mit Toiletten spielt, bleibt ungekl\u00e4rt. Dazu pa\u00dft, da\u00df die Einlegearie f\u00fcr das F\u00fcrstenpaar <em>Fr\u00e4ulein, bitte \u00a0woll\u2019n Sie Shimmy tanzen?<\/em> aus dem Jahr 1921 stammt. Musikalisch geht das Konzept, die <em>Cs\u00e1rd\u00e1sf\u00fcrstin<\/em> als Oper zu behandeln voll auf. Solisten, Orchester, Chor und Ballett werden vom Publikum umjubelt.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Henning Rosenbusch<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Karsten M\u00fcnster (Graf Boni), Betsy Horne (Sylva Varescu), Claudia Sch\u00e4fer (F\u00fcrstin), Wolfgang M\u00fchlenbeck (F\u00fcrst), Roman Payer (Edwin Ronald), Stasi und Hofgesellschaft (v.l.n.r.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Emmerich K\u00e1lm\u00e1n (1882-1953), Operette in drei Akten von Leo Stein und Bela Jenbach, UA:1915, Wien. 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