{"id":3429,"date":"2011-12-05T21:56:49","date_gmt":"2011-12-05T20:56:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3429"},"modified":"2011-12-06T13:23:03","modified_gmt":"2011-12-06T12:23:03","slug":"ariadne-auf-naxos-hannover-staatsoper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3429","title":{"rendered":"ARIADNE AUF NAXOS  &#8211; Hannover, Staatsoper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Strauss (1864-1949), Oper in einem Aufzug nebst einem Vorspiel, Libretto: Hugo von Hoffmannsthal, UA: erste Fassung: 25. Oktober 1912, Hoftheater Stuttgart, zweite Fassung: 4. Oktober 1916 Wien, Hofoper<\/p>\n<p>Regie: Ingo Kerkhof; B\u00fchne: Anne Neuser, Kost\u00fcme: Inge Medert; Choreographie: Mathias Br\u00fchlmann<\/p>\n<p>Dirigent: Karen Kamensek, Nieders\u00e4chsisches Staatsorchester Hannover<\/p>\n<p>Solisten: Sigrun Schneggenburger (Haushofmeister), Stefan Adam (Musiklehrer), Julia Faylenbogen (Komponist), Robert K\u00fcnzli (Tenor\/Bacchus), Brigitte Hahn (Primadonna\/Ariadne), Ivan Tur\u0161i\u0107 (Brighella), Ina Yoshikawa (Zerbinetta), Christopher Tonkin (Harlekin), Tivadar Kiss (Scaramuccio), Young Kwon (Truffaldino), Dorothea Maria Marx (Najade), Julie-Marie Sundal (Dryade) und Sara Eterno (Echo)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 3. Dezember 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Hannover-Ariadne.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3430\" title=\"Hannover-Ariadne\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Hannover-Ariadne.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Hannover-Ariadne.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Hannover-Ariadne-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die Oper seria <em>Ariadne auf Naxos<\/em> eines jungen Komponisten soll auf einem Fest eines reichen Wiener uraufgef\u00fchrt werden. Ebenso w\u00fcnscht sich der Gastgeber aber auch komische Unterhaltung und engagiert das Ensemble um Zerbinetta. Unerwartet \u00e4ndert der M\u00e4zen die Programmabfolge, nun sollen die Oper seria und die komische Einlage simultan stattfinden. Der Komponist sieht die k\u00fcnstlerische Freiheit seines Werkes in Gefahr, doch Zerbinetta kann ihn\u00a0 beschwichtigen und die beiden Werke kommen zur Auff\u00fchrung.<\/p>\n<p>In der Oper geht es um Ariadne, die von ihrem Geliebten Theseus verlassen wurde. F\u00fcr sie hat das Leben keinen Sinn mehr. Zerbinetta und das Opera buffa-Ensemble versuchen vergeblich sie aufzuheitern. Ariadne wartet auf den Todesboten Hermes. Ariadnes Nymphen k\u00fcndigen den Gott Bacchus an, der sich auf der Flucht vor der Zauberin Circe befindet. Er verliebt sich sofort in Ariadne. Dabei findet eine Verwechslung statt, in der Ariadne den Gott Bacchus f\u00fcr Hermes h\u00e4lt. Zum Schlu\u00df k\u00f6nnen beide ihre Vergangenheit hinter sich lassen und sind verwandelt f\u00fcr etwas Neues offen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Ohne Vorhang bietet sich dem Blick des Zuschauers eine lange Tischreihe vor einer transparenten Wand, an der der Notentext der <em>Ariadne,<\/em> der Oper seria, befestigt wird. Am B\u00fchnenrand ist ein Kleiderst\u00e4nder mit Kost\u00fcmen zu sehen. Das gesamte Ensemble kommt wie bei einer Probe im hellerleuchteten Saal auf die B\u00fchne. Die Kost\u00fcme sind ebenfalls schlicht gehalten: schwarze Anz\u00fcge f\u00fcr die M\u00e4nner und festlich-anmutende schwarze Kleider f\u00fcr die Frauen. Auff\u00e4llig sind einzig Zerbinetta mit ihren beiden gr\u00fcnen und pinken Kimono-Kleidern und die lustigen Requisiten ihres Opera buffo-Ensembles \u2013 Per\u00fccken und Indianerschmuck. Der Auftritt des Haushofmeisters im B\u00e4renkost\u00fcm, das er auf der B\u00fchne auszieht, und seine direkte Ansprache an das Publikum unterstreichen, da\u00df es sich um eine Oper \u00fcber das Operngeschehen handelt \u2013 ein Spiel mit der tats\u00e4chlichen Realit\u00e4t des Opernbesuchs und der fiktiven Opernauff\u00fchrung.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst ist das <strong>Nieders\u00e4chsische Staatsorchester Hannover<\/strong> unter der Leitung von <strong>Karen Kamensek<\/strong> zu loben. Exzellent gelingt die musikalische Kontrastierung von Oper seria und der Musik f\u00fcr die Commedia dell\u2019Arte-Truppe. Diese Kontrastierung gl\u00fcckt auch den S\u00e4ngern. Allen voran steht <strong>Ina Yoshikawa<\/strong> als Zerbinetta. Sie zeigt, da\u00df hinter ihrer Rolle mehr als nur das Komische steckt: <em>Viele meinen, da\u00df sie mich kennen, aber ihr Auge ist stumpf. <\/em>Einerseits ist sie die laszive Verf\u00fchrerin, andererseits die Gef\u00fchlvolle. Die gro\u00dfe Zerbinetta-Arie mit den ausschweifenden Koloraturen gelingt ihr so gut, da\u00df das Publikum Bravo! ruft: die H\u00f6hen sind sanft und die Tiefen wirken nahezu m\u00fchelos. <strong>Brigitte Hahn<\/strong>(Primadonna\/Ariadne)\u00a0 gelingt ebenfalls die Inszenierung zweier Personen in einer Rolle. Einerseits zeigt sie sich als \u00a0egozentrische Primadonna, die ihre einzige Identifikation und Selbstdefinition in ihrer Stimme findet, was sich in ihrem perfektionierten und ausdrucksstarken Gesang widerspiegelt. Andererseits ist da ihre Rolle der Ariadne. So wie sich ihr K\u00f6rper vor Gram kr\u00fcmmt, so dr\u00fcckt sie auch in ihrem Gesang ihr Leid und die dem Tod ins Auge schauende Ausweglosigkeit aus. Zu gut unterhaltend gemeint ist aber die Choreographie von <strong>Mathias Br\u00fchlmann<\/strong>, die vom gesamten Ensemble ausgef\u00fchrt wird: Ein griechischer Sirtaki-Tanz wirkt am Anfang im Rahmen des B\u00e4renauftritts noch lustig, seine zweite Auff\u00fchrung am Ende jedoch, die durch das Feuerwerk gl\u00fccklicherweise unterbrochen wird, zieht die Handlung zu sehr ins L\u00e4cherliche.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Das Publikum ist mit dieser Auff\u00fchrung zufrieden \u2013 eine Inszenierung von einer Oper \u00fcber die Oper, denn die Verkn\u00fcpfung von historischem Stoff und komischer Unterhaltung ist gar nicht so leicht. <em>Musik ist eine heilige Kunst!\u201c<\/em>&#8211; singt Zerbinetta.<\/p>\n<p>Frederike Arns<\/p>\n<p>Bild: Thomas Jauk<\/p>\n<p>Das Bild zeigt:\u00a0 Brigitte Hahn (Primadonna Ariadne) li. und Ina Yoshikawa (Zerbinetta) re.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Strauss (1864-1949), Oper in einem Aufzug nebst einem Vorspiel, Libretto: Hugo von Hoffmannsthal, UA: erste Fassung: 25. 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