{"id":3452,"date":"2011-12-06T23:23:54","date_gmt":"2011-12-06T22:23:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3452"},"modified":"2011-12-07T23:25:36","modified_gmt":"2011-12-07T22:25:36","slug":"le-nozze-di-figaro-%e2%80%93-figaros-hochzeit-aachen-stadttheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3452","title":{"rendered":"LE NOZZE DI FIGARO \u2013 FIGAROS HOCHZEIT &#8211; Aachen, Stadttheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) Commedia per musica (Opera buffa)\u00a0 in vier Akten, Libretto: Lorenzo da Ponte nach Beaumarchais UA: 1. Mai 1786 Wien, Burgtheater<\/p>\n<p>Regie: Michael Helle,\u00a0 B\u00fchne und Kost\u00fcme: Dieter Kla\u00df<\/p>\n<p>Dirigent: Marcus R. Bosch, Aachener Sinfonieorchester und Opernchor Aachen<\/p>\n<p>Solisten: Hr\u00f3lfur Saemundsson (Graf Almaviva), Katharina Hagopian (Gr\u00e4fin Almaviva), Astrid Pyttlik (Cherubino), Shadi Torbey (Figaro), Jelena Rakic (Susanna), Corinnal Heller (Marcellina), Pawel Lawreszuk (Bartolo), Patricio Arroyo (Basilio), Katrin St\u00f6sel (Barbarina)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 04. Dezember 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Aachen-Figaro.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3453\" title=\"Aachen-Figaro\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Aachen-Figaro.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"234\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Aachen-Figaro.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Aachen-Figaro-300x200.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die Hochzeit seines Dieners Figaro mit der Kammerzofe Susanna will Graf Almaviva unbedingt verhindern, denn Susanna soll seine Liebhaberin werden. Figaro plant den Grafen auszutricksen. Die betrogene Gr\u00e4fin hilft dem Brautpaar dabei. Sie soll mit Susanna die Kleider tauschen und zu einem geheimen Treffen erscheinen, um den Grafen auf frischer Tat zu ertappen. Doch Figaro verstrickt sich so sehr in L\u00fcgen, dass der Plan zu scheitern droht. Also nehmen die Frauen die Sache selber in die Hand. Susanna steckt dem Grafen einen Brief mit dem Ort ihres Treffens zu. Figaro glaubt daraufhin, Susanna sei ihm tats\u00e4chlich untreu. Als Gr\u00e4fin verkleidet f\u00fchrt sie ihm vor Augen, dass seine Eifersucht unbegr\u00fcndet ist. Die verkleidete Gr\u00e4fin \u00fcberf\u00fchrt ihren Ehemann der Untreue. Dieser ist nun endlich einsichtig.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Inszenierung fokussiert von Anfang an die Handlung sehr stark. Schlicht sind dagegen B\u00fchne und Kost\u00fcme. Die B\u00fchne zeigt das Innere eines verschachtelten Raums zu dem mehrere wei\u00dfe T\u00fcren f\u00fchren. W\u00e4hrend der Ouvert\u00fcre sitzen die Darsteller auf Kiefernholzst\u00fchlen wie eine gro\u00dfe Familie zusammen und warten bewegungslos auf ihren Auftritt \u2013 das deutet schon die enge Bindung zwischen Bediensteten und Graf bzw. Gr\u00e4fin an, die sp\u00e4ter noch mehr in den Vordergrund ger\u00fcckt wird. Die Kammerdienerinnen tragen einheitlich schwarze Kleider mit Sch\u00fcrzen, dazu hellblonde Per\u00fccken, die m\u00e4nnliche Dienerschaft schwarze Anz\u00fcge. Die reduzierte Ausstattung l\u00e4sst somit fiel Raum f\u00fcr die schauspielerische Darbietung, bei der die weibliche Diplomatie auf m\u00e4nnlichen J\u00e4hzorn trifft \u2013 ein Kampf der Geschlechter, den die Frauen f\u00fcr sich entscheiden.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Marcus R. Bosch<\/strong> dirigiert das Orchester w\u00e4hrend der Ouvert\u00fcre mit sehr schnellem Tempo und treibt die sforzando dabei auf die Spitze. Es entsteht ein sehr schwungvoller Klangcharakter, der gut zur opera buffa passt. Die Anfangsarie des Figaro <em>Se vuol ballare signor Contino<\/em> wird von <strong>Shadi Torbeys <\/strong>(Figaro)<strong> <\/strong>reinem, dunkel gef\u00e4rbten Bariton sehr lebendig dargestellt: Er klingt sowohl in den H\u00f6hen als auch in den Tiefen immer sicher. Dabei sorgt sein akzentuiertes Schauspiel daf\u00fcr, dass man ihm jede einzelne Emotion am Gesicht ablesen kann. Seine weibliche Partnerin, <strong>Jelena Rakic<\/strong> (Susanna), ist in ihrem Schauspiel eben so vital: kokettierende Gesten f\u00fcr die M\u00e4nner und ein aufmunterndes L\u00e4cheln f\u00fcr ihre Gr\u00e4fin zeichnen sie aus. Durch ihren glockenklaren, leichten Sopran erg\u00e4nzt sie sich sehr gut mit dem Bariton. Sehr viel schwerer und dunkler klingt <strong>Katharina Hagopians<\/strong> (Gr\u00e4fin) Sopran. Er verleiht der Herrscherin eine tiefgr\u00fcndige Trauer \u00fcber die Untreue ihres Mannes. Dies hebt sie besonders im dritten Akt in der Arie <em>Dove sono i bei momenti <\/em>hervor. Erw\u00e4hnenswert ist ebenfalls <strong>Hr\u00f3lfur Saemundssons<\/strong> (Graf) Darbietung. Sein herrischer, metallischer Bariton eignet sich f\u00fcr die Darbietung eines eifers\u00fcchtigen Grafen ausgenommen gut. Er bekommt Tobsuchtsanf\u00e4lle, schl\u00e4gt dabei T\u00fcren auf der B\u00fchne ein und packt seine Frau hart am Arm. Dass er selber aber kein Unschuldiger ist, zeigt die Darbietung des Chors: als Susanna-Kopien laufen die S\u00e4ngerinnen mit schwangeren B\u00e4uchen \u00fcber die B\u00fchne und singen sehr lieblich die Chorpartie <em>Giovani liete fiori spargete<\/em> im ersten Akt. Das wirkt doch sehr ironisch und sorgt f\u00fcr einige Lacher im Saal. Die gr\u00f6\u00dfte \u00dcberraschung unter den Sopranistinnen ist <strong>Astrid Pyttlik<\/strong> (Cherubino). In der sogenannten \u201eHosenrolle\u201c brilliert sie mit einer klaren Sopranstimme, die ein warmes Timbre hat und dabei technisch sehr versiert ausgef\u00fchrt wird. Die Arie <em>Coi che sapete<\/em> im zweiten Akt setzt sie hervorragend um: die schnellen Wechsel von H\u00f6hen und Tiefen zeigen wie anpassungsf\u00e4hig ihre Stimme ist. Beim Publikum entwickelt sie sich zum Liebling des Abends.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Der Abend ist unterhaltsam inszeniert, das Ensemble perfekt aufeinander eingestimmt und die musikalische Darbietung auf h\u00f6chstem Niveau: dies ist eine hervorragende Interpretation von Mozarts Oper! In Erinnerung bleibt besonders Astrid Pyttliks wundervoller Gesang. Das Publikum war ebenso begeistert und gab am Ende sogar standing ovations.<\/p>\n<p>Melanie Joannidis<\/p>\n<p>Bild: Carl Brunn<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Katharina Hagopian (Gr\u00e4fin), Astrid Pyttlik (Cherubino) und Jelena Rakic (Susanna) v.l.n.r.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) Commedia per musica (Opera buffa)\u00a0 in vier Akten, Libretto: Lorenzo da Ponte nach Beaumarchais UA: 1. Mai 1786 Wien, Burgtheater Regie: Michael Helle,\u00a0 B\u00fchne und Kost\u00fcme: Dieter Kla\u00df Dirigent: Marcus R. 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